KREIS BIRKENFELD. Als erste ehrenamtliche Digitalbotschafterin aus dem Nationalparklandkreis Birkenfeld hat Manuela Busch aus Sonnenberg-Winnenberg die Zusatzqualifikation als „ePA-Coach Rheinland-Pfalz“ erworben. In dem landesweiten Projekt werden Ehrenamtliche geschult, ältere Menschen beim sicheren und selbstbestimmten Umgang mit der elektronischen Patientenakte (ePA) zu unterstützen.
Das Zertifikat des Digitalbotschafters wurde Manuela Busch unlängst in Mainz von Dörte Schall, Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung (MASTD), offiziell überreicht. Vorausgegangen war eine mehrteilige Online-Schulung zum Digitalbotschafter und zum ePA-Coach. Zu Beginn dieses Jahres ist die ePA bundesweit als zentrales Element der Digitalisierung im Gesundheitswesen gestartet. Sie wurde jedem Versicherten – vorausgesetzt er hat nicht speziell widersprochen – von den Krankenkassen erstellt und kann seit Ende April flächendeckend von Praxen und Apotheken genutzt werden. Seit dem 1. Oktober 2025 sind diese Einrichtungen zur Führung der elektronischen Patientenakte verpflichtet. Hierzu sei bemerkt, dass die Krankenkasse selbst, keinen Einblick zu den Daten hat, aber auch hier gibt es Obhutstellen, die den Umgang oder Installation unterstützen.
Die ePA ermöglicht es Patientinnen und Patienten, Arztbriefe und medizinische Dokumente wie Befunde oder Medikationspläne der Ärzte einzusehen, bei sich zu tragen und anderen Fachärzten zur Verfügung zu stellen. Jeder Arzt kann somit 90 Tage lang die Unterlagen einsehen und es kommt zum Beispiel zu keiner Doppeluntersuchung.
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Das heißt, dass die ePA-Akte von den Patienten und Patientinnen mitverwaltet werden. Sie können ihre Unterlagen pflegen, indem Sie auch selbst Dokumente hochladen und jederzeit darauf zuzugreifen können. Vorteile sind mehr Transparenz, Zeitersparnis und eine bessere Kommunikation zwischen allen Beteiligten. „Dieser Bereich steht aber noch ganz am Anfang und entwickelt sich erst Schritt für Schritt“, sagt Manuela Busch.
Gerade ältere Menschen stehen beim Einstieg in die digitale Welt jedoch oft vor großen Herausforderungen. Um niedrigschwellige Hilfsangebote zu schaffen, bildet das Land Rheinland-Pfalz seit 2018 ehrenamtliche Digitalbotschafterinnen und -botschafter aus. Mittlerweile engagieren sich landesweit mehr als 700 von ihnen, um Senioren und Seniorinnen die Grundlagen im Umgang mit Internet, Smartphones und Co. zu vermitteln und ihnen den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern.
Im Nationalparklandkreis Birkenfeld sind derzeit 14 Digitalbotschafterinnen und -botschafter aktiv. Eine Übersicht über diese Ehrenamtler und ihre Schulungsschwerpunkte ist im Internet auf einer Standortkarte unter Standorte | Digital Botschafter abrufbar.
Eine dieser Digitalbotschafter/innen aus dem BIR-Kreis ist seit 2024 Manuela Busch. Die 56-Jährige ist in der Erwerbsminderungsrente und engagiert sich im digitalen Bereich. „Ich möchte mich einbringen, um ältere Menschen zu unterstützen. Denn in unserer Gesellschaft läuft vieles inzwischen nur noch digital. Das ist natürlich einerseits schön, stellt andererseits aber für viele eine hohe Hürde dar“, sagt Manuela Busch.
Besonders wichtig sei ihr, Seniorinnen und Senioren mehr Teilhabe zu ermöglichen und die Angst zu nehmen. „Es gibt zum Beispiel vielerorts schon Dorf-Apps, die über das Geschehen in der Gemeinde informieren. Viele wissen aber nicht, wie man sie für sich praktisch nutzt oder einfach nur installiert“, berichtet Busch aus Erfahrung. Auch Terminbuchungen bei verschiedenen Fachärzten seien zunehmend nur noch online möglich – ein weiterer Grund, die digitale Kompetenz älterer Menschen zu stärken.
Bisher war Manuela Busch überwiegend auf Anfrage im Einsatz – sowohl bei Hausbesuchen als auch in Senioreneinrichtungen. Auch künftig wird dieser Schwerpunkt bestehen bleiben.
Mit der neuen Qualifikation als ePA-Coach kann sie ältere Menschen nun zusätzlich bei der Einrichtung und Nutzung der ePA unterstützen und ihnen den praktischen Umgang erklären. Zu ihrem Aufgabengebiet zählt es zudem, den Seniorinnen und Senioren die grundlegenden Vorteile der ePA und den aktiven Umgang zu vermitteln. Dazu gehören Einzelberatungen, aber auch geplante Vorträge für Gruppen. Landesweit haben zurzeit erst rund 50 Personen diese Ausbildung abgeschlossen, aber es werden immer mehr.
„Es ist sehr zu begrüßen, dass wir mit Frau Busch nun im Landkreis Birkenfeld eine ausgebildete Ansprechpartnerin haben, die ältere Menschen bei der Einrichtung und Nutzung der ePA zur Seite steht, wenn diese Hilfe benötigt wird“, sagt Dirk Köbrich, Leiter der Sozialabteilung der Kreisverwaltung, zu der auch das Seniorenamt und die Pflegestrukturplanung gehört.
Zum Abschluss weist Manuela Busch noch auf einen wichtigen Aspekt hin: „Wir können und werden nicht die Dokumente der Patienten sehen, sondern nur die Menschen unterstützen, um alles zu verwalten. Alle ePA-Coaches des Landes Rheinland-Pfalz sind mit Ausweisen ausgestattet, damit klar ersichtlich ist, wer wir sind.“








