MÜNSTER-SARMSHEIM. „Ihr dürft zum Musette-Walzer gerne mittanzen“ – das Angebot von Sängerin Sybille (Bille) Klingspor fand eingangs beim Publikum angesichts des begrenzten Platzangebotes wenig Anklang.
Denn das Kulturbistro war zwar wieder sehr geschmackvoll dekoriert, unter anderem mit tollen Malereien von Ankica Tadic vom Binger Kunstspektrum an den Wänden, aber eben auch mal wieder voll besetzt. Allerdings bewegten sich die Füße der Zuschauer danach gefühlt den ganzen Abend im Takt der Musik tanzend unter den Bistrotischen. Zuweilen wurde auch rhythmisch geklatscht, mit den Fingern geschnickt oder leise mitgesummt.
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Zum Abschluss seiner Frühjahrstrilogie präsentierte KULTUR GANZ NAHE mit „Nid de Poule“ (übersetzt: Hühnernest) einen besonderen musikalischen Leckerbissen auf seiner Kleinkunstbühne. Inspiriert vom Gypsy-Swing des Hot Club de France mit Django Reinhardt spielte das Quartett in erster Linie eigene Chansons, alle in französisch, aber Dank der ausdrucksstarken musikalischen Präsentation auch ohne Sprachkenntnisse inhaltlich greifbar.
Im Vordergrund die unglaublich wandlungsfähige Stimme von Bille, die mit einer großen Bandbreite von rauchig gesoult über melancholisch verspielt bis sanft gehaucht brillierte. An den Gitarren begleitet von Gerd Rentschler und Frank Zinnkant, die auch mit ihren Soli-Einlagen begeisterten. Dazu zauberte der Ingelheimer Jürgen Dorn nicht nur die tiefen Töne aus seinem Kontrabass. Er führte auch kurzweilig durch den Abend und erklärte launig die originellen Entstehungsgeschichten mancher Songs. So etwa die spontane Eingebung, als er bei einem Frankreichurlaub in Straßburg seine Frau öffentlich leidenschaftlich küsste und eine deutsche Passantin das gegenüber ihrem Gatten mit „schau mal, so küssen nur Franzosen“ kommentierte.
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Spätestens zum Klassiker „Aux Champs Élysées“ war das Publikum beim Refrain auch gesanglich voll mit im Boot. Die mit Standing Ovations eingeforderte Zugabe war obligatorisch. Frank Puschhof, zweiter Vorsitzender von KULTUR GANZ NAHE drückte zum Schluss den Dank für das tolle Konzert aus und verwies auf die bereits für nach den Sommerferien terminierten Veranstaltungen: Am 20. September kommt das „Swinging Mr. Smith Trio“ mit dem Münster-Sarmsheimer Axel Schmitt. Am 18. Oktober tritt „Adriano“ mit seinem Solo-Comedyprogramm auf. Das Stammpublikum kennt ihn als Ensemble-Mitglied des Improtheaters „Der Fuchs“. Einen Tag später, am 19. Oktober präsentiert Leander Bauer wieder „Bingen slammt“ und zum Jahresabschluss sind am 22. November Anja Sachs und Biber Herrmann mit „Chanson meets Blues“ zu Gast im Kulturbistro.
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