StartNachrichtenKreis Bad KreuznachStaatssekretär Markus Wolf besuchte am Bahnhof Großbaustelle in Bad Münster am Stein/Ebernburg

Staatssekretär Markus Wolf besuchte am Bahnhof Großbaustelle in Bad Münster am Stein/Ebernburg

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG. Mit einer Investition von rund 30 Millionen Euro erhält der Bahnhof Bad Münster am Stein-Ebernburg in den kommenden Monaten ein völlig neues Gesicht. Bei einem Baustellentermin am Dienstag, 7. Juli informierten Vertreter der Deutschen Bahn, des Landes Rheinland-Pfalz, des Bundes, des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd sowie der Stadt Bad Kreuznach über den aktuellen Stand der Arbeiten und die Bedeutung des Großprojekts für die Region.

Seit März laufen die Bauarbeiten am wichtigen Eisenbahnknotenpunkt zwischen Nahe- und Alsenzbahn. Bis Juli kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Ziel ist ein vollständig barrierefreier Bahnhof mit modernen Bahnsteigen, Aufzügen, einer neuen Personenunterführung sowie einer deutlich verbesserten Aufenthaltsqualität. Insgesamt fließen rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung. Finanziert wird das Projekt überwiegend durch den Bund, das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Bad Kreuznach und die Deutsche Bahn.

Ismail Ertug zeigte sich über den Baufortschritt erfreut.

„Mit dieser Maßnahme schaffen wir mehr Komfort, mehr Sicherheit und vollständige Barrierefreiheit für unsere Fahrgäste“, betonte Ismail Ertug, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Gleichzeitig dankte er allen Projektpartnern für die gute Zusammenarbeit. Die Investition sei ein wichtiger Schritt, um den Bahnhof langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Auch der neue rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf bezeichnete die Modernisierung als ein starkes Signal für den Schienenverkehr in Rheinland-Pfalz. „Wir bauen den Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte Schritt für Schritt ab. Die Menschen sollen künftig komfortabler und pünktlicher mit der Bahn unterwegs sein“, sagte Wolf. Von der Maßnahme profitierten Pendler ebenso wie Touristen und alle Reisenden, die den Bahnhof als wichtigen Umsteigepunkt nutzen.
Stefan Schwinn, Leiter des Regionalbereichs Mitte Personenbahnhöfe der DB InfraGO AG, ordnete das Projekt in die umfangreichen Investitionen der Deutschen Bahn in Rheinland-Pfalz ein. Allein im Jahr 2024 investiere die Bahn rund 270 Millionen Euro in Bahnhöfe des Landes. „Wir verfolgen im Nahetal eine klare Gesamtstrategie und modernisieren die Strecke Schritt für Schritt“, erklärte Schwinn. Neben den neuen Aufzügen entstehen auch eine Photovoltaikanlage sowie deutlich mehr Fahrradabstellmöglichkeiten. Die Bahnsteige werden auf eine Höhe von 55 Zentimetern gebracht und ermöglichen künftig einen nahezu stufenlosen Einstieg in die Züge.

Für Bürgermeister Thomas Blechschmidt war die Finanzierung trotz des vergleichsweisen geringen kommunalen Anteils eine große Herausforderung. Umso größer sei die Freude, dass gemeinsam mit Land, Bund und Bahn eine tragfähige Lösung gefunden werden konnte. „Bad Münster am Stein-Ebernburg ist der schönste Stadtteil unserer Stadt. Deshalb freut es mich besonders, dass hier eine so wichtige Infrastrukturmaßnahme umgesetzt wird“, sagte Blechschmidt mit einem Lächeln.

Der Verbandsdirektor Zweckverband ÖPNV,  Michael Heilmann verwies auf die langfristigen Perspektiven der Nahestrecke. Die 240 Meter langen Bahnsteige seien bereits für künftige Betriebskonzepte ausgelegt. So könnten ab der zweiten Hälfte der 2030er Jahre Züge aus dem Alsenztal in Bad Münster mit Zügen der Nahestrecke gekoppelt werden und ohne Umstieg in Richtung Frankfurt fahren. Gleichzeitig werde der Dieseleinsatz auf der Strecke langfristig durch moderne Antriebstechnologien ersetzt.
Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach Andrea Silvestri sprach bewusst lieber von einem „Verbindungsbahnhof“ als von einem Trennungsbahnhof. „Das Verbindende passt viel besser zu diesem Ort“, sagte sie. Der Bahnhof sei für Bad Münster am Stein-Ebernburg und die umliegenden Gemeinden von großer Bedeutung. Nach Jahrzehnten der Diskussionen freue sie sich, dass der Bahnhof nun „aus seinem Dornröschenschlaf erwacht“.

Emotional wurde es auch bei Ortsvorsteherin Birgit Ensminger-Busse. Sie erinnerte daran, dass sich das Projekt bereits seit mehr als zehn Jahren hinziehe. Trotz schwieriger Haushaltslage sei es gelungen, gemeinsam die Finanzierung auf den Weg zu bringen. „Der zukünftige Bahnhof ist ein großes Geschenk für unseren Stadtteil und für ganz Bad Kreuznach“, sagte sie.
Bei der anschließenden Baustellenführung erläuterte die technische Projektleiterin, Marie Rößler die laufenden Arbeiten. Die bisherigen Mittelbahnsteige werden vollständig erneuert, eine neue Personenunterführung mit barrierefreiem Zugang zur Berliner Straße gebaut und erstmals Aufzüge eingebaut. Während der Bauzeit bleibt der Zugverkehr über eine eigens errichtete Hilfsbrücke auf Gleis 3 aufrechterhalten. Trotz der beengten Platzverhältnisse liege das Projekt nach anfänglichen Verzögerungen inzwischen wieder weitgehend im Zeitplan. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Bahnhof über fünf Gleise und vier Bahnsteigkanten verfügen – allerdings in einer modernen und deutlich komfortableren Ausführung.














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