STAUDERNHEIM. Zeitreise im Staurummer Ballsaal: Unter dem Motto „Die 20er Jahre sind erwacht – die Schnooge feiern die ganze Nacht“ verwandelte der Kulturverein Staudernheim seine Prunksitzung in eine glanzvolle Hommage an ein legendäres Jahrzehnt. Sitzungspräsident Alexander Haßinger führte gut aufgelegt durch ein Programm der Spitzenklasse, während das Publikum im passenden Outfit für das perfekte „Great Gatsby“-Feeling sorgte.
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Den schwungvollen Auftakt markierte die Bachschnooge-Garde, die mit ihrem Marschtanz die närrische Bühne freigab. Dass die Staudernheimer Fassenacht nicht nur glitzert, sondern auch ordentlich austeilen kann, bewies Kay Ingo Schmitt. Aus Waldböckelheim angereist, nahm er als erster Redner das Weltgeschehen und die Lokalpolitik unter Beschuss und setzte spitze Salven in das närrische Runde. Aber als Beckelumer teilte er auch gegen die Staudernheimer aus.
Von Teenager-Chaos bis Kölner Gelenkigkeit
Für lachende Gesichter und viele „Das kenne ich“-Momente sorgte Nadine Strauß aus Oberstreit, die humorvoll das tägliche Chaos der Teenagerzeit sezierte. Musikalisch wurde es mit dem Ensemble „Woogel Schnooge“, die den Saal mit bekannten Stimmungsliedern zum Mitsingen animierten, sowie den Gästen aus Bingen Jonathan Spanier (SpVgg Dietersheim) und Eberhard Röttgen (KG Schwarze 11), die einen musikalisch untermalten Vortrag der Extraklasse lieferten.

Ein besonderer Blickfang war der Auftritt von Andre Klug: Der Kölner Tanzmajor demonstrierte eindrucksvoll und mit unglaublicher Gelenkigkeit, warum der rheinische Tanzsport so fasziniert. Der Damenelferrat wiederum überraschte das Publikum mit einem dynamischen Flashmob, der für zusätzliche Energie im Saal sorgte.
Ein echtes Urgestein durfte nicht fehlen: Erika Bodtländer glänzte in ihrer Paraderolle als „Marieche“. Seit 40 Jahren mit ihrem „Hasen“ verheiratet, wusste sie wieder köstliche Anekdoten aus dem Ehealltag zu berichten. Emotional und stimmgewaltig wurde es beim Auftritt von Simone Haßinger und Katharina Kissel, die mit ihrem Zusammenspiel das Publikum sichtlich berührten.

Der Sitzungspräsident selbst setzte noch einen drauf: Nachdem Alexander Haßinger im Vorjahr als Weinkönigin geglänzt hatte, thronte er diesmal als „Schwester Elvira vom Disibodenberg“ über der Bühne. Mit scharfzüngigem Witz und bühnenreifer Darstellung avancierte er zu einem der absoluten Höhepunkte des Abends.

Auch die Tanzgruppen blieben dem Jahrzehnt treu: Die Gruppe „The Lions“ (SV Lauschied) entführte die Zuschauer in „die Tiefen der Dunkelheit“, während die ehemaligen „Schnoogerinas“ in der neuen Formation „Viva La Vida“ mit dem Motto „Moulin Rouge“ für Pariser Varieté-Stimmung sorgte. Als es auf die Mitternachtsstunde zuging, strapazierte Tobias Platz als „Bauer Sepp“ noch einmal die Lachmuskeln bei seinem erneuten, verzweifelten Versuch, die Traumfrau fürs Leben zu finden.
Den krönenden Abschluss bildete das Männerballett. Trotz verletzungsbedingter Ausfälle fegte die Truppe als gemischte Gruppe „Picky Blinders“ über die Bühne und setzte den Schlusspunkt unter eine Nacht, die bewies: In Staudernheim sind die 20er Jahre tatsächlich wieder erwacht.
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