StartNachrichtenKreis BirkenfeldAuftakt an der Ida-Purper-Schule: Landrat startete neue Besuchsreihe

Auftakt an der Ida-Purper-Schule: Landrat startete neue Besuchsreihe

KREIS BIRKENFELD. Nachdem Landrat Miroslaw Kowalski im Jahr 2025 alle 96 Städte und Gemeinden im Nationalparklandkreis Birkenfeld besucht hat, setzt er nun einen neuen Schwerpunkt: Bis zu den Sommerferien will er sich ein Bild von den insgesamt elf weiterführenden Schulen und Förderschulen in Trägerschaft des Kreises machen. Den Auftakt bildete ein Besuch an der Kooperativen Realschule plus (Ida-Purper-Schule) in der Vollmersbachstraße in Idar-Oberstein.

„Mir geht es bei diesen Terminen darum, die Akteure vor Ort kennenzulernen und mehr über die jeweiligen Schulen sowie ihre Bedürfnisse zu erfahren. Wichtig ist mir auch der offene Austausch über aktuelle Themen“, erläuterte Kowalski die Zielsetzung seiner Besuchsreihe.

Als Schulträger ist der Landkreis insbesondere für Gebäude, Ausstattung sowie Bau- und Sanierungsmaßnahmen verantwortlich. Zudem stellt er das nichtpädagogische Personal wie Sekretariat, Hausmeister und Reinigungskräfte.

An der Ida-Purper-Realschule – sie ist seit 2010 nach der Ehrenbürgerin der Stadt Idar-Oberstein benannt, die als Unternehmerin in der Edelsteinbranche erfolgreich war und sich zugleich als Lokalpolitikerin durch ein hohes soziales Engagement auszeichnete – wurde der Landrat von vier Vertretern der Schulleitung empfangen. Rektorin Simone Busch, Konrektorin Katrin Drießlein, der didaktische Koordinator Wilfried Kliebisch und der pädagogische Koordinator Philip Wilson führten ihn durch die Schule, an der rund 40 Lehrkräfte etwa 470 Schülerinnen und Schüler unterrichten.

Mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen erklärte Rektorin Busch: „Wir rechnen vorerst weiterhin mit steigenden Anmeldezahlen. Für das Schuljahr 2026/2027 liegen bereits 89 Anmeldungen für die fünften Klassen vor. Damit bleiben wir in den fünften Klassen voraussichtlich vierzügig – obwohl unsere Raumkapazitäten eigentlich auf drei Züge ausgelegt sind.“

Seit August 2025 besteht zudem eine besondere Situation: Aufgrund von Umbauarbeiten an der Peter-Caesar-Förderschule in Göttschied sind drei Klassen vorübergehend an die Ida-Purper-Realschule ausgelagert. Sie werden für etwa zwei Jahre in den bestehenden Pavillons auf dem Schulgelände unterrichtet.

Dies bringe organisatorische Herausforderungen mit sich, etwa bei der Nutzung von Fachräumen oder der Sporthalle, berichtete Wilfried Kliebisch. Dennoch zieht die Schulleitung ein positives Fazit: „Wir sind selbst positiv überrascht, wie reibungslos das Miteinander funktioniert.“ Ein besonderes Lob galt dabei den Schülerinnen und Schülern, die die Förderschulklassen offen aufgenommen hätten. „Kooperation wird bei uns – wie es schon der Schulname sagt – gelebt“, betonte Rektorin Busch.

An einer Kooperativen Realschule plus werden die Jugendlichen nach der gemeinsamen Orientierungsstufe ab Klasse 7 in abschlussbezogenen Klassen unterrichtet. Je nach Bildungsgang erreichen sie nach Klasse 9 die Berufsreife oder nach Klasse 10 den Sekundarabschluss I („Mittlere Reife“). Ein Wechsel zwischen den Leistungsebenen bleibt dabei möglich.

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Hervorgehoben wurde im Gespräch auch die Durchlässigkeit des regionalen Bildungssystems. Den Abgängern an der Ida-Purper-Realschule stehen vielfältige Wege offen. Neben dem Start einer Berufsausbildung gibt es für die Jugendlichen mehrere Optionen, ihre Schullaufbahn fortzusetzen – etwa an der direkt benachbarten Berufsbildenden Schule (BBS) mit dem beruflichem Gymnasium und den dortigen Fachrichtungen Wirtschaft und Technik oder an den Oberstufen der beiden Idar-Obersteiner Gymnasien beziehungsweise der Integrierten Gesamtschule (IGS) Herrstein-Rhaunen.

Ein wichtiger Baustein der Berufsorientierung ist zudem das Jobfux-Projekt. Der zuständige Ansprechpartner Daniel Prinz hat seit 2017 sein Büro in der Ida-Purper-Realschule und unterstützt die Jugendlichen direkt vor Ort beim Übergang in Ausbildung oder weiterführende Bildung. Auch mit ihm tauschte sich der Landrat in einem kurzen Gespräch aus.

Darüber hinaus stellte die Schulleitung besondere Schwerpunkte der Schule vor. Die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) schon lange einen hohen Stellenwert an der Schule und zum kommenden Schuljahr ist geplant, Informatik ab der siebten Klasse verpflichtend einzuführen.

Ein Vorzeigeprojekt ist der Schulsanitätsdienst, der im vergangenen Jahr beim landesweiten Wettbewerb „Sich einmischen – was bewegen“ von Ministerpräsident Alexander Schweitzer ausgezeichnet wurde. Auch die historisch-politische Bildung hat einen festen Platz an der Ida-Purper-Schule, etwa durch die traditionelle Studienfahrt der Abschlussklassen ins Elsass mit Besuch der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof oder durch Diskussionsveranstaltungen mit Lokalpolitikern wie zuletzt unter dem Motto „Demokratie leben“ im Vorfeld der Landtagswahl.

Kulturell setzt die Schule ebenfalls Akzente – etwa mit dem traditionellen Weihnachtskonzert oder besonderen Veranstaltungen wie dem Gastspiel der Jazz-Combo des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, die unter dem Titel „Kornett statt Knarre“ ihr junges Publikum begeisterte.

Ein weiteres Thema beim Besuch des Landrats war der bauliche Zustand einzelner Bereiche auf dem Schulgelände. Die Schulleitung zeigte Kowalski einige Beispiele dafür, wo aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht. Zugleich betonte Rektorin Busch aber auch, dass „schon einiges auf den Weg gebracht wurde“ und beispielsweise für den Sommer 2027 die Grundsanierung des Naturwissenschafts-Fachraums angekündigt ist.

Zudem soll mithilfe von Fördermitteln die Sporthalle der Ida-Purper-Realschule, die von insgesamt drei Schulen und mehreren Vereinen genutzt wird, in eine moderne Multifunktionshalle umgewandelt werden. Hier muss aber noch geklärt werden, ob eine umfassende Sanierung oder doch ein Neubau die wirtschaftlichere Lösung ist, so der Landrat.

Er nahm von seinem Besuch in der Ida-Purper-Realschule einen positiven Eindruck mit und betonte: „Hier wird aus den vorhandenen Begebenheiten das Beste gemacht, um gutes Lernen zu ermöglichen.“


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