SPRENDLINGEN. Am Mittwochabend führten die Feuerwehren Sprendlingen und Badenheim gemeinsam mit den DLRG Ortsgruppen Nieder-Olm / Wörrstadt e.V. und Sprendlingen-Gensingen eine Eisrettungsübung an einem See bei Sprendlingen durch. Ziel der gemeinsamen Ausbildung war es, die Rettung von Personen zu trainieren, die in der kalten Jahreszeit in zugefrorenen Gewässern ins Eis eingebrochen sind.
Auch wenn Eisflächen in Rheinhessen auf den ersten Blick selten erscheinen, gibt es zahlreiche kleinere Gewässer, die im Winter zufrieren und zum Betreten verleiten. Das wechselhafte Wetter mit Frost- und Tauphasen macht das Eis jedoch unberechenbar und stellt eine erhebliche Gefahr dar. Vor diesem Hintergrund stand neben der technischen Rettung insbesondere die enge Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen im Fokus.
Die Übung wurde an diesem Abend gemeinsam von Wehrführer Stefan Schramm (Feuerwehr Sprendlingen), Malte Rieth von der DLRG Nieder-Olm / Wörrstadt sowie weiteren erfahrenen Ausbildern der DLRG geleitet. Dabei wurden Einsatzabläufe abgestimmt, der sichere Umgang mit dem vorhandenen Material geschult und verschiedene Rettungsszenarien realitätsnah dargestellt.

Erprobt wurden unterschiedliche Rettungsmethoden – beginnend mit einfachen Hilfsmitteln wie Wurfleinen, über den Einsatz von Steckleitern zur Gewichtsverteilung auf dem Eis bis hin zum Einsatz eines aufblasbaren Eisretters. Die Teilnehmenden konnten so die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren praktisch kennenlernen.
Unterstützt wurde die Übung durch die Drohnenstaffel des THW Bingen, die das Geschehen aus der Luft dokumentierte und wertvolle Übersichtsaufnahmen zur Nachbereitung lieferte.
Der Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Landkreises Mainz-Bingen, Yannick Georges, machte sich vor Ort ein Bild von der Übung und zeigte sich beeindruckt von der guten und reibungslosen Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzorganisationen. Solche gemeinsamen Übungen seien ein wichtiger Baustein für die Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte.
Die beteiligten Organisationen nutzten die Gelegenheit, um eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen zu warnen. Besonders Randbereiche von Gewässern sind häufig brüchig und können das Gewicht von Personen nicht zuverlässig tragen.
Wichtige Hinweise bei einem Eisunfall:
• Ruhe bewahren
• Am Eisrand festhalten und versuchen, sich flach wieder auf tragfähiges Eis zu ziehen
• Um Hilfe rufen
• Als Helfer sofort den Notruf 112 wählen und sich nicht selbst in Gefahr bringen
• Dem Verunfallten einen Gegenstand (z. B. Leiter, Ast, Schal) reichen und Abstand zum Eisloch halten
• Eigenes Gewicht möglichst großflächig verteilen
• Gerettete Personen in warme Decken hüllen und langsam aufwärmen
Zum Abschluss der Übung zogen alle Beteiligten ein durchweg positives Fazit. Bei Warmgetränken und Würstchen ließ man den Abend im Feuerwehrhaus Sprendlingen in kameradschaftlicher Runde ausklingen.
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