BAD KREUZNACH. Ein vermeintlicher Einbruch hat in der Nacht zum Samstag 25. Juli die Polizei in Bad Kreuznach auf Trab gehalten. Was wie eine vorbildliche Reaktion auf eine kriminelle Tat aussah, entpuppte sich schlussendlich als eine äußerst eigenwillige Energiesparmaßnahme.
Gegen Mitternacht bemerkte eine aufmerksame Anwohnerin in einem Bad Kreuznacher Vorort verdächtiges Licht im angrenzenden Wohnhaus. Mehrfach huschte der Schein einer Taschenlampe durch die abgedunkelten Räume. Da der Verdacht nahelag, dass sich Unbefugte gewaltsam Zutritt verschafft hatten, zögerte die Frau nicht lange und wählte richtigerweise den Notruf.
Die Polizei eilte daraufhin mit mehreren Streifenwagen zum besagten Anwesen, um das Gebäude zu umstellen und mögliche Täter auf frischer Tat zu stellen.
Noch während die Beamten vor Ort in Stellung gingen, gelang es der Einsatzzentrale, die Bewohnerin des Hauses telefonisch zu erreichen. Die 86-jährige Seniorin zeigte sich überrascht über das Großaufgebot vor ihrer Haustür und konnte die Situation rasch aufklären: Ungebetene Gäste habe sie keineswegs im Haus.
Der Grund für das mysteriöse Flackerlicht war pragmatischer Natur: Die Dame wollte schlichtweg Strom sparen. Um die Stromrechnung zu schonen, verzichtete sie nachts bewusst auf das Einschalten der Deckenbeleuchtung und griff stattdessen zur gewohnten Taschenlampe. Bei der anschließenden Überprüfung vor Ort bestätigte die Seniorin den schmunzelnden Beamten nochmals persönlich ihre nächtliche Sparstrategie.
Auch wenn der Einsatz ohne Festnahme endete, zog die Polizei ein durchweg positives Fazit. Für die aufmerksame Nachbarin gab es von den Einsatzkräften ein ausdrückliches Lob.
„Lieber einmal zu viel den Notruf wählen als einmal zu wenig. Eine wachsame Nachbarschaft ist und bleibt einer der wichtigsten Bausteine bei der Einbruchsprävention“, betonte ein Sprecher der Polizei Bad Kreuznach.








