KREIS BIRKENFELD. Um große Investitionen ging es am Dienstagabend in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (IWUK) des Landkreises Birkenfeld. Das Gremium vergab Aufträge in einem Gesamtvolumen von rund 957.000 Euro für die Instandsetzung der Kreisstraße 37 (Flugplatzstraße) in Idar-Oberstein sowie für die Fortführung der Arbeiten am Erweiterungsneubau der Realschule plus/Fachoberschule (FOS) in Birkenfeld.
Darüber hinaus beteiligt sich der Landkreis mit insgesamt knapp 985.000 Euro an drei geplanten Sanierungs- und Baumaßnahmen am gemeinsamen Standort der Integrierten Gesamtschule (IGS) und der Grundschule in Rhaunen. Diese stehen unter der Federführung der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen.
Als „sehr erfreulichen Punkt, der in diesem Gremium schon oft angesprochen wurde“, bezeichnete IWUK-Mitglied Armin Korpus (CDU) den kurz darauf einstimmig gefassten Beschluss zur Deckenerneuerung der Kreisstraße 37 zwischen dem Kreisverkehrsplatz Vollmersbachstraße in Idar und Göttschied. Die in einem schlechten Zustand befindliche Fahrbahn der wichtigen Zufahrtsstrecke zum Klinikum Idar-Oberstein wird auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern saniert.
Den Zuschlag erhielt die Firma Juchem Asphaltbau aus Niederwörresbach. Sie hatte bei der öffentlichen Ausschreibung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Bad Kreuznach mit einer Angebotssumme von 533.689 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Positiv: In der Haushaltsplanung war der Kreis noch von Investitionskosten in Höhe von 755.000 Euro ausgegangen. Das Submissionsergebnis liegt damit um fast 30 Prozent unter der ursprünglichen Kalkulation.
Der genaue Baubeginn steht noch nicht fest. Dieser müsse mit dem beauftragten Unternehmen abgestimmt werden, eine zeitnahe Umsetzung werde jedoch angestrebt, erklärte Dezernent Roland Praetorius auf Nachfrage. IWUK-Mitglied Thomas Roland gab allerdings zu bedenken, dass mit der Sperrung der Tiefensteiner Straße (B 422) bereits eine weitere Großbaustelle in Idar-Oberstein besteht. Der Umleitungsverkehr wird deshalb bis Juli über Veitsrodt, Vollmersbach und Idar geführt. Es sei daher zu prüfen, ob eine zusätzliche Sperrung der K 37 in diesem Zeitraum sinnvoll sei. „Sinnvoller erscheint es mir, dies auf das zweite Halbjahr zu verlegen“, so Roland.
Dass der Auftrag zur Deckenerneuerung der K 37 bereits jetzt vergeben werden konnte, ist auf die frühzeitige Beschlussfassung des Kreishaushalts 2026 und dessen Genehmigung durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier zurückzuführen. „Das erlaubt uns, wichtige Projekte frühzeitig in Angriff zu nehmen“, betonte Landrat Miroslaw Kowalski. Für dieses Vorgehen sprach auch Korpus der Kreisverwaltung ausdrücklich Lob aus.
Mit zwei weiteren Beschlüssen stellte der IWUK in seiner Sitzung die Weichen für die nahtlose Fortführung der Bauarbeiten am Erweiterungsneubau der Realschule plus/FOS in Birkenfeld. Seit Mai 2025 entsteht dort ein dreigeschossiger Neubau. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, informierte der Landrat. Der Rohbau soll bis Anfang März fertiggestellt werden. Anschließend folgen die Dachdecker- und Fensterarbeiten.
Wenn die Fensterbauer fertig sind, sollen voraussichtlich Ende April die Arbeiten für die vorgehängte Fassade starten. Für dieses Gewerk beauftragte der IWUK am Dienstagabend nach erfolgter Ausschreibung die Firma S + T Fassaden aus Mendig als wirtschaftlichsten Bieter. Die Auftragssumme beläuft sich auf 336.423 Euro.
Ebenfalls vergeben wurden die Trockenbau- und Innenputzarbeiten im Neubau. Diese sollen im April beziehungsweise Juni beginnen und bis Ende Juli abgeschlossen sein. Den Zuschlag erhielt die Firma Weiß und Csetey aus Beckingen (Saarland) mit einer Angebotssumme von 90.186 Euro.
Insgesamt investiert der Landkreis Birkenfeld als Schulträger – mit finanzieller Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und der Verbandsgemeinde Birkenfeld – rund 8,5 Millionen Euro in den Erweiterungsbau sowie in umfassende Modernisierungsmaßnahmen im Bestandsgebäude der Realschule und FOS.
Im Rahmen der Sitzung informierte die Verwaltung zudem über drei geplante Baumaßnahmen an der IGS und der Grundschule in Rhaunen. Die Kosten hierfür werden nach einem Verteilschlüssel gesplittet, der sich an den Schülerzahlen der IGS (hier ist der Kreis Träger) und der Grundschule (hier ist die VG Träger) orientiert: Rund 55 Prozent übernimmt der Landkreis, etwa 45 Prozent die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen.
Unter Federführung der Verbandsgemeinde wird die Elektroinstallation in den Schulgebäuden, die noch aus den 1960er-Jahren stammt, vollständig erneuert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 950.000 Euro, wovon der Kreis rund 525.000 Euro trägt.
Auch an der Sanierung der Heizungsanlage beteiligt sich der Landkreis. Die bestehende Ölheizung wird durch eine Kombination aus Pelletheizung und Wärmepumpen ersetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,24 Millionen Euro. Dank Zuschüssen aus drei Förderprogrammen reduziert sich der Eigenanteil des Kreises auf rund 183.400 Euro, jener der Verbandsgemeinde auf etwa 148.500 Euro.
Durch den Einbau der Wärmepumpen und dezentraler Lüftungsanlagen steigt zudem der Leistungsbedarf an Energie. Daher ist der Bau einer neuen Trafostation erforderlich. Die Kosten hierfür liegen bei 500.000 Euro, wovon der Landkreis einen Anteil von 276.300 Euro übernimmt.
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