StartBlaulicht ReportFeuerwehr im Dauereinsatz: Waldbrand und fünf weitere Einsätze am Extremwochenende

Feuerwehr im Dauereinsatz: Waldbrand und fünf weitere Einsätze am Extremwochenende

VG RÜDESHEIM. Das bislang heißeste Wochenende des Jahres hat die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim an ihre Belastungsgrenze gebracht. Während seit Samstagnachmittag der Großbrand am Rotenfels bei Traisen die Einsatzkräfte in Atem hält, mussten die Feuerwehrfrauen und -männer parallel fünf weitere Einsätze bewältigen. Unterstützung erhielten sie dabei von Feuerwehren aus der gesamten Region.
Der Waldbrand bei Traisen entwickelte sich bereits am Samstag zu einem Großeinsatz. Nachdem der Landkreis Bad Kreuznach am Abend die Einsatzleitung übernommen hatte, waren zu diesem Zeitpunkt zeitweise mehr als 300 Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Doch kaum war der erste Alarm ausgelöst, folgte bereits der nächste Notruf. Nur zehn Minuten später stand auf einem Wirtschaftsweg zwischen Argenschwang und Spabrücken ein Traktor mit einer Heuballenpresse in Vollbrand. Beim Eintreffen der Feuerwehr Spabrücken-Hergenfeld hatten die Flammen bereits auf die ausgetrocknete Vegetation übergegriffen.

Gemeinsam mit den Feuerwehren aus Allenfeld, Argenschwang, Dalberg und Winterbach gelang es den rund 30 Einsatzkräften unter der Leitung von Heiko Zuck, den Brand einzudämmen. Atemschutzgeräteträger bekämpften das Feuer am Traktor und der Ballenpresse, während weitere Kräfte den Flächenbrand löschten. Da sämtliche Tanklöschfahrzeuge der Verbandsgemeinde bereits beim Waldbrand in Traisen eingesetzt waren, unterstützte die Feuerwehr Stromberg mit einem Tanklöschfahrzeug die Wasserversorgung. Die Firma Werner Thilmann half mit einem Teleskoplader dabei, die Ballenpresse zu öffnen, damit das darin befindliche Heu vollständig abgelöscht werden konnte. Dennoch wurden Traktor und Ballenpresse komplett zerstört. Der Flächenbrand konnte auf rund 700 Quadratmeter begrenzt werden.

Am Nachmittag rückte die Feuerwehr Norheim gemeinsam mit der Feuerwehr Bad Kreuznach zu einer Personenrettung zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein aus und unterstützte dort die Rettungsmaßnahmen.
Auch am späten Samstagabend blieb keine Zeit zum Durchatmen. Gegen 22.54 Uhr meldeten mehrere Anrufer einen Feldbrand zwischen Rüdesheim und Mandel. Nach einer Überprüfung stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Fehlwahrnehmung handelte. Der weithin sichtbare Feuerschein stammte vom weiterhin brennenden Wald am Rotenfels.

Foto: Feuerwehr VG Rüdesheim

Am Sonntagnachmittag wurden die Feuerwehren dann zu einem Verkehrsunfall auf der L236 zwischen Hargesheim und Windesheim alarmiert. Gegen 13.25 Uhr waren in Höhe der Abfahrt zum Breitenfelser Hof ein Audi und ein Skoda frontal zusammengestoßen. Drei Personen wurden leicht verletzt. Die Feuerwehr Rüdesheim übernahm bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Erstversorgung der Verletzten und stellte den Brandschutz sicher. Die Feuerwehr Hargesheim-Roxheim kümmerte sich um die Absicherung der Unfallstelle sowie die Sicherung der Fahrzeugbatterien. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten blieb die Landesstraße voll gesperrt. Nach rund einer Stunde war der Einsatz beendet.

Foto: Feuerwehr VG Rüdesheim

Nur wenig später wurden die Feuerwehren erneut alarmiert. Gegen 15.30 Uhr gerieten in der Nähe des Bockenauer Lindenhofs rund sieben Hektar Stoppelacker sowie etwa 100 Quadratmeter Waldfläche in Brand. Die weithin sichtbare Rauchsäule ließ zunächst Schlimmeres befürchten. Da die Tanklöschfahrzeuge aus Bockenau und Rüdesheim weiterhin beim Waldbrand am Rotenfels im Einsatz waren, wurden zusätzliche Kräfte aus Westhofen, Wörrstadt, Alzey sowie die Tanklöschfahrzeuge aus Bad Sobernheim und Kirn nachalarmiert. Rund 50 Einsatzkräfte unter der Leitung von Jörn Trautmann verhinderten erfolgreich, dass die Flammen auf den angrenzenden Wald übergriffen. Gegen 17.30 Uhr war auch dieser Einsatz beendet.

Der Flächenbrand in Höhe des Lindenhofs. Im Hintergtrund ist die Rauchwolke vom Rotenfels zu sehen. Leserfoto: Udo Flick


Für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim bedeutete das Wochenende einen der arbeitsreichsten Einsätze der vergangenen Jahre. Trotz extremer Temperaturen, mehrerer paralleler Einsatzlagen und hoher körperlicher Belastung gelang es den Einsatzkräften, alle Einsätze professionell abzuarbeiten und größere Schäden zu verhindern.


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