BAD KREUZNACH. Glücklich und dankbar kann es Guy-Amalia eigentlich gar nicht fassen. Er ist der erste Patient von INTERPLAST, der in der Plastischen Chirurgie im Krankenhaus Marienwörth operiert wurde. Auch nach dem Umzug der Abteilung von der Ringstraße in die Mühlenstraße bleibt Prof. Jens Rothenberger und sein Team der INTERPLAST Sektion Bad Kreuznach treu.
Vor ein paar Wochen erreichte der Hilferuf eines befreundeten Arztes Dr. Reinald Duerksen aus der Demokratischen Republik Kongo DRC Dr. André Borsche von Interplast. Duerksen errichtet dort gerade eine Augenstation der Christoffel-Blinden Mission CBM in Kinshasa, der Haupstadt von DRC . Ein lieber Freund von ihm hatte sich bei der Arbeit eine schwere Verletzung des Unterarmes zugezogen mit Durchtrennung von Nerven, Sehnen und Gefäßen. Auf den zugesandten Fotos und Videos war eine komplette Lähmung des Ellennervens zu erkennen mit schwerster Behinderung der Handbeweglichkeit. Diese Verletzung konnte vor Ort nicht fachgerecht versorgt werden. So wagte er die Anfrage nach einer Versorgung in Deutschland und nach Rücksprache mit Dr. Mathis Renner, dem leiteden Oberarzt der Plastischen Chirurgie im Diakonie Krankenhaus, konnte unbürokratisch eine Behandlungszusage erteilt werden. Es dauerte dann noch ein paar Wochen bis die Visaformalitäten erledigt waren und Guy-Amalia nach Bad Kreuznach reisen konnte.
Nach einer kurzen Quarantäne erfolgte dann die Mikrochirurgische Operation: Der Ellennerv und die verletzen Sehen und Gefäße waren inzwischen so geschrumpft, dass Nerven-, Gefäß- und Sehnentransplantate aus dem Bein erforderlich wurden. Jens Rothenberger äußerte sich sehr zufrieden: „Es hat alles bestens geklappt und ich bin froh, dass wir dem Patienten so gut helfen konnten.“ Inzwischen erhält der französisch sprechende Patient regelmäßig ambulante Physiotherapie und Verbandswechsel. Eine Unterbringung in Bad Kreuznach arrangierte dankenswerterweise Sabine Herler, die sich weiterhin um die Betreuung von Interplast Patienten kümmert. Nun wird es allerdings noch einige Wochen dauern, bis die Funktion des Nerventransplantates sichtbar wird. Solange wird Guy-Amalia aber nicht in Deutschland bleiben, sein Rückflug ist bereits terminiert.
Wieder einmal hat das Netzwerk der unmittelbaren Hilfe von INTERPLAST in Bad Kreuznach erfolgreich gewirkt. In Zeiten vieler Krisen ist es uns besonders wichtig, ein Zeichen der Hoffung und Solidarität zu setzen.
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