HERGENFELD. Dass die Frauen im Ort das närrische Zepter fest in der Hand halten, bewiesen sie am vergangenen Freitag eindrucksvoll: 200 begeisterte Zuschauerinnen erlebten eine „Herschefelder Frauenfastnacht“, die an Energie und Witz kaum zu überbieten war. Das Besondere: Ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen – das gesamte Team bestand ausschließlich aus Frauen. Lediglich am Mischpult wurde für die Technik auf männliche Unterstützung gesetzt, und auch die Pressevertreter durften ausnahmsweise einen Blick in die „männerfreie Zone“ werfen.

Bühne frei für pure Lebensfreude
Das Moderatoren-Duo Birgit Eul und Petra Lang brachte es zur Eröffnung auf den Punkt: „Kein Mann weit und breit, der uns heute stört, weil uns ganz allein diese Bühne gehört! Wir lassen den Alltag jetzt vor der Tür, denn pure Lebensfreud, die feiern wir!“ Mit diesem Motto startete ein Programm, das von den kleinsten Akteuren, den Bambinis, mit einem herzig-wilden Löwentanz eröffnet wurde.
Für die ersten Lachsalven sorgte „Dorfkind“ Edith Fey. Mit ihrer Kamera bewaffnet, hatte sie in den vergangenen Monaten keinen Schnappschuss im Ort verpasst und präsentierte die kuriosesten Momente der Dorfgemeinschaft. Himmlisch wurde es bei Alexandra Huber und Kerstin Löwenbrück, die als Abgesandte auf dem Weg zum Christkind pikante Details von so manchem Wunschzettel preisgaben.

Von Magie bis zum Bahn-Chaos
Optische Glanzpunkte setzten die „Goldies“, die als süße „Candys“ über die Bühne wirbelten, sowie die Schöneberger „Zauber Zicken“ (Kerstin Essner und Roswitha Leister), die einen Hauch von Magie in die Narrhalla brachten. Dass Fastnacht auch den Finger in die Wunde des Alltags legt, bewies das Ensemble aus Elke Böhmer, Anke Mess, Hiltrud Braun, Sabine Gilsdorf, Edith Fey, Tina Böhmer und Marian Uriate: In einem köstlichen Sketch nahmen sie die Tücken des Reisens mit der Deutschen Bahn und die Reaktionen der leidgeprüften Fahrgäste aufs Korn.
In Sachen Showtanz setzte die Gruppe „Exitation“ Maßstäbe. Als Dalmatiner verkleidet, präsentierten sie eine Performance in absoluter Präzision. Rockiger wurde es bei der Gruppe „Hühner“, die in Petticoats den Geist des Rock ’n’ Roll wiederauferstehen ließen.
Lokalpatriotismus und Trinkfestigkeit bewiesen Verena Kremer und Theressa Eul: Als ehemalige Weinprinzessinnen sorgten sie mit ihren Trinksprüchen für eine brodelnde Stimmung im Saal. Auch der Gang zum Mediziner wurde närrisch aufgearbeitet: Renate Frankhofer und Steffi Lind berichteten humorvoll von den skurrilen Erlebnissen in einem Wartezimmer.

Disco-Sound und Hitparade zum Finale
Ein absoluter Höhepunkt war der Auftritt der „Herschefeller Schörlcher“. Nach ihrer erfolgreichen Premiere im Vorjahr brachten sie den Saal mit Disco-Sound zum Kochen. Den krönenden Abschluss bildete die traditionelle Playback-Hitparade. Bei Klassikern wie dem „Ketchup Song“ und der „Karnevalsmaus“ hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Eine rundum gelungene Sitzung, die einmal mehr bewies: Die Frauenfastnacht ist eine unverzichtbare Säule im Herschefelder Terminkalender.
Fotoalbum zur Frauenfastnacht














































