IDAR-OBERSTEIN/WEIHERBACH. Mit der Vergabe von vier Aufträgen hat der Ausschuss für Infrastruktur, Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (IWUK) den Weg für die Erweiterung der Nahetal-Schule in Idar-Oberstein/Weierbach und die Sanierung der Nahwärmeversorgung am Birkenfelder Schulzentrum geebnet. Die Bauarbeiten sollen an beiden kreiseigenen Standorten zeitnah beginnen.
Die 1983 im Schulzentrum „Auf der Bein“ errichteten Gebäude der Nahetal-Schule – einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, in die auch die Räume der Sprachheilschule integriert sind – stoßen durch steigende Schülerzahlen schon seit Längerem an ihren Kapazitätsgrenzen. Um hier dem wachsenden Raumbedarf gerecht zu werden, will der Landkreis als Schulträger einen eingeschossigen, barrierefreien Erweiterungsbau in Holzständerbauweise und mit Flachdach errichten. Geplant sind sechs zusätzliche Klassenräume, drei Kursräume, ein Computerraum sowie eine moderne Lernlandschaft.
Der Neubau entsteht auf dem bisherigen Schulhof beziehungsweise Verkehrsübungsplatz. Nach aktueller Kostenschätzung investiert der Landkreis rund 4,2 Millionen Euro in das Projekt. Planung und Bauleitung übernimmt die Bauabteilung der Kreisverwaltung in Eigenregie. Nachdem inzwischen auch die Genehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier vorliegt, vergaben die IWUK-Mitglieder am Dienstag im ersten Schritt den Bauauftrag für die Erdarbeiten. Den Zuschlag erhielt die Firma Behnke aus Birkenfeld, deren Angebot mit rund 55.250 Euro das wirtschaftlichste unter vier eingegangenen Angeboten war und zudem deutlich unter der Kostenschätzung lag.
Um den Bauablauf nicht zu verzögern, ermächtigte der Ausschuss Landrat Miroslaw Kowalski außerdem, den Auftrag für die Stahlbeton- und Entwässerungsarbeiten nach der Submission am 10. August zu vergeben. Voraussetzung ist, dass die eingehenden Angebote die kalkulierten Kosten von rund 178.000 Euro um höchstens zehn Prozent überschreiten.
Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Bauabteilung, Mark Hartenberger, sollen die Bauarbeiten an der Nahetal-Schule im September beginnen. Außerdem sei vorgesehen, dass bereits in der nächsten IWUK-Sitzung der Auftrag für die Errichtung des Holzständerbaus vergeben wird. Läuft alles nach Plan, könnte noch in diesem Jahr das Dach aufgesetzt werden. Im Jahr 2027 sollen anschließend die Innenausbauarbeiten folgen.
Auch am Schulzentrum Birkenfeld mit dem Gymnasium, der Realschule plus/Fachoberschule und der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen können die Arbeiten bald starten. Dort werden die rund 50 Jahre alten Nahwärmeleitungen erneuert, nachdem es in jüngerer Vergangenheit bereits zu Leckagen gekommen war. Neben dem Austausch des Hauptstrangs zwischen der Halle „Am Berg“ und dem Gymnasium wird auch die Anbindung an die Förderschule erneuert und der Neubau der Realschule plus an das Leitungsnetz angeschlossen. Für die Arbeiten ist eine Bauzeit von rund drei Monaten vorgesehen.
Ursprünglich hatte der Kreis die für die Maßnahme notwendigen Tiefbauarbeiten und die anschließende Verlegung der Rohrleitungen als gemeinsame Bauleistung ausgeschrieben. Diese Ausschreibung musste im Juni aber aufgehoben werden, weil sich nur ein Bieter gemeldet und dessen Angebot mit circa 567.000 Euro weit über der kalkulierten Kostenschätzung gelegen hatte.
Wie Mark Hartenberger und Dezernent Roland Praetorius im IWUK erläuterten, entschied sich die Kreisverwaltung anschließend dazu, die beiden Gewerke getrennt auszuschreiben. Dass diese Vorgehensweise goldrichtig war, zeigten die aktuellen Submissionsergebnisse.
Insgesamt liegt der Investitionsaufwand für die Sanierung des Nahwärmenetzes am Birkenfelder Schulzentrum nun bei lediglich rund 351.000 Euro – und damit um 216.000 Euro günstiger als in der ersten Ausschreibungsrunde. Diese kostensparende Vorgehensweise wurde von den IWUK-Mitgliedern explizit gelobt.
Mit den Tiefbauarbeiten beauftragte der Ausschuss die Firma Märker Bau aus Dienstweiler, die mit circa 101.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte. Den Zuschlag für die Verlegung der Rohrleitungen erhielt die Firma Diehl GmbH aus Baumholder mit einer Angebotssumme von circa 250.000 Euro.
Mit den Entscheidungen des IWUK kann der Kreis nun zwei bedeutsame Projekte ohne weiteren Zeitverlust anpacken und als Träger die Schulinfrastruktur verbessern, sagte Landrat Miroslaw Kowalski.
Wie wichtig eine gute und zeitgemäße Ausstattung ist, habe sich gerade erst vor wenigen Tagen – beim großen Flächenbrand zwischen Reichenbach und Kronweiler – in anderem Zusammenhang deutlich gezeigt, fügte er hinzu. Der Landrat nutzte deshalb auch in de IWUK-Sitzung noch einmal die Gelegenheit, allen Einsatzkräften und Helfern, die an der erfolgreichen Bewältigung der Lage beteiligt waren, ausdrücklich zu danken.






