StartNachrichtenKreis Bad KreuznachTrotz Gewinn: Verkauf des Gesundheitszentrums stößt auf erbitterten Widerstand

Trotz Gewinn: Verkauf des Gesundheitszentrums stößt auf erbitterten Widerstand

MEISENHEIM. Die neu gegründete Bürgerinitiative „Stoppt den Verkauf des Gesundheitszentrums in Meisenheim“ hat am heutigen Freitag um 14 Uhr mit einer ersten Mahnwache vor dem Gesundheitszentrum ein deutliches Zeichen gesetzt. Der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), Dietmar Kron, zeigte sich hoch erfreut über die große Resonanz von über 100, vor allem älteren, Bürgerinnen und Bürgern.

„Ich bin stolz auf Euch. Wenn die Not am Mann ist, dann gehen wir für das Krankenhaus auf die Straße“, rief Kron den Anwesenden zu. In seiner emotionalen Rede betonte er zudem, dass man mit dieser Aktion auch der Belegschaft des Gesundheitszentrums mitteilen wolle, dass die Bürgerinnen und Bürger für die Arbeitsplätze am Standort kämpfen. Kron berichtete von vielen Mitarbeitern, die aufgrund der intransparenten Verfahrensweise des Landeskrankenhauses sehr verunsichert seien, wie es weitergehen werde.

„Fadenscheinige Gründe“ und unverständliche Politik
Für die Bevölkerung der Region gibt es laut Kron keinen plausiblen Grund, das etablierte und offenbar erfolgreiche Krankenhaus zu verkaufen. „Die Gründe von Gesundheitsminister Clemens Hoch sind sehr fadenscheinig“, stellte Kron fest und ergänzte kritisch: „Man merkte auch, dass der Minister bei seinem Besuch in Meisenheim am vergangenen Freitag bei der Gründung der BI nicht gut vorbereitet war.“ Besonders ärgerlich sei für viele, dass sich das Gesundheitsministerium und das Landeskrankenhaus erst äußerten, nachdem die Bürger den „Kampf“ für den Nichtverkauf des Krankenhauses angesagt hatten.Dietmar Kron führte in seiner Rede weiter aus, dass das Meisenheimer Krankenhaus im Jahr 2024 einen Gewinn von 1,7 Millionen Euro erwirtschaftet habe. „Mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützt die Landesregierung jährlich die Unikliniken in Mainz. Das versteht kein Mensch. Sie möchten unser gutes Porzellan wegnehmen“, so Kron, der damit die unterschiedliche finanzielle Behandlung von Krankenhäusern kritisierte.
Ein Verkauf des Gesundheitszentrums hätte laut Kron enorme und irreparable Schäden für die gesamte Region zur Folge.

Gespräch mit Minister Hoch in Mainz – Großdemo am 4. Juli
In der kommenden Woche soll es in Mainz zu einem wichtigen Gespräch zwischen Vertretern der Bürgerinitiative und Minister Hoch kommen. Dieses Gesprächsangebot erreichte Kron noch am heutigen Freitag aus Mainz. Er versprach den Teilnehmern der Mahnwache: „Mein Wort ist verlässlich, wir rücken nicht von unseren Forderungen ab“, so Kron abschließend unter dem Applaus der Versammelten.Am 4. Juli ist vor dem Gesundheitszentrum eine Großdemonstration geplant. Einige Teilnehmer der heutigen Mahnwache äußerten die Hoffnung, dass dann auch Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie kommunale Vertreter aus der Kreis- und VG-Verwaltung anwesend sein werden, deren Fehlen bei der heutigen Mahnwache bedauert wurde.


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