LANGENLONSHEIM. Für viele Fahrgäste und Anwohner kam die Änderung überraschend und sorgte zunächst für reichlich Irritationen im Alltag: Wer nach der vertrauten Bushaltestelle „Langenlonsheim, Kloningersmühle“ sucht, wird im aktuellen Fahrplan nicht mehr fündig. Der Stopp wurde in „Langenlonsheim, Robert-Stolz-Straße“ umbenannt. Doch dies ist kein Einzelfall im Ort, wie Karl-Wilhelm Höffler, Mitglied im Ortsgemeinderat und grüner Vertreter in der Zweckverbandsversammlung des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes (RNN), erläutert.
Hinter den Kulissen hat der RNN eine landkreisweite Reform vollzogen und zahlreiche Haltestellen umbenannt. Die neue Strategie sieht vor, statt historischer Gebäude oder markanter lokaler Bezugspunkte verstärkt umliegende Straßennamen als Bezeichnung heranzuziehen. „Der RNN machte das völlig autonom, leider ohne eine Rücksprache mit den Ortsgemeinden“, kritisiert Höffler das Vorgehen. Dabei gehe vielerorts der historische Bezug verloren, was nicht nur bei Traditionsbewussten für Kopfschütteln sorgt.
Besonders deutlich wird die Problematik laut Höffler im Ortskern: Die Haltestelle in der Dorfmitte, die über Jahrzehnte schlicht „Langenlonsheim, Kirche“ hieß, trägt nun den Namen „Heumarkt“. Dass der Bus dabei weiterhin unübersehbar direkt vor dem Kirchengebäude hält, scheint bei der Neubenennung keine Rolle gespielt zu haben.
Für die Bürger bedeutet dies vorerst eine Umstellung – und für die lokale Identität den Verlust altbekannter Orientierungspunkte im öffentlichen Nahverkehr.





