BAD KREUZNACH. Der traditionelle kommunalpolitische Frühschoppen am Jahrmarktsmontag brachte wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Behörden, Firmen und Vereinen auf der Pfingstwiese zusammen. Oberbürgermeister Emanuel Letz hatte zur jährlichen Veranstaltung geladen, die fest zum Jahrmarkt gehört.
Die Veranstaltung begann mit einem Moment der Stille: In einer Schweigeminute wurde des am Jahrmarktsfreitag verstorbenen Mundartautors, Journalisten und „Kreiznacher Original“, Rudolf Hornberger, besser bekannt als „Hombes“, gedacht.
In seiner Ansprache ging Oberbürgermeister Letz ausführlich auf die angespannte finanzielle Lage der Stadt ein. Er beschrieb die Situation als ernst, aber nicht hoffnungslos, und betonte den Zusammenhalt der Bad Kreuznacher: „Wenn wir Bad Kreuznacher zusammenhalten, sind wir stärker als jede Bürokratie – und schneller als jedes Riesenrad!“
Kritische Töne schlug Letz in Richtung von Bund und Land an. Er monierte, dass viele Projekte in Bad Kreuznach durch Bürokratie gebremst würden. „Deshalb sage ich klar: Wir brauchen weniger Papier und mehr Fortschritt“, so Letz. Gleichzeitig lobte er das große Miteinander in der Stadt, dass er als den größten Schatz bezeichnete. „Bad Kreuznach funktioniert, weil viele mit anpacken: im Stadtrat, in Vereinen, in Unternehmen, in Schulen, in den Stadtteilen“, führte er aus.

Ein besonderes Highlight war die Ehrung von Dr. Michael Vesper. Der „Freundeskreis Kreiznacher Jahrmarkt“ ernannte den gebürtigen Darmstädter, der vor 26 Jahren nach Bad Kreuznach zog, zum „echten Kreiznacher“. Die Taufe mit Nahewasser wurde von seinem Paten, dem Künstler Gernot Mayer-Grönhoff, vorgenommen. Vesper, der als Geschäftsführer der GuT tätig ist, engagiert sich zudem ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen.

Für einen emotionalen Moment sorgte der ehemalige Bad Kreuznacher Nicolaus Blättermann. Der 104-jährige Holocaust-Überlebende ergriff überraschend das Wort und bat mit eindringlichen Worten um Spenden für die Sanierung der Bad Kreuznacher Synagoge. „Vielleicht ist das mein letzter Wunsch überhaupt“, sagte er.
Nach dem Frühschoppen und einem gemeinsamen Frühstück folgte der traditionelle Rundgang über den Festplatz, bei dem auch einige Fahrgeschäfte auf getestet wurden.
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