VG LANGENLONSHEIM-STROMBERG. Die Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg startete mit einem starken Signal des Zusammenhalts in das Jahr 2026. Beim Neujahrsempfang in der Waldlaubersheimer Domberghalle sparten Bürgermeister Michael Cyfka und Ortschef Torsten Strauß jedoch nicht mit deutlichen Worten in Richtung Mainz und Berlin. Strauß zeigte sich über die große Resonanz erfreut, dass soviel Gäste in das Wohnzimmer des Dorfes gekommen sind.
In seiner Begrüßung fand Strauß klare Worte zur Lage der kommunalen Selbstverwaltung. Demokratie lebe vom Mitmachen, doch dieses Engagement werde zunehmend durch „bürokratische Gängelung“ und mangelnde finanzielle Mittel erschwert. Wer nur noch Mangel verwalten müsse, verliere die Lust am Gestalten. In Waldlaubersheim funktioniere das Miteinander zum Glück reibungslos, was er der konstruktiven Arbeit seines Gemeinderates zuschrieb.
Bevor Verbandsgemeindebürgermeister Michael Cyfka in seine Neujahrsrede einstieg, erinnerte an den am Silvestermorgen völlig unerwartet verstorbenen Landtagsabgeordneten Michael Simon. Man werde ihn als engagierten Streiter für die Region sehr vermissen. Die Gedanken seien in diesen schweren Stunden bei seiner Familie.
„Wir haben kein Einnahmeproblem“
In seinem Jahresrückblick und Ausblick auf 2026 zeichnete Cyfka das Bild einer starken, aber finanziell unter Druck stehenden Verbandsgemeinde. Besonders deutlich wurde er bei der Analyse der kommunalen Finanzen. Die schlechte Ausstattung durch Bund und Land stieß auf scharfe Kritik.„Wir haben kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem durch immer steigende Standards, die uns von oben auferlegt werden“, betonte Cyfka unter dem Beifall der Gäste.Vorgaben im Brandschutz oder bei Kindertagesstätten seien oft mit „sachlichem Menschenverstand nicht mehr zu erklären“. Dass die VG Langenlonsheim-Stromberg aufgrund ihrer vergleichsweise guten Eigenkraft als einzige im Kreis nicht vom „Zukunftsprogramm“ des Landes profitiert habe, dürfe nicht dazu führen, dass man bei künftigen Zuschüssen für Schulen und Feuerwehren leer ausgehe.
Investitionen mit Augenmaß
Trotz der enger werdenden Spielräume blickt die Verbandsgemeinde nach vorne. Für das Jahr 2026 kündigte der Bürgermeister Investitionen in wichtige Kernbereiche an:
Infrastruktur: Sicherung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Bildung & Betreuung: Weiterentwicklung der Kitas und Schulen.
Klimaschutz: Mit einer neuen Klimaschutzmanagerin und dem Beitritt zur Agenda 2030 setzt die VG auf Nachhaltigkeit.
Verwaltung 3.0: Die Gewinnung von Fachkräften und moderne Kommunikationswege stehen ganz oben auf der Agenda.
Cyfka schloss seine Rede mit einem flammenden Plädoyer für die demokratischen Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Zusammenhalt ist kein Selbstläufer. Er muss gepflegt und verteidigt werden“, so der Rathauschef. Er dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen in Vereinen und Feuerwehren sowie den Unternehmern der Region, die das Fundament der Gemeinschaft bilden.
Mit dem optimistischen Fazit, dass ihn das Erreichte mit Stolz erfülle und die kommenden Aufgaben ihm Freude bereiteten, leitete Cyfka zum geselligen Teil des Vormittags über.







