StartNachrichtenKreis Bad KreuznachNaturschutzgruppen wünschen sich Feuerwerksverbot in sensiblen Bereichen entlang der Nahe 

Naturschutzgruppen wünschen sich Feuerwerksverbot in sensiblen Bereichen entlang der Nahe 

REGION. Die Naturschutzgruppe Nahe hat im gemeinsamem Anliegen mit der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Internationaler Artenschutz, den Tierheimen Bad Kreuznach und Bingen sowie der Wildtierhilfe Waldalgesheim einen Antrag an den Stadtrat Bad Kreuznach gestellt. Ziel ist ein lokal veröffentlichtes Feuerwerksverbot in den besonders schützenswerten Uferbereichen der Nahe von Bad Kreuznach und Bad Münster, Norheim, Niederhausen und den Ippesheimer See – beziehungsweise die konsequente Bekanntmachung und Durchsetzung der bereits geltenden Rechtslage.

Sie verweisen auf die hohe ökologische Bedeutung der Nahe, da entlang des Flusses mehrere Naturschutzgebiete, darunter FFH- und Vogelschutzgebiete liegen, deren Schutzzweck ausdrücklich die Erhaltung wertvoller Lebensräume und gefährdeter Arten dient. Dort verstößt der Einsatz von Pyrotechnik gegen geltendes Natur- und Artenschutzrecht. Es besteht ein weitergehender Schutz nach europäischem Recht, da diese in vielen Bereichen zu den landschaftlich und ökologisch wertvollsten Abschnitten der gesamten Nahe zählt.

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Die Veröffentlichung dieser Verbotszonen wäre ein sichtbares Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt, zumal es an Silvester durch die permanente Aufrüstung der Pyrotechnik für Mensch und Tier zu beängstigenden Zuständen und Lautstärken kommt. 

Es handelt sich dabei nicht mehr um harmlose Silvesterböller, sondern um pyrotechnische Produkte mit erheblicher Sprengkraft, die teilweise illegal bezogen werden. Raketen und Kugelbomben erzeugen in den engen Tallagen Detonationen, die durch die hohen Felsen ringsherum verstärkt werden und zu einer massiven Lärm- und Luftbelastung führen. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Brände in trockenen Uferbereichen und angrenzenden Wäldern. Neben dem Schutz von Tieren und Lebensräumen führen die Naturschützer auch ökologische und sicherheitsrelevante Gründe an: Feuerwerksreste belasten Böden und Gewässer mit Schwermetallen und Mikroplastik.

In den letzten Jahren beschränkte man sich schon nicht nur auf die Silvesternacht, sondern böllerte lange davor und danach. In diesem Jahr wird bereits seit Halloween hemmungslos herumgeschossen.

Die Folgen für die Tierwelt sind gravierend; in den erwähnten Bereichen überwintern zudem zahlreiche, zum Teil seltene Wasservogelarten. Viele Tiere geraten durch Knallkörper in Panik und kollidieren mit Felsen, Brücken, Stahlseilen oder Hochspannungsleitungen. Sichtbare Verletzungen oder Tod bei Wasservögeln sind ein Indikator, aber auch andere Wildvogelarten, Wildtiere und Haustiere reagieren mit Panik. Schlimmste Verletzungen und Tod sind die Folge.

In der Nähe von Tierheimen, Wildtierstationen sollte das Böllern generell untersagt sein. In Einrichtungen wie Kranken- und Kurhäusern, Senioren- und Kinderheimen und brandgefährdeter und schützenswerter Bausubstanz ist Pyrotechnik ohnehin verboten. Zahlreiche dieser Einrichtungen liegen im Kreis Bad Kreuznach in unmittelbarer Nähe der Nahe. 

Gemeinden können auf Grundlage des Sprengstoffgesetzes Feuerwerk aus Gründen der Sicherheit sowie des Natur- und Artenschutzes einschränken oder verbieten. Verstöße gegen bestehende Verbotszonen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit hohen Bußgeldern belegt werden. Die Verbände fordern daher, die geltenden Verbotsbereiche klar zu benennen und öffentlich zu kommunizieren.

Zudem verweisen sie auf Umfragen, nach denen sich bundesweit eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung gegen großflächigen privaten Pyrotechnikeinsatz ausspricht. Angesichts zunehmender Vorfälle plädieren die Organisationen dafür, Bad Kreuznach solle als Kurstadt mit besonderem Naturprofil hier eine aktive Rolle einnehmen.

Ein veröffentlichtes Feuerwerksverbot entlang der sensiblen Naheabschnitte würde die bestehenden Naturschutzvorgaben von Bund und Land konsequent umsetzen. Es wäre zugleich ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Anwohner und Besucher sowie zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt. Für Bad Kreuznach könnte ein klarer Schutz dieser ökologisch wertvollen Bereiche langfristig auch touristische Vorteile mit sich bringen.


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