BAD SOBERNHEIM. Beim diesjährigen Neujahrsempfang zeichneten Vorsitzender Bruno Schneider (SoAktuell) und Stadtbürgermeister Roland Ruegenberg ein optimistisches Bild der Felkestadt. Während die Werbegemeinschaft auf Vernetzung und volle Veranstaltungskalender setzt, plant die Stadt massive Investitionen in die Infrastruktur – von der Nahe-Brücke bis zum Bahnhofsvorplatz.
Einigkeit herrschte im Kaisersaal vor allem in einem Punkt: Bad Sobernheim lebt vom Miteinander. Sowohl Bruno Schneider, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „SoAktuell“, als auch Stadtbürgermeister Roland Ruegenberg betonten in ihren Reden, dass die Herausforderungen der Zeit – vom Klimaschutz bis zum demografischen Wandel – nur durch gemeinsames Handeln in Ehrenamt, Wirtschaft und Politik zu meistern seien.

Events als Wirtschaftsmotor: „Zeit ist wertvoll“
Für Bruno Schneider ist die Attraktivität der Innenstadt eng mit den großen Traditionsveranstaltungen verknüpft. „Die Märkte haben sich zu unseren größten Publikumsmagneten entwickelt“, resümierte er mit Blick auf den Frühlings- sowie den Obst- und Traubenmarkt, die regelmäßig Tausende Besucher anlocken. Auch die Mattheiser Sommerakademie verwandle die Stadt alle zwei Jahre in eine lebendige „Studentenstadt“.
Für das Jahr 2026 kündigte Schneider eine Offensive zur Mitgliedervernetzung an. „Ein Verein ist nur so stark wie seine Mitglieder“, so Schneider. Geplant sind regelmäßige Netzwerktreffen, unter anderem im Parkhotel Maasberg, um die über 70 Mitgliedsbetriebe enger zusammenzubringen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der Vandalismus: Schneider beklagte die Zerstörung von Weihnachtsdekorationen und appellierte an die Zivilcourage der Bürger.
Der Veranstaltungskalender 2026 (Auszug):
20. März – 10. April: Frühlingsgewinnspiel mit Ostereiersuche
17. Mai – 18. Mai: Frühlingsmarkt (inkl. verkaufsoffenem Sonntag)
11. September – 12. September: „Heimatshoppen“ (IHK-Initiative)
4. Oktober: Obst- und Traubenmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag
Großbaustellen und Infrastruktur: Die Stadt investiert
Stadtbürgermeister Roland Ruegenberg gab einen detaillierten Ausblick auf die bauliche Zukunft. Ein zentrales Projekt ist die Sanierung der Nahe-Brücke. Nach 50 Jahren müsse der Stahlbeton vor eindringendem Salz geschützt werden, um die nächsten fünf Jahrzehnte zu überstehen. Auch der Bahnhofsvorplatz steht im Fokus: Die derzeitige Situation für Fußgänger sei unbefriedigend; 2026 sollen die Planungen für Förderanträge finalisiert werden.
Weitere Akzente setzt die Stadt bei der Kinderbetreuung und Freizeitgestaltung. So starten die Planungen für die Sanierung des Daches der Kita „Leinenborn“ und der Sanierung der Laufbahn „Im Staaren. Dort ist die Finanzierung durch verschiedene Förderprogramme gesichert.

Kultur und neue Impulse
Ruegenberg blickte stolz auf kulturelle Erfolge wie „Poesie im Park“ oder das „Sommeratelier“ zurück. Für dieses Jahr kündigte er neue Formate an:
Jugendbeteiligung: Im März wird eine von Jugendlichen organisierte „Stadtparty“ stattfinden.
Felke-Stiftung: Unter der neuen Vorsitzenden Anke Wiechert soll das Erbe des Lehmpastors durch Vorträge und einen Ideenwettbewerb wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden.
Theaterfestival: Im Oktober werden regionale Schauspielgruppen den frisch renovierten Kaisersaal bespielen.
Ein Appell für das gesellschaftliche Klima
Trotz der positiven Nachrichten schlug Ruegenberg auch ernste Töne an. Er beobachte eine „kommunikative Zuspitzung“ im gesellschaftlichen Miteinander. Mitarbeiter des Bauhofs oder der Kindergärten seien zunehmend Angriffen ausgesetzt. Ruegenberg forderte dazu auf, „Graustufen“ statt Schwarz-Weiß-Denken zuzulassen und Differenzen in konstruktive Lösungen zu verwandeln.
In der Schwebe bleibt derzeit noch die Organisation der Kirmes. Der Stadtbürgermeister räumte Unklarheiten in der aktuellen Organisation ein, betonte aber: „Wir arbeiten daran.“
Der Neujahrsempfang machte deutlich: Bad Sobernheim hat viel vor.






