BAD KREUZNACH. Ein ehemaliges Bankgebäude wird zum Motor für Inklusion: Am vergangenen Freitag, den 23. Januar, feierte die Lebenshilfe Bad Kreuznach die offizielle Eröffnung ihres „Chancenhauses“. In der Mannheimer Straße 148 ist ein Raum entstanden, der weit mehr als nur ein Ladenlokal ist. Er ist ein sichtbares Zeichen für Teilhabe und gesellschaftliches Miteinander.
Wo früher Geldgeschäfte abgewickelt wurden, stehen heute der Mensch und die gemeinsame Zukunft im Mittelpunkt. Das neue Chancenhaus vereint verschiedene Konzepte unter einem Dach: Neben dem bereits im Frühjahr 2025 gestarteten Chancenladen finden sich hier moderne Tagungsräume der Lebenshilfe sowie das neue Café „Kaffeekasse“.

Von der Vision zur Wirklichkeit
Die Idee für dieses Projekt wurde während der sogenannten „Zukunftstage“ geboren. Das Ziel war klar: Die Lebenshilfe wollte im Stadtbild präsenter werden. Mit dem Standort in der Fußgängerzone ist dies nun eindrucksvoll gelungen. Doch der Weg dorthin war arbeitsintensiv.
Heike Zensen, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe, hob in ihrer Dankesrede den enormen Einsatz hervor. Der Aufbau von Arbeitsplätzen für Menschen mit und ohne Behinderung habe viel Vorarbeit erfordert, die oft weit über die reguläre Arbeitszeit hinausgegangen sei. Ihr Dank galt den haupt- und ehrenamtlichen Kräften, den Spendern sowie dem Werkstatt- und Betriebsrat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kaffee trifft Historie
Besonderes Schmunzeln erntete die Erklärung zur Namensgebung des Cafés: Der Name „Kaffeekasse“ schlägt die Brücke zwischen dem Lieblingsgetränk vieler Gäste und der historischen Nutzung des Gebäudes als Kassenschalterhalle der Sparkasse Rhein-Nahe.
Für Benjamin Rubröder vom pädagogischen Vorstand der Bad Kreuznacher Lebenshilfe ist das Haus ein „Ort des Wissens und der Begegnung“. In einer Zeit, in der Menschen mit Beeinträchtigungen noch immer oft am Rand der Gesellschaft stehen, bietet das Chancenhaus mitten im Zentrum die Möglichkeit, Barrieren in den Köpfen abzubauen.
„Es ist ein Beispiel dafür, wie Vielfalt die Stadt bereichern kann“, so Rubröder.

Ein Gewinn für die Innenstadt
Auch Oberbürgermeister Emanuel Letz würdigte das Projekt in seinem Grußwort als großen Gewinn. Gerade in Zeiten, in denen Innenstädte vor strukturellen Herausforderungen stehen, sei die Ansiedlung eines solch lebendigen Zentrums ein wichtiges Signal. Inklusion sei eine Haltung, bei der jeder dazugehöre – das Chancenhaus setze genau dies praktisch um.
Durch das feierliche Programm, das unter anderem durch den Auftritt des Kabarettisten Rainer Schmidt bereichert wurde, führten Geschäftsführer Andreas Neumann und Mitarbeiterin Patricia Weyh. Mit der Eröffnung ist das Chancenhaus nun offiziell ein fester Bestandteil der Bad Kreuznacher Stadtgemeinschaft und lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, Teil dieser gemeinsamen Zukunft zu werden.
Die „KaffeeKasse“ ist Montag bis Samstag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.





