BAD KREUZNACH. Vor fünf Jahren, inmitten der Corona-Pandemie, fing alles an. Die ersten Veranstaltungen des damals neu gegründeten Rotaract Clubs Bad Kreuznach, insbesondere das inzwischen etablierte Charity-Event „Wine Fever“ im Garten der Römerhalle, fanden damals unter strengen Auflagen statt. Abstandsregelung, Maskenpflicht, 2G-Regel und Co. prägten seinerzeit das gesellschaftliche Leben. Keine einfache Anfangszeit für einen neu gegründeten Club.
Gründungspräsident Maximilian Jäck erinnert sich zurück: Schon früher habe es einen Rotaract Club in Bad Kreuznach gegeben, der leider eingeschlafen sei. „Die Idee fand ich aber schön und wollte so etwas wieder aufleben lassen“, sagt er. „Rotaract ist eine tolle Möglichkeit für junge Leute, sich zu vernetzen und für die Gesellschaft zu engagieren.“
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Rotaract – das ist eine Gruppe junger Menschen, die sich in der Region engagiert und soziale Projekte unterstützt. Ihr Motto: Lernen, helfen, feiern. Während Corona konnten die Mitglieder dieses nur sehr eingeschränkt leben, erinnert sich auch Robin Göckel, Gründungsmitglied und Präsident 2024/25. „Wir sind während Corona gestartet, da hatten wir natürlich ein paar Startschwierigkeiten.“
Persönliche Treffen waren wegen der Kontaktbeschränkungen nicht möglich, vieles musste in den digitalen Raum verlegt werden. Davon ließen sich die Mitglieder jedoch nicht entmutigen und packten dort mit an, wo es zu dieser Zeit besonders nötig war: Gemeinsam mit dem Rotaract Club Bingen-Ingelheim und weiteren engagierten Helfern unterstützten sie den Verein Foodfighters dabei, Bedürftige in Ingelheim mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und weiteren Dingen zu versorgen. „Das hat uns direkt bei unserer ersten Aktion gezeigt, wie gut man sich durch Rotaract vernetzen kann“, sagt der Kreuznacher.
Schnell seien Freundschaften mit anderen Clubs geschlossen worden und man habe viel Unterstützung, auch von rotarischer Seite, erfahren. Der Club habe sich sehr gut entwickelt und zähle heute mit 26 Mitgliedern zu einem der größten in Deutschland. Einige Mitglieder sind inzwischen auch im deutschlandweiten und internationalen Netzwerk von Rotaract aktiv.
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Bäume pflanzen, Lebensmittel sammeln, für Bedürftige kochen: Neben den vielfältigen Club-Aktivitäten gibt es für Rotaracter auch die Möglichkeit, internationale Projekte zu unterstützen. Besondere Erfahrungen durfte Göckel während seiner Aufenthalte in Kenia sammeln. „Ohne Rotaract hätte ich das wahrscheinlich nie gemacht“, sagt der 28-Jährige. „So konnte ich ein beeindruckendes Land und viele neue Freunde im Ausland kennenlernen.“ Der Austausch untereinander, aber auch auf internationaler Ebene, sei persönlich sehr bereichernd. „Wir haben einen schönen Zusammenhalt, ohne Rotaract würde einfach etwas fehlen.“

Seit der Clubgründung haben die Mitglieder ihr Engagement weiter ausgebaut und werden nicht müde, sich für Bad Kreuznach, die Region und darüber hinaus einzusetzen. Die Erfolge sprechen für sich: Beim „Wine Fever“, das dieses Jahr in die sechste Runde geht, kamen beispielsweise in Summe beachtliche 35.000 Euro zusammen, die der Club an verschiedene Organisationen gespendet hat. Zuletzt wurde damit der Schmiedel e.V., eine Einrichtung für Kinder- und Jugendliche, im Hunsrück unterstützt.
Auch dieses Jahr ist vom 5. bis 6. September wieder ein „Wine Fever“ gemeinsam mit dem Förderverein Freunde des Rotaract Clubs Bad Kreuznach geplant – und das, trotz der aufwendigen Vorbereitungen für die Geburtstagsparty der Rotaracter, zu der Freunde aus ganz Europa angereist waren. Gefeiert wurde ein Wochenende lang im Juli, unter anderem mit einem Galaabend im Bonnheimer Hof. Diese Gelegenheit nutzten die Kreuznacher – wie könnte es anders sein – für die gute Sache: Die Spenden, die während der Feierlichkeiten zusammenkamen, fließen in das YES 2.0 – Youth Empowered Solutions Program, ein Bildungsprogramm für Menschen in Kenia.
Das Wochenende nutzten die Rotaracter auch, um das Erreichte einmal Revue passieren zu lassen: Als einen der größten „internen“ Erfolge neben dem Charity-Weinevent, verbucht der Club die Ausrichtung der Deutschlandkonferenz 2027, gemeinsam mit dem Mainzer RAC. Sie ist die die jährliche Mitgliederversammlung, zu der Rotaracter aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen.
Doch es gibt auch gewisse Herausforderungen, die vermutlich viele Vereine kennen: Bis heute engagieren sich laut Gründungspräsident Jäck noch einige Gründungsmitglieder im Club, gleichzeitig sei es allerdings auch wichtig, junge Mitglieder dazuzugewinnen. „Neue Ideen sind immer willkommen“, ergänzt Göckel. „Mitmachen kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und Lust hat, sich sozial zu engagieren.“





