BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG/NORHEIM. Eine Notlage, jede Sekunde zählt – und die Retter kommen keuchend auf dem Fahrrad, den schweren Materialanhänger im Schlepptau. Ein Bild, das zwar für Lacher sorgt, aber einen überaus ernsten Hintergrund hat. Dem DRK Ortsverein Rotenfels e.V. fehlt aktuell schlichtweg das „Zugpferd“ für seinen Materialanhänger. Mit der humorvollen Spendenkampagne „Biba Biba statt Wadenkrampf“ wendet sich das 100 % ehrenamtliche Team nun an die Öffentlichkeit und bittet um Starthilfe.
„Ganz so dramatisch, dass wir strampeln müssen, ist es zum Glück noch nicht“, schmunzelt Mark Douglass, Vorsitzender und Bereitschaftsleiter des DRK Ortsvereins Rotenfels, der für das augenzwinkernde – und natürlich rein virtuell erstellte – Kampagnenbild kurzerhand mit Blaulicht auf dem Kopf in die Pedale trat. „Aber die Realität ist trotzdem eine große Herausforderung: Wir haben einen hervorragend ausgestatteten Materialanhänger und hoch motivierte Einsatzkräfte. Was uns aber fehlt, ist ein eigenes Einsatzfahrzeug, um diesen Anhänger und die Mannschaft sicher zum Einsatzort zu bringen.“
Aktuell sind die Ehrenamtlichen darauf angewiesen, ihre privaten PKWs mit Anhängerkupplung für Sanitätsdienste, Blutspendetermine und den Katastrophenschutz zur Verfügung zu stellen. Um auch in Zukunft verlässlich helfen zu können, soll nun ein gebrauchter Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft werden.
Lokales Ehrenamt finanziert sich selbst
Was viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen: Das „eine große DRK“ gibt es so nicht. In der föderalen Verbandsstruktur des Deutschen Roten Kreuzes ist der Ortsverein Rotenfels rechtlich und finanziell eigenständig. Er erhält für Anschaffungen dieser Art keine staatlichen oder kommunalen Gelder und profitiert auch nicht direkt von Spenden an den DRK-Bundesverband. Das Team finanziert seine Arbeit – von der persönlichen Schutzausrüstung für über 1.000 Euro pro Helfer bis zum Verbandsmaterial – fast ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge selbst.
Dabei sind die Rotkreuz-Kameraden vom Rotenfels normalerweise diejenigen, die geben. In den vergangenen zwei Jahrzehnten spendete der Verein aus eigenen Mitteln beeindruckende 70.000 Euro an das DRK-Seniorenheim Rheingrafenstein in Bad Münster, die hauptsächlich den Bewohnern des Heims zugutegekommen sind. Zudem unterstützte der Verein den Kriseninterventionsdienst (KID) im Landkreis Bad Kreuznach mit mehreren tausend Euro und stiftete der Gemeinde Norheim zwei öffentlich zugängliche Defibrillatoren im Wert von knapp 5.200 Euro.
„Unsere finanziellen Mittel für Großprojekte sind nach diesen Spenden für die Gemeinschaft aktuell ausgeschöpft. Deshalb hoffen wir nun auf die Solidarität der Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen in der Region“, erklärt Douglass.
Hilfe, damit es wieder „Tatü Tata“ macht
Um das Spendenziel zu erreichen, hat der Verein eine Online-Spendenaktion auf der Plattform betterplace.org ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Biba Biba statt Wadenkrampf“ (in Anlehnung an das Martinshorn) kann dort unkompliziert und sicher gespendet werden. Jeder Euro fließt in die Anschaffung und den notwendigen Umbau (Funktechnik, Sondersignalanlage, Beklebung) des gebrauchten Einsatzfahrzeugs.
„Jeder Euro hilft uns, vom symbolischen Drahtesel auf einen echten Mannschaftswagen umzusteigen. Wir danken von Herzen für die Solidarität mit dem lokalen Ehrenamt.“, so Douglass abschließend.
Spenden können direkt online unter www.betterplace.org/p170982 oder www.drkrotenfels.de/bibamobil getätigt werden. Eine Spendenbescheinigung erhält man dort sofort automatisch.
Auch direkte Überweisungen auf die Vereinskonten (DE81 5605 0180 0006 0134 37 bei der Sparkasse Rhein-Nahe bzw. DE57 5609 0000 0012 4084 72 bei der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück) sind möglich. Selbstverständlich stellt der als gemeinnützig anerkannte Verein ab 50 € Spendenbescheinigungen aus.
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