BINGEN / BAD KREUZNACH / INGELHEIM / VG GAU-ALGESHEIM. Die Städte Bingen am Rhein, Bad Kreuznach und Ingelheim sowie die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim setzen künftig gemeinsam auf moderne Fahrzeugsperren, um die Sicherheit bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum weiter zu erhöhen. Mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung auf Burg Klopp wurde am Dienstag, 4. August, ein gemeinsames Projekt offiziell auf den Weg gebracht. Grundlage ist eine interkommunale Zusammenarbeit, durch die die Sperrsysteme flexibel von allen beteiligten Kommunen genutzt werden können.
Insgesamt werden acht mobile Sperrsysteme des Typs AMRIS One sowie vier Systeme des Typs AMRIS Go angeschafft. Die Fahrzeugelemente sollen zentral beim Servicebetrieb der Stadt Bingen gelagert werden, der bereits über geeignete Lagerflächen verfügt. Dadurch können die Systeme je nach Bedarf unkompliziert zwischen den Kommunen eingesetzt werden.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 220.000 Euro. Davon werden 140.000 Euro durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert. Den verbleibenden Betrag tragen die beteiligten Kommunen gemeinsam. Ziel sei es, die Veranstaltungsorte besser gegen mögliche Fahrzeugangriffe zu schützen und gleichzeitig Ressourcen sinnvoll zu bündeln.

Bingens Oberbürgermeister Thomas Feser bezeichnete die Kooperation als wichtigen Beitrag für die Sicherheit bei Festen und Veranstaltungen. Gleichzeitig warnte er davor, Sicherheitsmaßnahmen immer weiter auszubauen. Diese müssten mit Maß und Augenmaß erfolgen, damit Veranstaltungen ihren Charakter nicht verlieren. „Wir dürfen uns nicht hetzen lassen“, so Feser. Er betonte, dass bereits heute bei größeren Festen Security-Dienste sowie verstärkte Streifen von Ordnungsamt und Polizei für Sicherheit sorgen würden.
Auch Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz betonte, dass absolute Sicherheit nicht erreichbar sei. Dennoch seien Zufahrtsschutz und weitere Sicherheitsmaßnahmen beispielsweise beim Bad Kreuznacher Jahrmarkt oder dem Fischerstechen notwendig. Er verwies zugleich auf die erheblichen finanziellen Belastungen für Vereine und Kommunen, die durch steigende Sicherheitsanforderungen entstehen. „Bei einem Messerstecher kann auch keine Fahrzeugsperre helfen“, so Letz. Nach seiner Einschätzung habe das Land erkannt, dass die Kommunen mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden dürften.
Ingelheims Bürgermeisterin Sybille Schäfer hob hervor, dass die neuen Fahrzeugsperren insbesondere bei großen Veranstaltungen einen wichtigen Baustein der Sicherheitskonzepte darstellen. Gleichzeitig seien eine enge Abstimmung mit den Behörden sowie eine flexible Reaktion auf sich verändernde Sicherheitslagen unerlässlich. Vollständige Sicherheit könne es jedoch auch künftig nicht geben.
Die Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim, Mechthild Kern, verwies darauf, dass in den Gemeinden der VG Gau-Algesheim bereits seit Jahren mit Sicherheitskonzepten gearbeitet werde. Neu sei vor allem die umfangreiche Dokumentation der bestehenden Planungen. Sie zeigte sich überzeugt, dass das nun geschaffene System auch langfristig tragfähig sei und den Kommunen mehr Handlungssicherheit verschaffe.
Bingens Bürgermeister Ulrich Mönch unterstrich den Nutzen der interkommunalen Zusammenarbeit. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch habe wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen. Zugleich machte er deutlich, dass mit der Anschaffung der Sperren weitere Kosten verbunden seien. Neben Wartung und Instandhaltung entstünden insbesondere durch den Einsatz von Personal bei mehrtägigen Veranstaltungen zusätzliche finanzielle Belastungen. Dennoch seien die Investitionen notwendig, denn die Bevölkerung erwarte zu Recht, dass Kommunen alles Machbare für die Sicherheit von Veranstaltungen unternehmen. Gleichzeitig dürfe dabei keine unnötige Verunsicherung entstehen.
Mit der gemeinsamen Beschaffung der Fahrzeugsperren sehen sich die vier Kommunen für die anstehenden Veranstaltungen gut gerüstet. Die Verantwortlichen wollen auch künftig eng zusammenarbeiten und ihre Erfahrungen austauschen, um Sicherheitskonzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln.





