LANGENLONSHEIM/ANTALYA. Beim diesjährigen Turkish World Cup des Kickboxverbandes WAKO in Antalya sorgten Theresa Pekrul und der Sportclub Rhein-Nahe e.V. für ein sportliches Ausrufezeichen auf internationaler Bühne. Das hochkarätige Turnier zählt weltweit zu den bedeutendsten und stärksten Worldcup-Veranstaltungen im Kickboxen. Rund 3000 Starts aus 43 Nationen und 97 Vereine nahmen an dem hochklassig besetzten Wettbewerb teil. Allein aus Deutschland waren 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit insgesamt 44 Starts vertreten, um sich auf dem internationalen Parkett zu messen.
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Bereits im Vorfeld reisten Theresa Pekrul und ihr Coach Dirk Pekrul gemeinsam mit Emma Meineke vom Trainingsraum Braunschweig nach Antalya. Dort stieß außerdem Mali Risov vom Fightclub Lopez aus Moers zum Team. Nach der offiziellen Waage und dem medizinischen Check-up begann das Turnier für die deutschen Athletinnen äußerst erfolgreich. Mali Risov sicherte sich nach vier intensiven Kämpfen die Goldmedaille in der Klasse bis 50 Kilogramm der Older Cadets, während Emma Meineke das Finale der Juniorinnenklasse bis 50 Kilogramm erreichte und sich dort nur knapp geschlagen geben musste.
Am folgenden Wettkampftag stand die Disziplin Pointfight auf dem Programm, bei der sich Theresa Pekrul in absoluter Weltklasseform präsentierte. Für den Sportclub Rhein-Nahe e.V. startete sie zunächst in der Klasse bis 55 Kilogramm. Nach Siegen gegen Saadet Arslan aus der Türkei und Soledad Aguilar aus Guatemala traf sie im Finale auf die ehemalige Europa- und Weltmeisterin Ana Jovic aus Kroatien. Pekrul behielt die Oberhand, gewann Gold und trat direkt im Anschluss zusätzlich für Deutschland in der Eliteklasse bis 60 Kilogramm an. Nach Erfolgen über Funda Gulec (Türkei) und Anna Schmidl (Österreich) kam es im Finale zum erneuten Aufeinandertreffen mit Ana Jovic. Auch dieses Duell entschied die Athletin aus Rheinland-Pfalz für sich und sicherte sich damit bereits ihren zweiten Worldcup-Titel des Tages. Parallel blieb Mali Risov im Pointfight der Older Cadets bis 50 Kilogramm nach drei Siegen ungeschlagen und holte ebenfalls Gold, während Emma Meineke in der Vorrunde nach einer unglücklichen Verlängerung gegen die spätere Siegerin ausschied.
Der Triumphzug von Theresa Pekrul setzte sich auch am Samstag fort. Im Lightcontact der Seniorenklasse bis 55 Kilogramm besiegte sie nacheinander Yuksel Unal aus der Türkei, Androniki Barmpouti aus Griechenland sowie ihre Bundeskaderkollegin Melanie Schmidl aus Köln jeweils souverän und feierte ihren dritten Turniersieg. Doch damit war der Erfolgshunger noch nicht gestillt. Am Sonntag startete Pekrul zusätzlich im Leichtkontakt bis 60 Kilogramm. Nach Siegen gegen die Türkinnen Melike Mut und Rabia Ozgen kämpfte sie sich erneut bis ins Finale vor, wo mit Rumeysa Cicek eine weitere starke einheimische Gegnerin wartete. Das Finale entwickelte sich zu einem emotionalen und äußerst intensiven Schlagabtausch. Nach einem harten Tritt in Pekruls Rücken protestierte Coach Dirk Pekrul lautstark am Mattenrand, was die Situation kurzzeitig so anheizte, dass sogar eine Disqualifikation im Raum stand. Theresa Pekrul ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, behielt die Nerven und sicherte sich auch diesen vierten Titel.
Am Ende der Turniertage stand eine beeindruckende Bilanz für das kleine deutsche Team zu Buche: sieben Goldmedaillen und Pokale sowie eine Silbermedaille. Besonders bemerkenswert ist dabei die Leistung des Sportclubs Rhein-Nahe e.V., der mit nur einer einzigen gestarteten Kämpferin zum besten deutschen Verein des gesamten Turniers avancierte. Da die Heimtrainer der anderen Athletinnen nicht mitreisen konnten, wurden alle Kämpferinnen vor Ort von Dirk und Theresa Pekrul betreut und gecoacht. Der Turkish World Cup gilt traditionell als richtungsweisendes Qualifikationsturnier für die anstehenden Europameisterschaften der Erwachsenen sowie die Weltmeisterschaften im Nachwuchsbereich, für die sich die Athletinnen mit diesen Leistungen bestens empfohlen haben.

Wenn Gedanken Wirklichkeit werden – Ein Triumph des Willens
Was sich am vergangenen Wochenende in Antalya abgespielt hat, grenzt an ein sportliches Märchen, ist aber vor allem das Ergebnis einer tiefen Wahrheit im Spitzensport: Wer den Erfolg im Kopf bereits visualisiert, schafft sich seine eigene Realität. Gedanken werden Wirklichkeit, wenn sie von unerschütterlichem Glauben an die eigene Stärke getragen werden. Vier Worldcup-Siege an einem einzigen Wochenende – in zwei völlig unterschiedlichen Disziplinen wie Pointfight und Leichtkontakt – holt man nicht zufällig. Theresa Pekrul hat bewiesen, dass Mut und Wille die absolut besten Voraussetzungen für solche historischen Siege sind.
Dieser Erfolg ist weit mehr als das Resultat von technischer Brillanz. Wahre Champions zeigen sich dann, wenn es ungemütlich wird. In einem Hexenkessel wie dem türkischen Finale gegen eine einheimische Kämpferin die Nerven zu behalten, nach einem harten Rückentreffer und hitzigen Diskussionen am Mattenrand nicht einzuknicken, erfordert extremen Mut. Theresa Pekrul hat sich durch nichts beirren lassen. Ihr eiserner Wille hat jede Ablenkung ausgeblendet und ihren Fokus genau dort gehalten, wo er hingehört: auf dem Sieg.
Dass der Sportclub Rhein-Nahe e.V. am Ende mit nur einer einzigen Athletin als bester deutscher Verein aus diesem gigantischen Turnier mit 3.000 Starts hervorgeht, ist ein sportliches Ausrufezeichen. Es zeigt, was möglich ist, wenn Visionen mit harter Arbeit gepaart werden. Dass Dirk und Theresa Pekrul vor Ort zudem noch die Betreuung vereinsfremder deutscher Starterinnen übernahmen, unterstreicht die menschliche Größe hinter diesem Erfolg. Hier wurde nicht nur für den eigenen Triumph gekämpft, sondern mit großem Herz für das gesamte Team. Vor dieser mentalen und sportlichen Höchstleistung kann man nur tief den Hut ziehen. Die Region darf stolz auf dieses Ausnahmetalent sein, das gezeigt hat, wie weit einen der eigene Wille tragen kann.









