BAD KREUZNACH. Zahlreiche Jugendliche nutzten am vergangenen Freitag die Gelegenheit, bei der traditionellen „Nacht der Ausbildung“ einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Unternehmen und Einrichtungen zu werfen. Die Veranstaltung wurde von der Wirtschaftsförderung der Stadt Bad Kreuznach gemeinsam mit 20 Bad Kreuznacher Firmen und Institutionen in der Zeit von 15 bis 21 Uhr organisiert. Ziel war es, junge Menschen auf die vielfältigen Ausbildungsangebote aufmerksam zu machen und ihnen einen direkten Austausch mit Auszubildenden und Ausbildern zu ermöglichen.
Auch Nahe News machte sich während der Veranstaltung ein Bild vor Ort und besuchte unter anderem die Kreisverwaltung Bad Kreuznach, das Unternehmen KHS sowie das Michelin-Werk.

In der Kreisverwaltung Bad Kreuznach standen aktuelle Auszubildende und Absolventen verschiedener Ausbildungsberufe an mehreren Stehtischen für Gespräche bereit. Interessierte Jugendliche konnten sich dort über die Tätigkeiten als Fachinformatiker für Systemintegration, Verwaltungsfachangestellte sowie über die Ausbildungswege im zweiten und dritten Einstiegsamt informieren. Ziel war es vor allem, Hemmschwellen abzubauen und einen direkten Einblick in den Verwaltungsalltag zu geben.

Auch Landrätin Bettina Dickes nahm sich Zeit für Gespräche mit den Besuchern. Im Gespräch mit Nahe News betonte sie, dass es bei der Kreisverwaltung keine feste Zahl an Ausbildungsplätzen gebe. „Es werden so viele Bewerberinnen und Bewerber eingestellt, wie wir gut finden. Wir freuen uns über jede Bewerberin und jeden Bewerber“, erklärte Dickes. Viele spätere Auszubildende hätten zuvor bereits Informationsveranstaltungen besucht oder erste Kontakte zur Verwaltung geknüpft. Dadurch verlaufe später auch das Bewerbungsgespräch deutlich entspannter.

Beim Maschinenbauunternehmen KHS lag der Schwerpunkt vor allem auf praktischen Einblicken in die technische Ausbildung. Ausbilder Julian Appel bezeichnete die Nacht der Ausbildung als wichtigen Treffpunkt für noch unentschlossene Jugendliche. In der offenen Ausbildungswerkstatt konnten Besucher den Maschinenpark besichtigen und unter anderem einen 3D-Drucker kennenlernen. Zudem wurde ein Prüfungsaufbau für angehende Mechatroniker präsentiert, um einen realistischen Eindruck der späteren Abschlussprüfung zu vermitteln.

Auch interaktive Mitmachaktionen sorgten für großes Interesse. Spielerisch konnten die Jugendlichen ihr technisches Verständnis testen. Angeboten werden bei KHS derzeit Ausbildungsplätze als Mechatroniker sowie als Zerspanungsmechaniker. Beide Ausbildungsberufe dauern dreieinhalb Jahre.
Im Bad Kreuznacher Werk von Michelin erhielten die Besucher spannende Einblicke in die moderne Reifenproduktion und die Ausbildungsberufe im Unternehmen. Ausbildungsleiter Igor Kauz erläuterte gemeinsam mit Auszubildenden verschiedene Mitmachstationen. Kleine Automatisierungsanlagen konnten ausprobiert werden, während Elektroniker und Industriemechaniker ihre täglichen Arbeitsabläufe präsentierten. Auch laufende Dreh- und Fräsmaschinen wurden vorgeführt.

Zusätzlich informierte Michelin über die angebotenen Ausbildungsberufe als Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik und IT-Systemelektroniker. Mehrere ausgestellte Reifen sowie ein Film über die Reifenherstellung vermittelten den Besuchern einen anschaulichen Eindruck der Produktionsabläufe.

Kauz berichtete zudem, dass in den vergangenen Jahren mehrfach Besucher der Nacht der Ausbildung später erfolgreich ihre Ausbildung im Unternehmen begonnen hätten. Allein im vergangenen Jahr seien nach erfolgreichem Abschluss zwei ehemalige Auszubildende übernommen worden.
Die „Nacht der Ausbildung“ zeigte erneut eindrucksvoll, wie wichtig der direkte Kontakt zwischen Unternehmen und jungen Menschen ist. Die zahlreichen Gespräche, praktischen Vorführungen und Mitmachaktionen boten den Jugendlichen wertvolle Orientierung für ihre berufliche Zukunft. Gleichzeitig konnten die Unternehmen frühzeitig potenzielle Nachwuchskräfte kennenlernen. Damit erwies sich die Veranstaltung erneut als Gewinn für beide Seiten und als wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.








