BAD KREUZNACH. Bereits ihre dritte Ampelaktion zur Landtagswahl haben die Omas for Future am Samstag am Salinenplatz durchgeführt. Auch wenn sich langsam eine gewisse Routine einstellte, hielt auch dieser Tag erfreuliche und unerwartete Momente bereit: „Immer wieder stoßen neue Helferinnen und Helfer dazu, die beim Tragen der Spruch‑Banner und Schilder über den Fußgängerüberweg mit anpacken“, zeigen sich Organisatorinnen erfreut über die große Solidarität aus Teilen der Bevölkerung.
Nicht jedes Kopfschütteln bedeutet Ablehnung, wie eine Begegnung zwischen Marina aus Gumbsheim und einem Passanten zeigte. Auf sein Kopfschütteln angesprochen, sagte der Kreuznacher: „Dass sowas überhaupt notwendig ist. Eigentlich müsste doch jeder mittlerweile wissen, dass wir so nicht weitermachen können.“ Mit „so nicht“ meinte er das Weiterfahren mit Diesel- und Benzin-PKW und das Heizen mit Öl und Gas. Er freue sich über jedes Windrad, das sich dreht, und das ihm im Winter sauberen Strom für seine Wärmepumpe liefere. Die Wärmepumpe habe er bereits seit drei Jahren und sei sehr zufrieden damit. Sein nächstes Auto werde mit Sicherheit ein E‑Auto, auch wenn sein Dach nicht für eine PV‑Anlage geeignet sei und er sein Auto nicht mit Strom vom eigenen Dach laden könne.
Als Überraschungsgast tauchte eine Vertreterin der Initiative für Freizeit und Musikkultur auf. Sie hatte von der Aktion am Salinenplatz erfahren und nahm spontan einen Flashmob der Omas für ein Video für Demokratie auf. Die IFM richtet auch das im zweijährigen Turnus stattfindende Musikfestival „Auf Anfang“ in Auen aus.
Am kommenden Samstag werden die Ampelaktionen letztmalig von einem Infostand begleitet. Danach beginnt offiziell der Wahlkampf der politischen Parteien. Die Stadtverwaltung begründete die Ablehnung weiterer Standanträge mit der Notwendigkeit, den Parteien Vorrang zu gewähren. Die Seniorinnen und Senioren kündigen an, auch ohne Stand kreative Wege zu finden, ihre Informationsmaterialien – darunter die 10 Forderungen an die nächste Landesregierung – an die Menschen zu bringen.
Nachstehend der Abdruck der 10 Forderungen mit den Punkten 5 und 6 fort:
5. Gebäudedämmung fördern
Viele Bestandsgebäude verlieren viel Energie durch schlechte Dämmung und veraltete Technik, was Klima und Haushaltskassen belastet. Steigende Energiepreise treffen besonders Menschen mit geringem Einkommen hart. Ohne gezielte Sanierung bleiben Emissionen hoch und Wohnkosten steigen weiter. Das betrifft Mietende wie Vermietende gleichermaßen.
Ein sozial gerechtes Landesprogramm für energetische Sanierung mit Zuschüssen, zinsgünstigen Krediten und umfassender Beratung. Besondere Unterstützung sollen einkommensschwache Haushalte und kommunale Gebäude erhalten. Sanierungsfahrpläne und Ausbildungsoffensiven im Handwerk sollen Umsetzung beschleunigen.
Geringere Heizkosten, mehr Wohnkomfort, höhere Immobilienwerte und deutlich reduzierte CO₂‑Emissionen. Langfristig entlastet das Programm private Haushalte und Kommunen finanziell und schafft lokale Beschäftigung. Energetische Sanierung ist Klimaschutz mit direktem Nutzen für die Menschen vor Ort.
Nutzen Sie Energieberatungen, starten Sie mit kleinen Maßnahmen wie Dichtungen oder Heizungsoptimierung und sprechen Sie Vermieter auf Sanierungsbedarf an. Informieren Sie sich über Förderprogramme. Jeder Schritt spart Energie und Geld.
6. Weiterer Ausbau von Wind- u. Solarenergie
Rheinland‑Pfalz hat großes Potenzial für Wind- und Solarenergie. Um das Klimaziel, bis 2040 in RLP klimaneutral zu sein, zu erreichen, ist eine weiterer Zubau von Wind- und Solarkraftanlagen und Batteriespeichern unabdingbar. Damit steigt die regionale Wertschöpfung und die Unabhängigkeit von fossilen Importen.
Mehr ausgewiesene Flächen für Wind- und Solarkraftanlagen außerhalb der Wälder. Wir fordern ein Programm zur Förderung von Flächentausch und -zusammenlegung landwirtschaftlicher Flächen, um die Errichtung von Wind- und Solarkraftanlagen außerhalb der Wälder zu erleichtern. Zudem sollten Bürgerenergieprojekte gefördert werden.
Schonung der Wald-Ökosysteme. Mehr regionale Energieversorgung, Unabhängigkeit von Importen, stabile Preise und neue Einnahmequellen für Landwirte und Winzer. Bürgerenergieprojekte stärken die Akzeptanz und bringen regionale Wertschöpfung.
Prüfen Sie PV‑Möglichkeiten auf Ihrem Dach. Der Energieatlas RLP mit dem Solarkataster-Photovoltaik bewertet ihr Dach und prüft die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage. Informieren Sie sich über Bürgerenergiegenossenschaften. Unterstützen Sie lokale Initiativen und bringen Sie sich in Dialoge zur Flächennutzung ein.
Für kommenden Samstag, 11–14 Uhr laden die Seniorinnen und Senioren Interessierte herzlich ein, mit eigenen Spruchbannern oder Schildern zu kommen, die für Klimaschutz und Demokratie werben. Jede helfende Hand und jedes Gespräch vor Ort trage zur Sichtbarkeit der Anliegen bei. Der Apell richte sich an alle Altersgruppen; insbesondere von der Jugend wünsche man sich mehr Engagement für ihre eigene Zukunft.
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