KREIS BAD KREUZNACH. Trotz winterlicher Straßenverhältnisse füllte sich das „Haus des Gastes“ am Dienstag. Der FDP-Stadt- und Kreisverband hatte zum traditionellen Neujahrsempfang geladen, der in diesem Jahr ganz im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl stand. Mit einer klaren Botschaft gegen Polarisierung und für wirtschaftliche Vernunft schworen die Redner ihre Parteifreunde auf den Wahlkampf ein.
Anheuser: „Rheinland-Pfalz braucht eine Kraft der Mitte“
Der Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes, Christoph Anheuser, eröffnete den Reigen der Reden mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für den Liberalismus. Er trat der Behauptung entgegen, die FDP werde nicht mehr gebraucht: „Gerade die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen deutlich, dass es eine liberale Kraft braucht“, so Anheuser. Für ihn wäre ein Rheinland-Pfalz ohne die FDP „eindeutig weniger lebenswert“.

Mit Blick auf die aktuelle Bundespolitik merkte er an, dass der dortigen Großen Koalition eine „Prise FDP“ sicherlich gut tun würde. Er verwies dabei auf die konstruktive Zusammenarbeit im Bad Kreuznacher Stadtrat mit CDU und SPD, wo man sehe, dass jeder Partner gebraucht werde, um Lösungen jenseits von Ideologien zu finden.
Der stellvertretende Landesvorsitzende und Bad Kreuznacher Oberbürgermeister Emanuel Letz markierte den Empfang als offiziellen Auftakt für den Landtagswahlkampf. Er betonte, dass die Partei kämpfen müsse, um den Wiedereinzug in den Mainzer Landtag sicherzustellen. „Was wäre der Landtag ohne die FDP?“, fragte Letz rhetorisch und hob die Bedeutung der Liberalen als Korrektiv in Regierung und Parlament hervor.
Auch die lokalen Kandidaten präsentierten ihre Schwerpunkte:
Torsten Straube (Wahlkreis 18): Forderte eine Politik, die „ermöglicht statt bevormundet“ und die Zukunft der Region aktiv gestaltet.
Justizminister und Kandidat des Wahlkreises 17 Philipp Fernis blickte auf zehn Jahre Regierungsverantwortung zurück. Er hob die Erfolge bei der Entschuldung und im Bereich Sicherheit hervor. Fernis betonte, dass man die Zielgröße von 10.000 Polizisten erreicht habe und nun die 10.500 anpeile. Gleichzeitig erteilte er „Überwachungsfantasien“ eine klare Absage: „Unser Ziel muss eine Balance zwischen Sicherheit und dem Schutz der Privatsphäre sein.“
Bildung, Wirtschaft und Gesundheit im Fokus
Der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Steven Wink, skizzierte die Kernpunkte der liberalen Programmatik. Er spannte den Bogen von der Bildung – von der Kita bis zum Beruf – über die Fachkräftesicherung bis hin zu einer praxisnahen Krankenhausreform. Wink warnte davor, auf polarisierende Schnelllösungen hereinzufallen und plädierte stattdessen für eine Zusammenarbeit der demokratischen Mitte.
Der FDP-Kreisvorsitzende Thomas Bursian schloss den politischen Teil mit einer Analyse der wirtschaftlichen Lage ab. Angesichts von Stagnation und digitaler Transformation sei die FDP als Kraft für „qualifiziertes Wirtschaftswachstum“ und den Erhalt von Arbeitsplätzen unverzichtbar.
Ausklang bei Suppe und Gesprächen
Nach dem offiziellen Teil bot der Empfang im Foyer des „Haus des Gastes“ bei Suppe und Kaltgetränken ausreichend Gelegenheit zum Austausch. In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, dass die Liberalen im Kreis Bad Kreuznach bereit sind, mit ihrer Spitzenkandidatin Daniela Schmitt für eine starke Präsenz in Mainz zu kämpfen.





