StartBlaulicht ReportTechnischer Defekt an Rallyefahrzeug löst Waldbrand bei Reichenbach aus

Technischer Defekt an Rallyefahrzeug löst Waldbrand bei Reichenbach aus

REICHENBACH. Ein technischer Defekt an einem Rallyefahrzeug hat am Donnerstagnachmittag einen großflächigen Wald- und Vegetationsbrand zwischen Reichenbach und Kronweiler im Nationalparklandkreis Birkenfeld ausgelöst. Das Feuer breitete sich rasch aus und erfasste nach Angaben der Einsatzleitung eine Fläche von rund zehn Hektar. Dank eines massiven Einsatzes von Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Bundeswehr und Polizei konnte der Brand am Abend in allen wesentlichen Abschnitten unter Kontrolle gebracht werden.

Ausgelöst wurde der Brand nach bisherigen Erkenntnissen durch einen technischen Defekt an einem Rallyefahrzeug, das ohne Genehmigung auf einem Feldwirtschaftsweg der Ortsgemeinde Reichenbach unterwegs war. Das Fahrzeug geriet in Brand, woraufhin die Flammen auf die trockene Vegetation übergriffen und sich aufgrund der Witterung innerhalb kurzer Zeit ausbreiteten. Die Polizei stellte den Pkw für weitere Ermittlungen sicher.

Bereits kurz nach Brandausbruch rückten zahlreiche Feuerwehren und Hilfsorganisationen an. Zwischenzeitlich standen rund 220 Einsatzkräfte im Einsatz. Um 15 Uhr wurde aufgrund der Ausdehnung des Feuers Alarmstufe 4 ausgelöst. Damit übernahm der Nationalparklandkreis Birkenfeld mit Landrat Miroslaw Kowalski offiziell die Einsatzleitung.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich äußerst schwierig. Stark drehende Winde erschwerten den Einsatz zusätzlich. Unterstützt wurden die Bodentrupps durch Hubschrauber, die sowohl zur Erkundung der Lage als auch bei den Löscharbeiten eingesetzt wurden. Zudem stellte die Bundeswehr Panzer zur Verfügung, die Schneisen in den Wald schlugen, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Trotz der Erfolge befanden sich innerhalb der Brandfläche weiterhin zahlreiche Glut- und Brandnester.

Glücklicherweise wurde bei dem Einsatz niemand verletzt. Für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Einsatzleitung zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Gefahr. Die Ortsgemeinden Reichenbach und Kronweiler sowie das Abfallwirtschaftszentrum Reibertsbach waren nicht vom Feuer bedroht. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Anwohner in Richtung Kronweiler, Frauenberg und Idar-Oberstein dennoch gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem sollten Wälder und angrenzende Wege im betroffenen Bereich gemieden sowie Zufahrtswege für die Einsatzkräfte freigehalten werden.
Durch das Einsatzgebiet verlaufen zwei überörtliche Stromleitungen. Eine Leitung musste während des Einsatzes vorsorglich abgeschaltet werden. Auswirkungen auf die Stromversorgung in der Region gab es jedoch nicht.

Am Abend konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: In allen Brandabschnitten war die Ausbreitung des Feuers eingedämmt. Überörtliche Feuerwehreinheiten aus Trier lösten einen Teil der Einsatzkräfte ab. Die Nachlöscharbeiten wurden in reduzierter Stärke über Nacht und voraussichtlich bis in den Freitag andauern. Dabei müssen die verbliebenen Glutnester überwiegend in schwer zugänglichem Gelände per Hand abgelöscht werden.

Landrat Miroslaw Kowalski dankte allen Einsatz- und Unterstützungskräften ausdrücklich für ihren engagierten Einsatz. Nur durch das schnelle und koordinierte Zusammenwirken aller Beteiligten habe verhindert werden können, dass sich der Waldbrand noch weiter ausbreitet.

Auch aus dem Landkreis Bad Kreuznach wurde umfangreiche Unterstützung angefordert. Rund 70 Einsatzkräfte rückten mit dem Wassertransportzug sowie dem Katastrophenschutzlöschzug – bestehend aus Feuerwehrfahrzeugen aus dem gesamten Landkreis – in den Nationalparklandkreis Birkenfeld aus. Nachdem sich die Lage im Laufe des Abends deutlich entspannte und das Brandgeschehen weitgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte, durfte das Kontingent in der Nacht wieder in den Landkreis Bad Kreuznach zurückkehren. Die Technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Bad Kreuznach übernahm zudem die dortige Einsatzleitung für die Nachtschicht. Weiterhin war auch die Drohneneinheit des Landkreises Bad Kreuznach sowie ein Bereitstellungs-Rettungswagen ebenfalls über Nacht da.
Erst vor vier Wochen hatten die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Bad Kreuznach gemeinsam mit zahlreichen Feuerwehren aus ganz Rheinland-Pfalz sowie aus Hessen und Niedersachsen den mehrtägigen Waldbrand am Rotenfels bei Traisen bekämpft.


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