StartNachrichtenKreis Bad KreuznachMeilenstein im Salinental: Sanierung des längsten Gradierwerks kurz vor Abschluss

Meilenstein im Salinental: Sanierung des längsten Gradierwerks kurz vor Abschluss

BAD KREUZNACH. Es ist ein imposantes Bauwerk mit einer Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht: Das Gradierwerk Nr. 4 im Salinental ist mit einer stolzen Länge von 320 Metern die größte der insgesamt neun Berieselungswände der Stadt und thront auf historischen Fundamentsockeln, die Zeugen der einstigen Salzproduktion sind.

Nach einer intensiven Sanierungsphase, die bereits im Jahr 2023 begann, biegt das Großprojekt nun auf die Zielgerade ein. Die Instandhaltung dieser gewaltigen Anlagen ist ein permanenter Kraftakt, da die Dornwände im Turnus von 15 bis 17 Jahren vollständig ausgetauscht werden müssen, was auf die gesamte Stadt gerechnet eine Berieselungsfläche von über 21.000 Quadratmetern ausmacht.

Am Gradierwerk an den Tennisplätzen wird dieser Prozess aktuell nach vier Jahren Bauzeit vollendet. In einem beeindruckenden Tempo von nur zwei Wochen wurden auf einer Teilstrecke von 120 Metern zunächst Fächer aus Douglasienholz errichtet, in die nun über 20.000 Dornbündel eingepresst werden. Diese 1,35 Meter langen Bündel wurden mit 14 LKW-Gespannen aus Polen angeliefert, um den enormen Bedarf der deutschen Kurorte zu decken. Die Arbeiten, die von einem regionalen Unternehmen ausgeführt werden, sollen bereits Ende kommender Woche abgeschlossen sein.

Finanziell schlägt die Sanierung der Gesamtanlage mit rund 1,7 Millionen Euro zu Buche, wobei der letzte Abschnitt in diesem Jahr etwa 460.000 Euro kostet. Trotz der durch die nasskalte Witterung entstandenen Flurschäden an den Grünflächen, für deren Beseitigung der Auftragnehmer verantwortlich ist, blickt man optimistisch auf den Saisonstart. Das Team der Gradierer arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, die Anlagen bereits in der letzten Märzwoche und damit pünktlich vor den Osterfeiertagen in Betrieb zu nehmen, damit die salzhaltige Luft wieder durch das Tal wehen kann – ganz in der Tradition der Kreuznacher Salinen, die bis 1998 und damit länger als jeder andere vergleichbare Ort Salz produzierten.


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