StartBlaulicht ReportFlammen eingedämmt: Erheblicher Sachschaden nach Großbrand in Sprendlingen

Flammen eingedämmt: Erheblicher Sachschaden nach Großbrand in Sprendlingen

SPRENDLINGEN. Nach dem verheerenden Großbrand in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb in Sprendlingen ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauern jedoch weiterhin an. Rund 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW und Polizei sind nach wie vor im Einsatz.

Das Feuer war am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache auf dem Betriebsgelände ausgebrochen. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte standen bereits mehrere Gebäude in Vollbrand. Die weithin sichtbare Rauchsäule zog mit dem Wind von Sprendlingen in Richtung Pfaffen-Schwabenheim und Bosenheim im benachbarten Landkreis Bad Kreuznach. Die Bevölkerung wurde vorsorglich über Warn-Apps aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen auszuschalten.

Nach Angaben des Brand- und Katastrophenschutzes entstand an den Gebäuden und technischen Anlagen des Unternehmens erheblicher Sachschaden. Die unmittelbar an das Betriebsgelände angrenzenden Wohnhäuser wurden vorsorglich evakuiert, die Bewohner vom Katastrophenschutz betreut. Erfreulicherweise blieb es weitgehend bei Sachschäden: Lediglich eine Einsatzkraft erlitt aufgrund der hohen Temperaturen eine leichte Hitzeerschöpfung und wurde vor Ort vom Rettungsdienst behandelt. Weitere Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.

Eine besondere Herausforderung stellte die Löschwasserversorgung dar. Das örtliche Wassernetz stieß wegen der enormen Wassermengen und der anhaltenden Trockenheit an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb musste zusätzlich Wasser aus dem Wiesbach entnommen werden. Aus diesem Grund bleibt auch das Freibad in Sprendlingen vorerst geschlossen. Zum einen haben sich auf der Wasseroberfläche und den umliegenden Flächen Rußpartikel abgelagert, zum anderen dient das Freibad derzeit als Löschwasserreserve. Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, Oliver Wernersbach, betonte, dass die Sicherstellung der Löschwasserversorgung und die Sicherheit der Einsatzkräfte oberste Priorität haben.

Parallel zu den Löscharbeiten führte der Gefahrstoffzug umfangreiche Luftmessungen durch. Dabei wurden im unmittelbaren Bereich der Rauchwolke zunächst leicht erhöhte Messwerte festgestellt, wie sie bei einem Brand dieser Größenordnung zu erwarten sind. Die anschließenden Kontrollmessungen ergaben jedoch keine Auffälligkeiten mehr. Nach aktuellem Stand bestehen außerhalb des direkten Brandbereichs keine Hinweise auf eine anhaltende Schadstoffbelastung.

In Teilen des Gemeindegebiets Sprendlingen gingen allerdings sichtbare Ruß- und Verbrennungsrückstände nieder. Nach Angaben der Fachbehörden besteht hiervon keine besondere Gefahr. Dennoch sollte ein direkter Kontakt möglichst vermieden werden. Die Rückstände können problemlos mit Wasser und Seife entfernt werden.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen werden aufgenommen, sobald die Einsatzstelle vollständig gesichert ist.


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