OBERHAUSEN AN DER NAHE. Seit mehr als 65 Stunden sind ein O₂-Glasfaseranschluss und die dazugehörige Festnetztelefonie in der Redaktion der Internetzeitung Nahe News, die ihren Betrieb seit Dienstag nur eingeschränkt aufrechterhalten kann.
Die Störung begann am Dienstag, 21. Juli, gegen 16:20 Uhr. Bereits wenige Minuten später wurde der Ausfall telefonisch bei der O₂-Hotline gemeldet. Im weiteren Verlauf erfolgten mehrere Nachfragen, unter anderem am Dienstagabend sowie am Mittwochmorgen. Konkrete Informationen zum Stand der Entstörung erhielt Nahe News Herausgeber Markus Wolf zunächst jedoch nicht.
Parallel zum Beginn der Störung fanden in Oberhausen an der Nahe Baggerarbeiten des Glasfasernetzbetreibers UGG statt. Ob ein Zusammenhang zwischen den Arbeiten und dem Ausfall besteht, ist bislang nicht bestätigt. Die Redaktion wies O₂ bereits bei der ersten Störungsmeldung auf die zeitgleich stattfindenden Bauarbeiten hin und bat darum, einen möglichen Zusammenhang zu prüfen.
Auch die technische Analyse vor Ort deutete auf eine Störung der Glasfaserverbindung hin. Am Glasfaserabschluss (ONT) blinkte dauerhaft die Verbindungsanzeige, während an der FRITZ!Box 5690 Pro die LED „Power/Internet“ kontinuierlich blinkte. Das WLAN war zwar verfügbar, eine Verbindung ins Internet konnte jedoch nicht hergestellt werden. Gleichzeitig fiel auch die Festnetztelefonie vollständig aus.
Erst rund 25 Stunden nach der ersten Störungsmeldung meldete sich eine Mitarbeiterin von O₂ telefonisch bei den Betroffenen. Nach einer gemeinsamen Überprüfung erklärte sie, dass ihr die Störung erst zu diesem Zeitpunkt von der zuständigen Serviceabteilung übermittelt worden sei. Anschließend kündigte sie an, eine Fachfirma mit der Entstörung zu beauftragen.
Bei einem weiteren Anruf bei der O₂-Hotline wurde der Redaktion mitgeteilt, dass die Firma „Vitroconnect“ über die Störung informiert worden sei. Einen Termin für die Behebung oder auch nur eine Einschätzung zur voraussichtlichen Dauer des Ausfalls konnte jedoch auch zu diesem Zeitpunkt niemand nennen. Stattdessen erhielten die Betroffenen bereits ein Formular zur Beantragung einer Entschädigung.
Für die Redaktion von Nahe News hatte der Ausfall erhebliche Folgen. Neben der fehlenden Internetverbindung war auch die telefonische Erreichbarkeit über das Festnetz nicht mehr gegeben. Dadurch wurde die tägliche Berichterstattung erheblich erschwert. Die Kommunikation mit Behörden, Feuerwehren, Unternehmen, Vereinen und Lesern war nur noch eingeschränkt möglich. Auch die Anzeigenabteilung ist derzeit ausschließlich über Mobilfunk erreichbar.
Kritik übt die Redaktion insbesondere an der Kommunikation des Unternehmens. Trotz mehrerer E-Mails an O₂ sei zunächst keine schriftliche Rückmeldung erfolgt. Eine Information über den aktuellen Bearbeitungsstand oder die voraussichtliche Dauer der Entstörung habe es ebenfalls nicht gegeben.
Nahe News hat O₂ deshalb im Rahmen einer Presseanfrage einen Fragenkatalog übermittelt. Darin wird unter anderem gefragt, warum die Bearbeitung der Störung erst rund 25 Stunden nach der ersten Meldung aufgenommen wurde, weshalb der Ausfall auch nach mehr als 65 Stunden noch andauert und warum die betroffenen Kunden nicht regelmäßig über den aktuellen Stand informiert wurden. Außerdem möchte die Redaktion wissen, wie O₂ die Tatsache bewertet, dass während des Ausfalls auch die Festnetztelefonie nicht zur Verfügung stand und damit über diesen Anschluss keine Notrufe möglich waren.
Für die Beantwortung der Presseanfrage hatte Nahe News dem Unternehmen eine Frist bis Freitag, 24. Juli, 10 Uhr, eingeräumt. Bis zum Ablauf dieser Frist lag der Redaktion keine Stellungnahme von O₂ vor.
Am heutigen Freitag wurde O₂ nochmals telefonisch kontaktiert. Bei dem 31-minütigen Gespräch wurde man dreimal verbunden und zum Schluss wurde bei der vierten Weiterleitung das Gespräch unterbrochen und ein Rückruf erfolgte nicht.






