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09. Dezember 2025
StartNachrichtenKreis Bad KreuznachGastgewerbe lehnt Verpackungssteuer ab: DEHOGA fordert attraktive Mehrwegsysteme

Gastgewerbe lehnt Verpackungssteuer ab: DEHOGA fordert attraktive Mehrwegsysteme

MAINZ. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Rheinland-Pfalz positioniert sich klar gegen die in Mainz diskutierte Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer. Der Verband sieht in der Steuer nicht den wirksamsten Weg, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Stattdessen plädiert der DEHOGA für die Entwicklung und Förderung einfacher, attraktiver und flächendeckender Mehrwegsysteme.

„Unser Ziel ist es, die Verpackungssteuer überflüssig zu machen – nicht durch Verbote, sondern indem Einwegverpackungen schlicht niemand mehr haben will“, erklärt Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz. Der Schlüssel dazu sei ein bundesweit einheitliches und standardisiertes Mehrwegsystem, das für alle Nutzer einfach zu handhaben ist.

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Mehrwegsteuer vs. Mehrwegsysteme
Der DEHOGA führt mehrere Punkte an, die gegen eine kommunale Verpackungssteuer sprechen:

  • Keine Garantie für Müllvermeidung: Die Steuer könnte einfach an die Kunden weitergegeben werden, ohne dass sich deren Verhalten ändert.
  • Bürokratische Belastung: Die Umsetzung ist rechtlich und organisatorisch komplex und würde Betriebe, insbesondere kleinere, zusätzlich belasten.
  • Wirtschaftliche Nachteile: Kleinere Unternehmen könnten durch zusätzliche Kosten im Wettbewerb benachteiligt werden.
  • Fehlender Anreiz für Mehrweg: Ohne leicht zugängliche Rückgabemöglichkeiten bleibt der Umstieg schwierig.

Modellprojekt belegt Erfolg von Mehrweglösungen
Als Beleg für den Erfolg alternativer Ansätze verweist der DEHOGA auf das Projekt „Mehrweg Modell Stadt“ in Mainz und Wiesbaden. Dort konnten Nutzer Mehrwegbecher bei elf Betrieben an 85 Ausgabestellen erhalten und diese in Geschäften oder an 40 öffentlichen Rückgabesäulen wieder abgeben. Die Auswertung zeigte, dass 87 Prozent der Becher zurückgegeben wurden.

„Das Projekt hat gezeigt, dass mit einer vernetzten, wettbewerbsneutralen Infrastruktur Ressourcen geschont, Müll reduziert und Betriebe entlastet werden können“, so Haumann. Er appelliert an Politik, Kommunen und die Wirtschaft, gemeinsam an solchen praktikablen Mehrweglösungen zu arbeiten. „Nur wenn Mehrweg für Gäste bequemer und günstiger wird als Einweg, erreichen wir wirklich eine nachhaltige Veränderung.“


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