HOCHSTETTEN-DHAUN. Beim geplanten Batteriespeicherprojekt in Hochstetten-Dhaun sind wichtige nächste Schritte vereinbart worden. Auf Initiative der heimischen Bundestagsabgeordneten Julia Klöckner kamen Vertreter der Ortsgemeinde, des Projektentwicklers, der Investoren und des Netzbetreibers Westnetz zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Dabei wurden technische Fragen erörtert und konkrete Perspektiven für die weitere Entwicklung des Standorts ausgelotet.
„Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist es entscheidend, dass alle Beteiligten direkt miteinander sprechen und nicht nur über Schreiben und E-Mails kommunizieren“, erklärt Julia Klöckner. „Viele Fragen lassen sich besser klären, wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen, Argumente austauschen und offen darüber sprechen, was technisch, wirtschaftlich und rechtlich möglich ist.“
Ein wichtiges Signal war die Teilnahme von Westnetz mit mehreren Vertretern aus unterschiedlichen Fachbereichen, darunter auch Geschäftsführerin Gudrun Alt. Dadurch konnten die Anforderungen des Netzbetriebs unmittelbar mit den Perspektiven der Gemeinde und der Projektverantwortlichen zusammengebracht werden.
„Die Energiewende entscheidet sich nicht nur an großen politischen Zielen, sondern ganz konkret vor Ort“, so Julia Klöckner. „Gerade bei Infrastrukturprojekten brauchen wir den Dialog zwischen Kommunen, Unternehmen und Netzbetreibern. Nur wenn alle Beteiligten ihre Sicht einbringen können, entstehen Lösungen, die langfristig tragen.“
Batteriespeicher werden künftig eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. Sie können Strom aus erneuerbaren Quellen aufnehmen, wenn beispielsweise Photovoltaikanlagen mehr Energie erzeugen als unmittelbar benötigt wird, und diesen zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abgeben. Dadurch können erneuerbare Energien besser genutzt, Stromnetze stabilisiert und vorhandene Infrastruktur effizienter eingesetzt werden.
Für Hochstetten-Dhaun und die umliegende Region bietet das Projekt konkrete Chancen. Die Verbindung von erneuerbarer Energieerzeugung, Speichertechnologie und vorhandener Netzinfrastruktur kann zusätzliche Wertschöpfung vor Ort schaffen – etwa durch Investitionen, Aufträge für regionale Unternehmen sowie langfristige Einnahmemöglichkeiten für die Kommune. Gleichzeitig kann ein Batteriespeicher dazu beitragen, den vor Ort erzeugten Strom besser zu nutzen und die Energieversorgung zukunftsfähiger aufzustellen.
Der Standort bietet dafür besondere Voraussetzungen: Bereits heute bestehen Photovoltaikanlagen, weitere Ausbaupotenziale sind vorhanden und mit dem Umspannwerk steht eine wichtige Infrastruktur für die regionale Energieversorgung zur Verfügung.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen verschiedene Speicheransätze. Neben einem Grünstromspeicher, der direkt mit erneuerbaren Energieanlagen verbunden ist, wurde auch darüber gesprochen, welche weiteren netzdienlichen Speicherlösungen am Standort grundsätzlich möglich sind.
Aus dem gemeinsamen Austausch haben sich konkrete nächste Schritte ergeben: Der Grünstromspeicher für Hochstetten-Dhaun soll kurzfristig genehmigungsseitig weiter vorangebracht werden. Parallel dazu wird Westnetz prüfen, welche technischen Lösungen zwischen einem reinen Grünstromspeicher und weiteren Speicheroptionen möglich sind und wie diese netzdienlich umgesetzt werden können.
Die Prüfung soll durch die zuständigen Fachbereiche begleitet und als eigenes Projekt strukturiert werden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut soll fortgeführt werden, um eine unabhängige wissenschaftlich-technische Bewertung einzubeziehen.
Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell begrüßt den weiteren Prozess: „Für die Gemeinde ist wichtig, dass alle Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen. Gerade bei komplexen Projekten hilft der direkte Austausch, die unterschiedlichen Anforderungen besser zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“
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