Beim Bau von Schlüsselkasten aus Buchenholz alle Schlüsselqualifikationen abverlangt
BAD KREUZNACH. Ein Schlüsselkasten aus Buchenholz in maximal siebenstündiger Arbeit anfertigen – das war in diesem Jahr die praktische „Handprobe“ bei der Tischler-Gesellenprüfung für die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. In der Werkstatt der Berufsbildenden Schule Bad Kreuznach stellten sich an zwei Tagen acht junge Männer im Alter zwischen 18 und 31 Jahren dieser durchaus anspruchsvollen Aufgabe.
Sie fordert in der praktischen Umsetzung von der Arbeitsvorbereitung nach vorliegender technischer Zeichnung mit allen Maßen die wichtigsten handwerklichen Fähigkeiten, sozusagen die beruflichen „Schlüsselqualifiktionen“. Den Umgang mit Feinsäge, Stechbeitel und Klöpfel bei der Bearbeitung von Buchenholz konnten die Prüflinge in den heimischen Werkstätten intensiv üben. Mit Bekanntgabe der mitzubringenden Materialien hatten sie schließlich schon eine gewisse Vorstellung, wohin die Reise diesmal geht. So stellte die Aufgabe den diesmal recht kleinen Abschluss-Lehrgang vor keine unlösbaren Aufgaben, wie der Prüfungsausschuss um Vorsitzenden Marc Spira und die Fachlehrer Markus Berger und Jörg Hachenthal feststellen konnten. Allerdings ist unbedingte Konzentration schon beim Studieren der technischen Zeitung vor Arbeitsbeginn nötig – wie schnell hat man sich um ein paar Millimeter vermessen. Und dann wird es schwierig beim Zusammenleimen der Eckverbindungen, für die wieder der traditionsreiche klassische Schwalbenschwanz gefordert war. Dieses Verzinken werde zwar im späteren Berufsleben nicht mehr oft gefordert, sagt Fachlehrer Markus Berger, aber können sollte man es halt. Auch der Umgang mit den Verarbeitungsmaschinen wie Fräse und Langlochbohrmaschine wird vorausgesetzt
. In diesem Jahr stand das Traditionshandwerk mit Hartholz etwas stärker im Fokus, nachdem die Prüfungskommission in den vergangenen Jahren stärker auf Plattenwerkstoffe und Lamellos als unsichtbare Verbindungsmittel gesetzt hatte. Prüfungsausschuss-Vorsitzender Tischlermeister Marc Spira (Hargesheim) zeigte sich mit der Leistung der künftigen Tischlergesellen durchweg zufrieden. „Ein kleiner, aber sehr guter Jahrgang,“ ergänzt BBS-Fachlehrer Markus Berger. Im nächsten Jahr sind wieder mehr Azubis am Start – darunter wieder junge Frauen. Dass Azubis ihre Lehre zwischendurch abbrechen, ist auch bei den Tischlern keine Ausnahme: Fast die Hälfte eines Jahrgangs ändert während der dreieinhalbjährigen Ausbildung den ursprünglich begonnenen Berufsweg.





