FREI-LAUBERSHEIM. „Völlig losgelöst“ präsentierten sich die „Kappesköpp“ dse TuS Frei-Laubersheim bei ihrer traditionellen Prunksitzung. Unter dem Motto „Weltraum“ verwandelte sich die Bühne in eine intergalaktische Kommandozentrale, von der aus Sitzungspräsident Tom Ackermann das närrische Raumschiff der „Kappesköpp“ sicher durch die Galaxien des Humors steuerte.

Schon der Auftakt war filmreif: Der Elferrat meldete sich mit einem Sketch direkt von der Brücke des Raumschiffs und warf dabei einen humorvollen Blick auf die Nachbarplaneten – äh, Gemeinden wie Pfaffen-Schwabenheim, Fürfeld und Neu-Bamberg. Musikalisch wurde die Besatzung von der Spielgemeinschaft Volxheim/Frei-Laubersheim empfangen, die unter anderem mit „Bella Napoli“ für die passende Betriebstemperatur sorgte.
Was sich im letzten Jahr auf der Erde (und speziell im Dorf) zugetragen hatte, arbeitete Jürgen Bodtländer im Protokoll gewohnt präzise auf. Natürlich stand auch das Dorfgeschehen im Mittelpunkt. Eine tolle Leistung von ihm, da er erst vor einigen Monaten von einem dreijährigen Aufenthalt aus Toronto zurückkam. Umso enttäuschter war er, als er nach seiner Rückkehr feststellen musste, dass es seine Lieblingsevents in der Gemeinde nicht mehr gibt.
Für die ersten optischen Glanzpunkte sorgten die jüngsten Aktiven: Die Tanzgruppe „Opal“ begeisterte mit einem Motto-Tanz zu Klassikern wie „Codo“ und Nenas „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“.

Ein echtes Ausrufezeichen setzte der erst 14-jährige Leon Scholz aus Kallenfels bei Kirn. Als Vertreter der „Generation Alpha“ lästerte er schlagfertig über Schule und Familie – das Fastnachtsgen, das er von seinem Opa geerbt hat, war in jeder Zeile spürbar. Galaktisch gut gelaunt präsentierte sich auch Oliver Gillmann, der als „Lars vom Mars“ im grünen Kostüm die Halle zum Kochen brachte.
Eher philosophisch, aber nicht weniger bissig, zeigte sich Julian Gräf als „Gott Jokus“. Er gab Einblicke in seinen schwierigen Alltag und schickte eine klare Botschaft an die „Meckerer“ im Saal: Wer kritisieren wolle, solle erst einmal selbst den Mut aufbringen, die Bühne zu betreten. Später am Abend glänzte Gräf erneut, als er gemeinsam mit einer sechsköpfigen Truppe die Absurditäten eines WhatsApp-Chatverlaufs szenisch darstellte – ein Brüller, in dem sich viele Gäste wiederfanden.
Mit im Raumschiff waren auch das Tanzpaar des Tus Winzenheim, Sophia und Amilie die mit ihrem Tanz das Publikum verzauberten.
Pointen-Feuerwerk nach der Pause
Nach der Halbzeitpause hielt das Tempo unvermindert an. Während Michael Blegen, Daniel Scherer und Raphael Bernhard als „Magic Miggel & The Playboys“ eine rasante Sketch-Show ablieferten, berichtete Jana Ackermann aus dem mal turbulenten, mal skurrilen Alltag einer Lehrerin. Auch die Klassiker der Fastnacht durften nicht fehlen: Klaus Langer als „Klaus Stürz de Becher“ und Claudia Vogel strapazierten die Lachmuskeln des Publikums. Vogel schilderte ihre Erlebnisse mit ihrem Mann eines Spanien-Urlaub. Das Chaos begann bereits auf dem Hinflug.

Musikalisch wurde es mit den „Rappelbixe“, die den Saal zum Mitsingen brachten, bevor die „Durstigen Dorfmusikanten“ (DDD) mit ihrer Playbackshow einen der absoluten Höhepunkte der Sitzung markierten. Im Bereich des geschliffenen Wortes glänzten zwei Damen-Duos: Beate Bodtländer und Andrea Ackermann nahmen die Gäste mit in einen „Massagesalon“, während das Ehepaar Anne und Philipp Vogel über die (un-)mögliche Urlaubsplanung debattierte – ein herrlicher Schlagabtausch zwischen der Sitzungspräsidentin des Damenelferrates und ihrem Gatten.Den krönenden Abschluss vor dem großen Finale bildete das Männerballett „Raw Diamonds“. Mit ihrer Show „Mein RAWboter und ich“ verschwammen die Grenzen zwischen Menschen und Maschine. Die tänzerische Leistung und die kreative Kostümierung sorgten für stehende Ovationen, bevor Tom Ackermann das Raumschiff zur sicheren Landung im großen Finale führte.
Fotoalbum zur „Kappesköpp-Prunksitzung“










































