BAD SOBERNHEIM. Bei sommerlichen Temperaturen feierte Bad Sobernheim am Wochenende eine erfolgreiche Premiere: Im liebevoll dekorierten Marum Park fand der erste städtische Poetry Slam statt. Trotz der kurzen Vorlaufzeit von nur drei Monaten konnte die Veranstaltung dank des Engagements von Stadtbürgermeister Roland Ruegenberg und Fördermitteln des Landes auf die Beine gestellt werden.
Beigeordneter Bernd Krziscik eröffnete den Dichterwettstreit mit einer Ansprache über die Kraft der Worte. Anschließend zog Moderator Leander Bauer die rund 70 Zuschauenden schnell in seinen Bann.
Von Lachern bis Tränen: Die Macht der selbstgeschriebenen Texte
Beim Poetry Slam, dem modernen Dichterwettstreit, duellierten sich Poetinnen und Poeten aus Nah und Fern mit ihren selbstgeschriebenen Texten. Die Regeln sind klar: Sieben Minuten Zeit pro Performance, und das Publikum entscheidet per Applaus über den Sieg.
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Die Vielfalt der Beiträge war beeindruckend. Yannik Noah Ambrusits aus Würzburg fesselte mit dem Protokoll einer zweiten Konferenz der Tiere. Elvin Jonas sorgte für Gelächter mit der Geschichte über seinen schwerhörigen Lehrer Herr Gerät. Besonders berührend war die Lyrik von Madeline Schach über den jungen Peter Pan.
Sie zog gemeinsam mit der späteren Siegerin Mali Carillo aus Wiesbaden ins Finale ein. Auch der lokale Starter Florian aus Bad Sobernheim schaffte es gleich bei seinem ersten Auftritt in die Endrunde – nur zwei Wochen nach seiner Teilnahme am vorbereitenden Workshop von Moderator Bauer.

18-jährige Mali Carillo siegt mit Antikriegsgeschichte
Die 18-jährige Mali Carillo entschied das Finale schließlich für sich. Ihr Text, eine eindringliche Antikriegsgeschichte, ging dem Publikum so sehr unter die Haut, dass vereinzelt Tränen flossen. Der laute, teils tosende Applaus bestätigte, wie gut die Veranstaltung beim Publikum ankam.
Das Team des Quartier 1710 sorgte in der Pause für das leibliche Wohl mit regionalem Wein und kleinen Snacks. Zum Abschluss zeigte sich Moderator Leander Bauer hochzufrieden und äußerte den Wunsch: „Es wäre großartig, wenn wir das nächste Jahr wiederholen könnten.“





