BOCKENAU / BAD SOBERNHEIM / GROLSHEIM. Nach marathonartigen Verhandlungen zwischen der IG Metall und der Geschäftsleitung des Autozulieferers Musashi ist ein wichtiges Ergebnis für die Standorte an der Nahe erzielt worden: Betriebsbedingte Kündigungen für IG Metall-Mitglieder an den Standorten Bockenau, Grolsheim und Bad Sobernheim sind bis Ende 2028 ausgeschlossen.
Das Verhandlungsergebnis, das im Rahmen der letzten Schlichtung nach über 20-stündigen Gesprächen erzielt wurde, sichert nicht nur die Beschäftigung, sondern beinhaltet auch die Zusage für konkrete Produkte an den Nahe-Standorten.
Konkrete Produkte und Standortstärkung
Musashi hat zugesagt, dass Schlüsselprodukte wie Hohlräder, Achsantriebsräder und das sogenannte Truckgeschäft weiterhin in der Nahe-Region hergestellt und verarbeitet werden. Zusätzlich ist geplant, Produktionsteile von den Standorten Hann. Münden und Leinefelde ins Nahetal zu verlagern, was die Standorte Bockenau, Bad Sobernheim und Grolsheim weiter stärken soll.

Simone Krämer, Betriebsratsvorsitzende von Musashi an der Nahe, bewertet das Ergebnis als großen Erfolg: „Besonders der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2028 für IG Metall-Mitglieder an den Nahe-Standorten gibt uns mehr Sicherheit.“
IG Metall-Verhandlungsführer Uwe Zabel hob die Rolle der Belegschaft hervor: „Es ist und bleibt ein Ergebnis der Solidarität. Nur die aktive Beteiligung vieler IG Metall-Mitglieder, klare Standpunkte in der Urabstimmung haben diesen Kompromiss überhaupt möglich gemacht.“
Auch für die ab 2027 von Kündigungen betroffenen Beschäftigten an den anderen deutschen Standorten (Leinefelde, Lüchow, Hann. Münden) konnte die Gewerkschaft deutliche Verbesserungen erzielen:
– Höhere Abfindungen als ursprünglich angeboten.
– Eine umfassende Qualifizierungsinitiative.
– Eine Transferinitiative zur aktiven Vermittlung gekündigter Arbeitnehmer in neue Jobs.
Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Bad Kreuznach, betonte, dass der Arbeitgeber erst durch den Druck von Streiks und betrieblichen Aktionen in die Verhandlungen eingelenkt sei. „Das Verhandlungsergebnis schützt unsere Mitglieder an den Nahe-Standorten und stärkt die Standorte für die Zukunft.“
Die Gewerkschaft sieht es als Erfolg, dass die ursprünglich geplante komplette Schließung des Standortes Leinefelde verhindert wurde. Auch in Lüchow werden weniger Arbeitsplätze abgebaut als zunächst gefordert. Die Schließung des Standortes Hann. Münden konnte hingegen nicht abgewendet werden.
Das gesamte Verhandlungsergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der IG Metall-Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung an allen deutschen Standorten.





