BINGEN. Die Stadt Bingen trauert um ihre frühere Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, ist sie am 1. April unerwartet verstorben. Sie wurde 69 Jahre alt.
Oberbürgermeister Thomas Feser würdigte die Verstorbene als prägende Persönlichkeit der Stadt: „Mit ihr verliert Bingen eine Frau, die diese Stadt wie kaum eine andere geprägt und vorangebracht hat.“
Die gebürtige Triererin kam bereits 1984 nach Bingen, das für sie schnell zur Heimat wurde. Nach ersten politischen Stationen im Stadtrat und innerhalb der CDU übernahm die Juristin am 1. August 1996 das Amt der Oberbürgermeisterin. Sie war damit nicht nur die erste Frau in Rheinland-Pfalz in diesem Amt, sondern auch das erste Binger Stadtoberhaupt, das durch eine Urwahl gewählt wurde.
Vor ihrer Zeit an der Spitze der Stadt sammelte Collin-Langen umfangreiche Erfahrungen in der Landespolitik, unter anderem im Wirtschaftsministerium, in der Staatskanzlei sowie bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz. Dieses Wissen brachte sie gezielt in die Entwicklung Bingens ein.
Während ihrer Amtszeit von 1996 bis 2012 setzte sie zahlreiche wichtige Projekte um. Besonders hervorgehoben werden die Landesgartenschau 2008, die Entwicklung von Gewerbegebieten sowie die Ansiedlung von Unternehmen und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch die Neugestaltung zentraler Plätze, die Eröffnung des Museums am Strom sowie der Bau eines Regionalbades gemeinsam mit Ingelheim gehen auf ihr Wirken zurück.
Über die Stadtgrenzen hinaus engagierte sich Collin-Langen politisch, unter anderem in der Frauen-Union sowie später als Abgeordnete im Europäischen Parlament. 2012 legte sie ihr Amt als Oberbürgermeisterin nieder, um nach Brüssel zu wechseln, wo sie bis 2019 tätig war.
Mit Birgit Collin-Langen verliere Bingen eine außergewöhnliche Persönlichkeit, so Feser weiter. Ihr Einsatz, ihr Gestaltungswille und ihre Verbundenheit zur Stadt seien bis heute an vielen Stellen sichtbar. Die Stadt werde ihr ein ehrendes Andenken bewahren.





