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15. Dezember 2025
StartNachrichtenKreis Bad KreuznachKeine Schließung, sondern Stärkung: Diakonie bündelt Notaufnahmen in Bad Kreuznach

Keine Schließung, sondern Stärkung: Diakonie bündelt Notaufnahmen in Bad Kreuznach

BAD KREUZNACH. Nach Bekanntwerden der vermeintlichen Schließung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im Krankenhaus Sankt Marienwörth meldeten sich die Bad Kreuznacher Diakonie Kliniken am Freitag zu Wort und stellten klar: Es gibt keine Schließung, sondern eine umfassende Bündelung der Notfallkompetenz am Standort Ringstraße. Mit diesem Schritt wollen die Diakonie Kliniken die Zukunftsfähigkeit der regionalen Notfallversorgung sichern und auf gestiegene Anforderungen sowie gesetzliche Vorgaben reagieren, die den Betrieb mehrerer Notaufnahmen innerhalb eines Krankenhauses untersagen.
Die Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH hatte das Krankenhaus Marienwörth am 1. Februar übernommen und befindet sich derzeit in einem komplexen Prozess zur Umsetzung des neuen Medizinkonzepts für die Region.

„Viele Menschen in der Stadt bewegt die Zusammenführung der beiden Häuser und sie haben ein großes Interesse daran, zu erfahren, wie es mit den medizinischen Angeboten weitergeht“, so Geschäftsführer Manuel Seidel. Er betonte, dass es sich um eine „medizinisch sinnvolle Verlagerung“ handele, die darauf abzielt, „mehr Kapazitäten, eine moderne Ausstattung und eine sichere Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten zu schaffen.“ Gleichzeitig sollen Mitarbeitende durch die Auflösung doppelter Strukturen entlastet werden.

Deutlich größer und hochmodern: Die neue ZNA
Die neue Zentrale Notaufnahme wird auf dem Klinikgelände in der Ringstraße entstehen und erfordert umfangreiche Umbaumaßnahmen. Mit drei Schockräumen, 22 bis 24 Behandlungsplätzen und einem Überwachungsbereich mit bis zu acht Betten wird die neue Einheit deutlich größer sein als die bisherigen beiden Notaufnahmen zusammen. Damit erfüllt sie alle gesetzlichen Strukturvorgaben für eine erweiterte Notfallversorgung – ein wichtiges Qualitätsversprechen an die Bevölkerung.

Der Hintergrund dieser Maßnahme ist die gesetzliche Einstufung der beiden Standorte Mühlenstraße und Ringstraße als ein gemeinsames Krankenhaus, da sie räumlich nur rund 1.000 Meter voneinander entfernt liegen. Die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sehen für solche Fälle nur eine ZNA vor. Bis zur Fertigstellung der neuen ZNA bleibt die Notaufnahme in beiden Häusern bestehen. Auch nach der Verlagerung wird es in der Mühlenstraße weiterhin eine Notfalleinheit für bestimmte Patientengruppen geben.

Experten entscheiden sich für Ringstraße: Optimale Bedingungen für Akutversorgung
Die Entscheidung für die Ringstraße als Standort der neuen ZNA fiel in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, an der Notfallmediziner und Pflegefachpersonen beider Standorte beteiligt waren. Dr. Oliver Bill, Leiter der ZNA in der Mühlenstraße, erläuterte die Gründe: „Die Hauptaufgabe einer Notaufnahme ist es, lebensbedrohlich verletzte oder erkrankte Menschen zu stabilisieren beziehungsweise eine sofortige Anschlussbehandlung anzuordnen, zum Beispiel in den OP bei einem Polytrauma oder in ein Herzkatheterlabor nach einem Herzinfarkt. Dafür bietet die Ringstraße mit ihren OP-Kapazitäten, zwei Herzkatheterlaboren, dem regionalen Traumazentrum und der größeren Intensivstation die besten Voraussetzungen.“

Das neue Versorgungskonzept der Diakonie Kliniken sieht vor, die Akut- und Notfallversorgung sowie spezialisierte Fachbereiche wie Kardiologie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Unfallchirurgie sowie die Viszeral- und Gefäßchirurgie in der Ringstraße zu bündeln. Die Mühlenstraße bleibt jedoch ein substanziell wichtiger Standort: Hier werden künftig planbare Eingriffe und ambulante Behandlungen konzentriert. Auch die spezialisierte Stroke Unit (Schlaganfallstation) wird dort stationär verortet bleiben, bewusst an einem Standort mit Hubschrauberlandeplatz. „Bei schweren Schlaganfällen zählt jede Minute, insbesondere wenn eine rasche Verlegung in eine neurochirurgische Klinik erforderlich ist“, erklärte der Ärztliche Direktor Dr. Christoph von Buch.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und die Notfallversorgung spürbar zu verbessern. „Die Notaufnahmen in Deutschland sind vielerorts am Limit“, so Manuel Seidel. „Die neue Struktur und die eng verzahnten Abläufe in der künftigen Zentralen Notaufnahme geben uns die Möglichkeit, genau darauf zu reagieren und schaffen zusätzliche räumliche und personelle Ressourcen.“ Zudem können doppelte Strukturen wie Rufbereitschaften effizienter organisiert werden, was die Personalplanung und die Mitarbeitenden im Alltag entlastet.

Der Baubeginn für die neue ZNA ist für Herbst/Winter 2025 vorgesehen. „Natürlich wollen wir unser neues Versorgungskonzept zügig umsetzen. Aber viele Schritte sind auch von externen Faktoren abhängig“, erklärte Seidel. Die Diakonie Kliniken befinden sich im engen Austausch mit den Verantwortlichen, darunter auch Gespräche mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit im Juli.
Die Diakonie Kliniken schlossen ihre Mitteilung mit der Feststellung: „Mit den Planungen für die neue Notaufnahme in Bad Kreuznach stellen wir die Weichen für eine der modernsten und zukunftssichersten Notfallversorgungen in Rheinland-Pfalz: leistungsstark und mit dem Blick auf die bestmögliche Versorgung der Menschen in der Region.“


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