BAD KREUZNACH. Die Erleichterung war den Narren der Großen Karnevalsgesellschaft Bad Kreuznach (GKGK) am Freitagabend ins Gesicht geschrieben: Mit einer glanzvollen Herrensitzung in „Kreiznachs guter Stubb“ startete der Verein in die heiße Phase der Saalfastnacht. Im vollbesetzten Kurhaus wurde schnell klar: Die GKGK ist in Topform.
Schon das Bühnenbild setzte ein Statement: Passend zum Kampagnenmotto „Ist auch die ganze Welt voll Spinner, mit Fastnacht bist Du stets Gewinner“ zierte eine riesige Monopoly-Spielfläche die Kulisse. Unter der Leitung von Präsident Peter Fluhr, der die Elferrat-Spitze beim Einzug mit der Prinzengarde anführte, entfaltete sich ein vierstündiges Spektakel aus Musik, Tanz und pointiertem Kokolores.
Politischer Klartext und KI-Parodien
Den Eisbrecher gab der Mainzer Bernhard Knab. Als „Deutscher Michel“ blickte er mit scharfem Verstand auf das Weltgeschehen. Ob Trump, die AfD oder Friedrich Merz – Knab verteilte ordentlich Seitenhiebe. Besonders deutlich wurde er in Richtung Moskau: Mit Blick auf eine Klage Putins gegen einen Düsseldorfer Motivwagen schwor er die Narren ein: „Wir Fastnachter müssen zusammenhalten. Der Putin kriegt uns nicht kaputt!“

Modern wurde es bei Harry Borgner, dem Mann mit den 1.000 Stimmen. Er nahm das Thema Künstliche Intelligenz (KI) aufs Korn und ließ den „Kleinen grünen Kaktus“ durch die Software jagen – mit dem Ergebnis, dass Legenden wie Hans Moser, Heintje oder Peter Maffay das Lied in völlig neuem Gewand schmetterten.Protokoller Andreas Scherbel lieferte gewohnt bissige Reime zur Stadtpolitik. Vom Kreuznacher Stadtbild bis zum „Luftschloss“ Hotelneubau an der Kauzenburg blieb kein Thema verschont. Doch es gab auch einen Moment der Stille: In tiefer Verneigung gedachte Scherbel dem plötzlich verstorbenen SPD-Landtagsabgeordneten Michael Simon, ein Vorbild für die Demokratie, wie der Protokoller unter dem Applaus der Männer betonte.

Wehmut kam bei der Tanzgruppe G.A.G.A.S. auf: Die Showtanz-Formation kündigte nach einer mitreißenden Darbietung ihren Abschied nach der laufenden Kampagne an. Als Garant für Lachtränen erwies sich GKGK-Urgestein Rainer Bachmann. In seiner Paraderolle als „Hacker Schorsch“ servierte er genau die frivolen und zweideutigen Geschichten über seine Rita, auf die die Männer im Saal gewartet hatten.

Garde-Power und ländliches Selbstbewusstsein
Nach der Pause, die durch die gelungene Premiere des Trommlercorps 2.0 eingeläutet wurde, bebte die Bühne: 60 Gardisten der Prinzengarde und der befreundeten Mainzer Ranzengarde sorgten für ein imposantes Bild. Die Freundschaft zwischen den Vereinen besteht bereits seit 1999 und ist ein fester Anker der Sitzung.

Für optische und tänzerische Highlights sorgten zudem die Showtanzgruppe „New Spirit“ mit 90er-Jahre-Hits sowie die Prinzessingarde, die das Monopoly-Thema tänzerisch perfekt vollendete. Dazwischen bewies Jochen Merz als „Wallhäuser“, dass der Humor vom Land den der Städter längst überholt hat. Wir Macher vom Land haben Euch Städter schon lange überholt“, ist Merz sich sicher.
Finale in der Kurhausbar
Den musikalischen Schlusspunkt setzte Stimmungssänger Stefan Persch, der den Saal nochmals zum Kochen brachte. Nach vier Stunden Musik, Tanz und Kokolores hatten die Männer anschließend noch genügend Zeit, den Herrenabend in der Kurhausbar ausklingen zu lassen.
Fotoalbum zur GKGK-Herrensitzung:















































































