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Eine gute Wärmedämmung im Haus hilft auch gegen Hitze
txn. Seit den 1960er-Jahren wird es laut Umweltbundesamt in Deutschland mit jeder Dekade wärmer. Außerdem wird prognostiziert, dass sich Hitzewellen bis zum Ende des Jahrhunderts hierzulande häufen werden, vor allem im Süden und im Osten. Mit den steigenden Temperaturen wächst ein Problem, das viele Eigenheimbesitzer bereits heute kennen: Im Hochsommer heizen sich Wohnräume unangenehm auf. Das ist nicht nur, aber besonders für ältere oder chronisch kranke Menschen belastend. Was hilft, ist die effiziente Wärmedämmung des Hauses. Das rät auch die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Grund ist, dass eine gute Dämmung die Wärme im Winter nicht nur drinnen hält, sondern sie im Sommer auch davon abhält, von außen ins Haus einzudringen. Möglich machen das die vielen kleinen Luftporen im Dämmstoff: Luft leitet Wärme schlecht, deshalb gleichen sich die Temperaturen innen und außen nur langsam an. Besonders deutlich zeigt sich das direkt unter dem Dach. Dachziegel heizen sich in der Sonne auf bis zu 80 Grad auf, so die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die schrägen Flächen geben diese Wärme nach innen weiter, und undichte Fugen lassen zusätzlich warme Außenluft in die Räume. Darunter wird es an heißen Tagen oft wärmer als in den übrigen Zimmern.
Eine nachträgliche Dämmung der Dachschrägen verzögert die Erwärmung und senkt die Temperaturspitzen. Fachmännisch gedämmte Räume heizen langsamer auf und bleiben somit kühler; eine Klimaanlage oder ein Ventilator laufen dann seltener oder werden komplett überflüssig. Das spart zusätzlich Strom und senkt die Energiekosten.

Gut zu wissen: Für eine nachträgliche Dämmung der Gebäudehülle gibt es Geld vom Staat. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Ein zusätzlicher Bonus ist möglich, wenn ein Energieberater die Dämmung vorab in einen individuellen Sanierungsfahrplan aufnimmt – er greift allerdings erst oberhalb eines Mindestinvestitionsvolumens und lohnt sich vor allem, wenn mehrere Sanierungsschritte zusammenkommen.
Wichtig: Der Antrag muss vor dem Beginn der Arbeiten gestellt werden. Der Vertrag mit dem Fachbetrieb wird vorher geschlossen, aber unter der Bedingung, dass die Förderung bewilligt wird. Da der Gesetzgeber Fördersätze regelmäßig anpasst, lohnt vor der Planung ein Blick auf die aktuellen Konditionen beim BAFA. Wer Maßnahmen zur effizienten Wärmedämmung umsetzt, ist also nicht nur im Winter vor Kälte geschützt, sondern auch vor gesundheitlich belastender Hitze in den zunehmend heißen Sommern.

Bei Wärmedämmung kommt es auf die Details an
txn. Rund 20 Prozent seiner Wärme verliert ein unsaniertes Haus allein über das Dach. Eine gute Dämmung kann diesen Verlust eingrenzen, wenn sie fachgerecht durchgeführt wird und den U-Wert (auch: Wärmedurchgangskoeffizient) berücksichtigt. Er richtet sich nach der Wärmeleitfähigkeit des Materials und der Dicke der Dämmschicht, und zeigt an, wie viel Wärme überhaupt durch ein Bauteil entweicht. Es gilt: Je niedriger der U-Wert, desto besser dämmt die Schicht.
Für das Dach greift zudem eine gesetzliche Pflicht: Nach dem Gebäudeenergiegesetz müssen Eigentümer die oberste Geschossdecke oder das Dach so dämmen, dass der U-Wert nicht über 0,24 W/(m²·K) liegt, falls diese bislang nicht ausreichend gedämmt sind (§ 47 GEG). Neue Eigentümer haben nach Kauf oder Erbschaft zwei Jahre Zeit für entsprechende Maßnahmen. Welcher Dämmstoff letztlich passt, hängt dann wiederum vom Einbauort ab: Zwischen die Sparren kommen Faserdämmstoffe aus Glas- oder Steinwolle oder aus Naturfasern, auf die Sparren Holzfaser- oder druckfeste Hartschaumplatten.
Außerdem sollte man die vorhandenen Wärmebrücken auf dem Schirm haben, rät die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Wärmebrücken sind Stellen, an denen mehr Wärme nach außen fließt, etwa an einer angrenzenden Außenwand oder an einem Schornstein durch die Dachfläche. Im Winter verraten sie sich z. B. durch kalte Flächen, ein Ziehen in der Luft oder Kondenswasser.
Bleibt bei der Dämmung einer Dachschräge eine Fuge undicht, dringt an heißen Tagen dort die erhitzte Außenluft ein. Bei einer guten Dämmung wird darauf geachtet, Wärmebrücken zu vermeiden. Solche Schwachstellen können nur durch lückenlos verlegte Schichten und eine luftdichte Ebene innen vermieden werden.










