BINGEN. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich Bingen in ein pulsierendes Zentrum für Musikliebhaber. Das 26. Internationale Jazzfestival zog rund 6.000 Besucher an, die auf vier Bühnen die vielfältigen Klänge von Jazz, Funk, Soul und Pop feierten. Trotz extremer Hitze am Samstag und wechselhaftem Wetter am Sonntag bot das Festival ein unvergessliches Erlebnis mit internationalen Stars, aufstrebenden Newcomern und lokalen Talenten.
Die Stadt Bingen präsentierte sich als klingende Bühne der Vielfalt, mit drei Bühnen in der Innenstadt und einer vierten direkt am Rhein-Nahe-Eck, die einen malerischen Blick auf das Tor zum UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ bot.

Fulminanter Auftakt mit Thomas D
Der Festivalstart am Freitagabend war ein voller Erfolg. Rap-Legende Thomas D setzte gemeinsam mit Flo Mega & The KBCS mit klarem Sound und klugen Texten die ersten programmatischen Akzente. Zuvor begeisterten Lily Dahab, die Moritz Renner Group und „Die Katzen“ das Publikum mit einer leidenschaftlichen Mischung aus Jazz, Latin, Vintage-Swing und modernen Kompositionen. „Ein gelungener Auftakt bei bestem Wetter mit ausgelassener Stimmung auf beiden Plätzen. Wir erhielten durchweg positives Feedback von den Gästen und auch von den Musikern“, resümiert Veranstalter Jens Thiele, Geschäftsführer der Bingen Tourismus & Kongress GmbH.
Musikalische Vielfalt prägte das Wochenende
Die gesamte Bandbreite musikalischer Stile und Formationen prägte alle drei Festivaltage. Aufstrebende regionale Nachwuchstalente standen gleichberechtigt neben international renommierten Acts. So traf klassischer Swing auf aktuelle Strömungen aus Pop, TechnoJazz, urbanem Soul und karibischen Grooves.
Der Samstag war mit 13 Acts und über 12 Stunden Programm ein Fest für jeden Musikgeschmack. Höhepunkte waren die Abschlusskonzerte der heavytones und des Silent Explosion Orchestra feat. Ian Shaw, die energiegeladene Paul Reed Smith Band, Nicole Johänntgen mit ihrem Projekt „ROBIN“ sowie das „Nevell“ Projekt von Anika Nilles, das mit virtuoser Rhythmik überzeugte.

Auch der Sonntag bot trotz wechselhaften Wetters musikalische Tiefe und Spielfreude mit neun Acts. Das Spektrum reichte von Robinson Khoury & MŸA’s feinsinnigen Klanglandschaften über das Londoner Sultan Stevenson Trio bis zum Paul Scheugenpflug Quartett. Die Echo-Jazz Preisträgerin Jasmin Tabatabai mit ihrer einzigartigen Mischung aus Chanson, Jazz und erzählerischer Kraft sowie das Iiro Rantala HEL Trio sorgten für einen emotionalen wie virtuosen Festivalabschluss.
Wetterkapriolen und ungebrochene Begeisterung
„Es ist jedes Mal aufs Neue ein Hochgefühl, wenn alles reibungslos läuft und unsere Besucherinnen und Besucher mit leuchtenden Augen und offenen Ohren durch die Stadt ziehen. Wir freuen uns sehr, wenn Gäste von nah und fern ein tolles Festivalwochenende erleben und mit unvergesslichen Erinnerungen heimkehren“, ergänzt Projektleiterin Jana Neubauer.
Ein kleiner Wermutstropfen waren die extreme Hitze am Samstag und die Regenschauer am Sonntag, die den Anteil spontaner Tagesbesucher etwas reduzierten.

Die künstlerische Leitung der 26. Edition lag erneut in den bewährten Händen der Jazzexperten Christiane Böhnke-Geisse und Alex Funk.
Genuss für alle Sinne: Musik trifft Wein
Bingen Swingt überzeugte nicht nur als Hörvergnügen, sondern auch als Erlebnis für alle Sinne. Inmitten von gleich vier renommierten Weinanbaugebieten verwöhnten über zehn Winzer und Gastronomen die Gäste mit ausgezeichneten Tropfen und regionaler Kulinarik. „Schöne Klänge auf den Ohren und den perfekten Sommerwein im Glas – so fühlt sich das Internationale Jazzfestival an. Als Binger Weinprinzessin freue ich mich riesig, wenn Musik & Wein zusammenkommen, denn genau das macht Bingen Swingt so besonders“, so Weinprinzessin Emily.

Umfangreiches Rahmenprogramm und wichtige Förderung
Das Festival bot zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Kunstführungen, Gesangsworkshops und dem speziellen Kinderangebot „Bingen Swingt for Kids“. Der verkaufsoffene Sonntag lud die Besucher zu einem gemütlichen Einkaufsbummel durch den Binger Einzelhandel ein und rundete das Angebot ab.
Oberbürgermeister Thomas Feser dankte allen Beteiligten und hob in seiner Rede die Bedeutung der öffentlichen Kulturförderung hervor: „Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem im Rahmen des Kultursommer Rheinland-Pfalz vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration. Ganz herzlichen Dank für die großzügige Förderung, ohne die dieses kulturelle Highlight nicht möglich wäre.“ Das diesjährige Kultursommer-Motto ‚Forever Young?‘ wurde erneut spielerisch aufgegriffen, indem verschiedene Künstlergenerationen – etablierte Acts und spannende Youngstars – in einen rhythmischen Dialog miteinander und dem Publikum traten.





