Friedensstadt-Initiative: Mehr Friedenskonferenzen nach Bad Kreuznach holen
BAD KREUZNACH. Die kürzlich gegründete Initiative „Friedensstadt Bad Kreuznach“ erinnert an ein hochrangiges, afrikanisches Versöhnungstreffen Ende Mai 1995 in Bad Kreuznach und schlägt vor, in der Nahe-Stadt mehr Friedenskonferenzen auszurichten.
Am 30. Mai 2026 jährt sich zum 31. Mal die als Geheimtreffen geplante Zusammenkunft des ugandischen Staatschefs Yoweri Museveni (seit 1986 Präsident von Uganda) mit dem zairischen Präsidenten Mobutu Sese Seko (von 1965 bis 1997 Präsident der Dem. Rep. Kongo bzw. Zaires). Sie kamen laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf Vermittlung des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel sowie des CDU-Bundestagsabgeordneten Hans Stercken und seines baden-württembergischen CDU-Landtagskollegen Rudolf Decker Ende Mai 1995 in Bad Kreuznach zusammen. „Der Spiegel“ und die Tageszeitung „taz“ berichteten über das Treffen, das im Kurhaus über die Bühne ging. Die beiden afrikanischen Staatschefs galten zuvor als erbitterte Gegner im Ruanda-Konflikt. Sie suchten in Bad Kreuznach den Medienangaben zufolge nach einer Annäherung und sollen dabei auch erfolgreich gewesen sein.
Für Bad Kreuznach war dieses Treffen nach der historischen Begegnung von Frankreichs Premierminister de Gaulle (kurze Zeit später frz. Staatspräsident) und Bundeskanzler Adenauer (CDU) am 26.11.1958 im Kurhaus das zweite große Versöhnungstreffen. Im Jahr 2025 richtete außerdem die bundesweite Friedensorganisation „Sicherheit neu denken“ ihr 10-Jahres-Jubiläumstreffen mit einer internationalen Konferenz auf der Ebernburg aus. Auf die Friedensstadt Bad Kreuznach als Tagungsort fiel die Wahl, weil „Sicherheit neu denken“ bei seinen Beratungen ganz bewusst an den Versöhnungsimpuls des Treffens von de Gaulle und Adenauer in Bad Kreuznach anknüpfen wollte. Auch die katholische Friedensorganisation pax christi wählte die Friedensstadt Bad Kreuznach 2025 als Ort für eine Regionaltagung aus.
Die Initiative „Friedensstadt Bad Kreuznach“ schlägt nun vor, die Erfahrungen Bad Kreuznachs mit Friedenskonferenzen zu nutzen und mit diesem Standortfaktor gezielt zu werben. Damit könne man als Stadt nicht nur etwas für den Frieden tun, sondern auch die Wirtschaftskraft vor Ort durch das Ausrichten von Friedenskonferenzen stärken. Der Initiative „Friedensstadt Bad Kreuznach“ gehören an: Christiane Gericke-Ramezani, Annalena Prott, Katja Rau, Ursula Rindt, Markus Bach, Gianluca Giongo und Prof. Wolfgang Vieweg.
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