Aufruf zur Weiterführung der Finanzierung – Folgen für Integration im Kreis Bad Kreuznach befürchtet
KEIS BAD KREUZNACH. Mit Bedauern nimmt der Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Bad Kreuznach, Oliver Kohl, die Entscheidung des BAMF zur Kenntnis, ab sofort keine Zulassungen zum Integrationskurs nach § 44 Abs. 4 AufenthG mehr zu erteilen. Diese Kürzung betrifft insbesondere Asylbewerber, Geduldete und Menschen aus der Ukraine, die nicht zur Teilnahme verpflichtet wurden.
„Diese Entscheidung ist ein Rückschlag für unsere Integrationsarbeit vor Ort. Wir sprechen hier von Menschen, die sich freiwillig um den Erwerb der deutschen Sprache bemühen – der Schlüssel zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Ihnen nun die Tür zu verschließen, widerspricht unserem gemeinsamen Ziel einer erfolgreichen Integration“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete.
Aufruf zur Wiederaufnahme der Finanzierung
Oliver Kohl appelliert an Bund und BAMF, die Finanzierung der Integrationskurse für freiwillige Teilnehmende schnellstmöglich wiederaufzunehmen. „In Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, motivierten Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verbauen. Denn Spracherwerb ist die wichtigste Grundlage für Integration, auch für die berufliche. Wer Sprache lernen möchte, sollte dabei unterstützt werden – das ist eine Investition in unsere Zukunft und in unsere Wirtschaft. „
Die angespannte Haushaltslage sei nachvollziehbar, doch die langfristigen Folgekosten durch verzögerte Integration seien weitaus höher: längere Abhängigkeit von Sozialleistungen, erschwerter Arbeitsmarktzugang und verzögerte wirtschaftliche Selbstständigkeit würden die öffentlichen Haushalte mittelfristig deutlich stärker belasten.
Konkrete Folgen für den Kreis Bad Kreuznach
Für den Kreis Bad Kreuznach zeichnen sich bereits jetzt Auswirkungen ab: Durch den Wegfall freiwillig Teilnehmender können freie Kursplätze nicht mehr zeitnah besetzt werden. Dies führt dazu, dass Kurse später starten oder die Mindesteilnehmerzahl nicht mehr erreicht wird. Gerade in ländlichen Regionen wie im Kreis Bad Kreuznach droht dadurch eine Schwächung der lokalen Bildungsinfrastruktur und der Verlust von Kursstandorten.
Fehlende Sprachkenntnisse erschweren die Jobsuche erheblich und verlängern die Abhängigkeit von Sozialleistungen. Die Folgekosten für die Kommunen und den Kreis sind nach Einschätzung von Oliver Kohl absehbar und werden wohlmöglich die vermeintlichen Einsparungen übersteigen.
„Erfolgreiche Integration durch Spracherwerb reduziert soziale Spannungen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer Menschen, die sich integrieren wollen, Steine in den Weg legt, riskiert Frustration und Resignation. Integration sollte kein Sparposten sein, sondern eine Investition in die Zukunft. Der Kreis Bad Kreuznach möchte seinen Beitrag dazu leisten – aber wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen vom Bund.“
Aktuelle Stellenangebote finden Sie auf unserer Seite “Stellenangebote” bei Nahe-News – KLICK MICH!





