REGION. Die sommerlichen Temperaturen veranlassen derzeit viele Gartenbesitzer dazu, Vögeln und anderen Wildtieren Wasserquellen im heimischen Grün bereitzustellen. Doch was gut gemeint ist, kann schnell zur tödlichen Gefahr werden. Experten warnen aktuell vor der Entstehung von Botulismus in kleinen, stehenden Gewässern wie Blumenuntersetzern, Regentonnen oder unzureichend gepflegten Vogelbädern.
Auslöser der gefährlichen Vergiftung ist das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses vermehrt sich besonders schnell unter Luftabschluss in warmem, organisch belastetem Wasser. Wenn Blätter, Erde oder Vogelkot in flachen Schalen landen und das Wasser tagelang der prallen Sonne ausgesetzt ist, sinkt der Sauerstoffgehalt drastisch. Es entstehen ideale Bedingungen für die Erreger, die ein hochwirksames Nervengift produzieren.
Nehmen Gartenvögel wie Amseln, Meisen oder Spatzen dieses kontaminierte Wasser auf, kommt es zu schweren Lähmungserscheinungen. Die betroffenen Tiere werden flugunfähig, können den Kopf nicht mehr aufrechthalten und sterben im schlimmsten Fall an einer Atemlähmung oder ertrinken in der flachen Tränke.
Um die gefiederten Besucher effektiv zu schützen, reichen bereits einfache Vorsichtsmaßnahmen aus. Wassergefäße im Garten sollten täglich gründlich gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Dabei genügt der Einsatz von heißem Wasser und einer sauberen Bürste; auf chemische Reinigungsmittel sollte zwingend verzichtet werden. Zudem empfiehlt es sich, die Tränken an schattigen Plätzen aufzustellen, um ein zu starkes Erwärmen des Wassers zu verhindern.
Wer sichtlich kranke oder gelähmte Vögel im eigenen Garten entdeckt, sollte die vorhanden Wasserstellen umgehend entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen, und eine lokale Wildtierauffangstation verständigen. Mit regelmäßiger Hygiene bleibt der eigene Garten eine sichere Oase für die heimische Vogelwelt.
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