KREIS BIRKENFELD. Die Kreisverwaltung Birkenfeld setzt beim Thema klimafreundliche Mobilität ein deutliches Zeichen: Die Behörde hat ihren Fuhrpark umfassend modernisiert und um insgesamt 14 Elektrofahrzeuge erweitert. Bis auf einen noch ausstehenden Kleintransporter sind alle Fahrzeuge bereits im Einsatz und stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Dienstfahrten zur Verfügung.
Die neuen E-Autos werden größtenteils die bisherigen – häufig geleasten – Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen. Angeschafft wurden fünf Kleinwagen des Typs Peugeot E-208 mit einer Reichweite von bis zu 432 Kilometern, drei geländegängige Fahrzeuge mit erhöhter Bodenfreiheit (Opel Frontera Electric, Reichweite bis zu 304 Kilometer) sowie fünf Kompakt-SUV vom Typ BMW iX1 eDrive20 mit einer Reichweite von bis zu 476 Kilometern. Im April wird zudem ein E-Kleintransporter (Fiat Doblo) ausgeliefert, der künftig vom Veterinäramt genutzt wird.
Mit den angeschafften Fahrzeugtypen und deren unterschiedlichen Leistungsmerkmalen hinsichtlich Batteriekapazität, Leistung und Reichweite werden alle anfallenden Bedarfe im Fuhrpark der Kreisverwaltung abgedeckt.
Die Umstellung des kommunalen Fuhrparks ist mit einer Gesamtsumme von rund 950.000 Euro das zentrale Teilprojekt, für das der Nationalparklandkreis Birkenfeld vom Land Rheinland-Pfalz eine 100-prozentige Förderung aus dem „Kommunalen Investitionsprogramm Klima und Innovation“ (KIPKI) erhält. Insgesamt stehen dem Kreis aus diesem Fördertopf rund 1,18 Millionen Euro zur Verfügung.
Bevor Ende Januar 2026 die ersten E-Autos mit einem Gesamtbestellwert von circa 450.000 Euro abgeholt wurden, hatte es auf dem Gelände der Kreisverwaltung seit August 2025 umfangreiche Arbeiten zur Herstellung der entsprechenden Ladeinfrastruktur gegeben, in die rund 500.000 Euro investiert wurden. Umfassende Tiefbauarbeiten, Elektronikarbeiten und weitere Gewerke waren erforderlich, um dieses Großprojekt zu realisieren.
Nach Abschluss der umfassenden Arbeiten stehen fortan 9 Ladesäulen mit 18 Ladepunkten rund um die Verwaltungsgebäude zur Verfügung. Jedes neue E-Fahrzeug verfügt somit über einen eigenen Stellplatz. In Birkenfeld wurde übrigens das landesweit größte KIPKI-Projekt im Bereich „Mobilität für E-Pkw“ und die Schaffung der dazugehörigen Infrastruktur umgesetzt. Darüber hinaus wurde das Projekt auch so ausgelegt, dass weitere Kapazitäten zur Ausweitung der E-Mobilität gegeben sind.
Parallel zur Herstellung der Ladeinfrastruktur wurden auf den Dächern des Verwaltungsgebäudes 2 sowie des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 47 Kilowattpeak (kWp) installiert.
„Durch die Einrichtung eines dynamischen Lastmanagements und dessen Steuerung ist sichergestellt, dass unsere E-Fahrzeuge kostenoptimiert und zuverlässig mit eigenerzeugtem Solarstrom geladen werden. An sonnigen Tagen sind unsere E-Fahrzeuge kostenneutral unterwegs und Stromüberschüsse werden in den Verwaltungsgebäuden im laufenden Betrieb über das intelligente Lade- und Energiemanagement verbraucht“, erläutert Klimaschutzmanagerin Sina Leyendecker.
Sie hebt auch die mit dem Vorhaben umgesetzte Sektorenkopplung hervor. Die Vernetzung der Sektoren Strom und Verkehr ziele darauf ab, Synergieeffekte zu nutzen und die Energieeffizienz zu steigern. Ziel sei es, so die Klimaschutzmanagerin, bei der Kreisverwaltung die Nutzung von Erneuerbaren Energien kontinuierlich auszubauen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Sina Leyendecker leitet das umfassende KIPKI-Projekt in enger Abstimmung mit Oliver Klein vom Gebäudemanagement der Kreisverwaltung, der die technische Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen auf dem Behördengelände in Birkenfeld tatkräftig unterstützt. Beratend stand Alexander Ehl von der Beratungsstelle der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH in der Planungsphase des Projekts zur Verfügung und trug dadurch entscheidend zu dessen Erfolg bei.
Der Kauf der 14 E-Fahrzeuge war nach einer öffentlichen Ausschreibung über die Zentrale Beschaffungsstelle des Landes (ZBL) erfolgt. Der zuständige Ausschuss für Infrastruktur, Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (IWUK) hatte der Anschaffung im Oktober 2025 einstimmig zugestimmt. Durch die Bündelung über die Landesstelle konnte der Kreis von erheblichen Preisvorteilen von teilweise bis zu 30 Prozent profitieren.
„Mit den neuen Fahrzeugen richten wir den Fuhrpark unserer Kreisverwaltung konsequent zukunftsorientiert und klimafreundlich aus“, erklärt Landrat Miroslaw Kowalski. Durch die Umstellung auf Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor leiste die Verwaltung einen konkreten Beitrag zur CO₂-Reduzierung und senke zugleich langfristig die mit Dienstfahrten verbundenen Kosten. Ein weiterer positiver Effekt sei es, so der Landrat, dass man sich mit der Umrüstung auf eine E-Pkw-Flotte unabhängiger von schwankenden Benzin- und Dieselpreisen mache, die gerade aktuell wegen dem Iran-Krieg in die Höhe geschossen sind.
Zugleich versteht sich die Kreisverwaltung als Impulsgeber für die E-Mobilität im ländlichen Raum. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und das Bewusstsein für alternative Antriebe stärken“, sagt Miroslaw Kowalski, der privat selbst überzeugter E-Auto-Fahrer ist.
In diesem Zusammenhang verweist der Landrat – dessen Behörde auch für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig ist – ergänzend darauf, dass erst im Januar die Nahverkehrsbetriebe Birkenfeld (NVB) 20 Elektrobusse in Betrieb genommen haben, die seitdem im Nationalparklandkreis unterwegs sind.
„Beim Ausbau der E-Mobilität sind wir im Landkreis auf einem guten Weg. Die Anschaffung der 14 E-Fahrzeuge ist dank der KIPKI-Förderung diesbezüglich ein weiterer wichtiger und sinnvoller Schritt“, resümiert der Landrat.
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