BOOS. Wenn die Narrhalla bis auf den letzten Platz besetzt ist und die Stimmung schon beim Einzug siedet, dann ist in Boos Fastnacht. Unter der souveränen und charmanten Leitung von Sitzungspräsidentin Melanie Jockel erlebten die Narren ein fünfstündiges Programm, das keine Wünsche offenließ.

Tanz, Tratsch und ein gelungenes Debüt
Den eisbrechenden Auftakt machten die kleinsten Aktiven: Die „Tanzmäuse“ des TuS Oberstreit (trainiert von Nadine Strauß und Marlie Ficca) verzauberten das Publikum mit ihrem „Hexentanz“. Direkt im Anschluss wagte sich ein neues Gesicht in die Bütt: Maik Schneider feierte als „Magic Maik“ an der Seite des „alten Hasen“ Berti (Christian Bärdges) ein glänzendes Debüt. Ihr Wortwitz über Buchstabensuppen und den Wörthersee (was ist die Steigerung von Buchstabensuppe? – Wörthersee), strapazierte die Lachmuskeln der Gäste sofort.
Das sportliche Aushängeschild des BCV, die Garde, bewies einmal mehr ihre Klasse. Besonders beeindruckend: Die Gruppe (Katharina Hoseus, Eileen Franzmann, Michéle Stumm, Emma Syre, Kim Eckes, Lara und Linda Weingärtner) trainiert sich komplett selbst und lieferte eine Formation ab, die bewundernde Blicke erntete.
Von WhatsApp-Sünden und dem „Strunzer“
In der Bütt gaben sich die Vortragenden die Klinke in die Hand:
- Christa Ruffini glossierte als „Tratschtante“ die Abgründe moderner WhatsApp-Gruppen.
- Dagmar Böhm („Es Irmschen in Love“) philosophierte gewohnt trocken über die Männerwelt.
- Markus Seus, der „Roxheimer Strunzer“, nahm die Booser Lokalprominenz aufs Korn und verteilte charmante Seitenhiebe.
- Nadine Strauß (Sandy) sprach vielen Eltern aus der Seele, als sie über das Leben mit Teenagern und Ehemännern berichtete.
- Hansi Nickels aus Waldböckelheim zog als Hexe Vergleiche zwischen Märchen und moderner Politik.
- Thorsten Franzmann (Heinz) brachte den Saal mit seinem trockenen Humor über die Tücken harter Butter auf frischem Brot zum Kochen.
Auch von außerhalb gab es erstklassige Unterstützung. Die „Grufties“ aus Waldböckelheim feierten eine gelungene Premiere auf der Booser Bühne und ließen die Hits der 80er Jahre tänzerisch aufleben. Musikalisch wurde es international, als die „Pirates of the Fassenacht“ (Gela, Kai und Eric Schmidt) mit „Bella Boos“ italienisches Flair in die Halle brachten
Farbenfroh wurde es beim Showtanz der Garde, die das Publikum mit heißen Rhythmen nach Mexiko entführte, bevor das Booser Männerballett das furiose Finale einläutete. In Aerobic-Outfits und zu 80er-Jahre-Beats zeigten die Herren (trainiert von Melanie Jockel), dass in ihnen echte Tanztalente schlummern.
Ein Lob an das Publikum
Am Ende einer langen, aber kurzweiligen Sitzung zog der Verein ein positives Fazit. Ein besonderes Lob galt dabei den Gästen: Die hohe Aufmerksamkeit und die Wertschätzung für die Akteure machten deutlich, dass in Boos nicht nur gefeiert, sondern die Fastnachtskultur auch gelebt wird.
Fotoalbum zur Prunksitzung























