KREIS BAD KREUZNACH. Jede Menge Rollkoffer auf dem Pflaster im Kreis Bad Kreuznach unterwegs: Im ersten Halbjahr gab es im Landkreis Bad Kreuznach rund 499.600 Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitgeteilt. Die NGG Darmstadt und Mainz beruft sich dabei auf aktuelle Tourismus-Zahlen vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 (+0,6 Prozent) bleibt die Anzahl der Übernachtungen im Landkreis Bad Kreuznach damit auf einem konstanten Niveau, so die Gastro-Gewerkschaft NGG.
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Anlässe, in den Kreis Bad Kreuznach zu kommen, gebe es viele: „Urlaub, Tagesausflug, Geschäftsreise, Verwandtschaftsbesuch, medizinische Behandlung, Fortbildung … – jeder Besuch und jede Übernachtung ist gut für das Hotel- und Gaststättengewerbe im Kreis Bad Kreuznach“, sagt Guido Noll. Für den Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz bedeutet das allerdings auch: „Hotels, Pensionen, Restaurants, Gaststätten, Cafés & Co. im Kreis Bad Kreuznach sollten gezielt auf Stammpersonal setzen. Vor allem auch auf den Nachwuchs: Die Branche braucht Auszubildende“, so Noll.
In der rheinland-pfälzischen Gastronomie werde heute zwar deutlich besser verdient als noch vor fünf Jahren. Dafür habe sich die NGG stark gemacht. „Allerdings will der Arbeitgeberverband DEHOGA in den laufenden Tarifverhandlungen – trotz gestiegener Preise für die Beschäftigten und Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomen – keinen Cent mehr zahlen“, sagt Guido Noll.
Zumindest das Azubi-Portemonnaie sei noch angemessen gefüllt: Wer in tarifgebundenen Betrieben eine Gastro-Ausbildung starte, bekomme bereits im ersten Ausbildungsjahr 1.100 Euro pro Monat. Und nach drei Jahren – also am Ende der Ausbildung – monatlich sogar 1.300 Euro. Daran sollten sich alle Betriebe in Rheinland-Pfalz orientieren, so die NGG Darmstadt und Mainz.
Die Gastro-Gewerkschaft NGG Darmstadt und Mainz warnt Gastronomen im Kreis Bad Kreuznach vor einem „gefährlichen Trend“ in der Branche: „Immer mehr Aushilfs- und immer weniger Fachkräfte. Das geht zu Lasten der Qualität – in der Küche genauso wie im Service. Die Hotellerie und Gastronomie im Kreis Bad Kreuznach sollte alles daransetzen, als Profi- und nicht als Laien-Branche rüberzukommen“, sagt Guido Noll.
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Es sei daher wichtig, junge Menschen davon zu überzeugen, dass sich eine Gastro-Ausbildung lohne. „Wer im Tourismus arbeitet, steht mitten im Leben: Von der Küche über die Bar bis zur Rezeption – in Hotels ist immer etwas los. Allerdings schrecken die wenig attraktiven Arbeitszeiten viele – gerade auch Jugendliche – enorm ab“, so Noll.
Deshalb müsse die Gastro-Branche dringend etwas gegen „Frust-Dienstpläne“ unternehmen: „Nämlich genug Personal einstellen, um superlange Schichten und zu viele Wochenendeinsätze zu vermeiden. Aber auch das Geld muss natürlich stimmen: Nur wer den Tariflohn bekommt, wird fair bezahlt. Und ganz wichtig: Trinkgeld ist kein Ersatzlohn. Auch wenn viele Wirte das nach wie vor anders sehen“, sagt Guido Noll von der Gastro-Gewerkschaft.






