10.3 C
Bad Kreuznach
10. Dezember 2025
[borlabs-cookie id="google-ad-sense" type="service"] [/borlabs-cookie]
StartNachrichtenKreis Bad KreuznachAusschuss bremst Schlosser aus: Narrenkäfig und Narrenfahrt sollen bleiben

Ausschuss bremst Schlosser aus: Narrenkäfig und Narrenfahrt sollen bleiben

BAD KREUZNACH. Die gestrige Sitzung des Ausschusses für Messe und Märkte im Rathaus entwickelte sich zu einem emotionalen Schlagabtausch über die Zukunft der Kreuznacher Straßenfastnacht. Im Zentrum der Diskussion stand der Vorschlag von Beigeordnetem Markus Schlosser, den traditionellen Narrenkäfig künftig auf die Pfingstwiese zu verlegen und die beliebte Narrenfahrt durch das Industriegebiet zu führen, mit dem Ziel, dort auf der Pfingstwiese zu enden. Als Hauptgrund für diese Überlegungen nannte Schlosser die enormen Kosten für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, die sich auf rund 160.000 Euro belaufen.

Die Bekanntgabe dieser Pläne in der laufenden Woche löste umgehend heftigen Widerstand aus, insbesondere bei den betroffenen Karnevalsvereinen und den Gastronomiebetreibern. Dementsprechend zahlreich waren die Vereinsvertreter, die sich zur öffentlichen Ausschusssitzung einfanden.

Bereits zu Beginn der Sitzung entzündete sich eine lebhafte Debatte an einem Antrag von Ausschussmitglied Helmut Kreis (CDU). Er forderte, die Mitteilungsvorlage der Verwaltung in einen bindenden Empfehlungsbeschluss umzuwandeln. Dieser Antrag fand mit neun Ja- und vier Nein-Stimmen eine Mehrheit. Unter anderem Mirko Helmut Kohl (CDU) stimmte dagegen und begründete dies damit, dass man sich für einen Beschluss nicht ausreichend vorbereitet habe und zunächst die Informationen der Verwaltung anhören wolle.

Als der strittige Tagesordnungspunkt schließlich aufgerufen wurde, lobte Beigeordneter Schlosser zunächst den Verein Kreiznacher Narrefahrt für die erfolgreiche Ausrichtung im Jahr 2025. „Es ist ein großes tolles Miteinander mit allen Verantwortlichen“, betonte Schlosser. Er führte weiter aus, dass es sein Ziel als Verwaltung sei, die Sachlage lediglich vorzustellen. „Es ist nur eine Information und der Wille der Verwaltung“, so Schlosser, der auch informierte, dass Oberbürgermeister Letz über die komplette Tagesordnung informiert sei. Schlosser zeigte sich erfreut über die Anwesenheit zahlreicher Fastnachtsvereine und räumte ihnen die Möglichkeit ein, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Er unterstrich seine Offenheit und Transparenz sowie die Bedeutung der Brauchtumspflege und Nachwuchsarbeit. „Wir müssen nur sehen, wie wir es umgesetzt bekommen“, resümierte Schlosser.

Er betonte, dass im Vorfeld der Sitzung bereits ein ausführliches Gespräch zwischen ihm und dem Vorsitzenden des Vereins Kreiznacher Narrefahrt, Manfred Schulze, über die möglichen Verlegungspläne stattgefunden habe.

Deutlich verärgert zeigte sich die Zugmarschallin Cornelia Christmann-Faller in ihrer emotionalen Rede. „Wir kommen uns bei der Stadt wie Bittsteller vor. Wir kriegen immer nur die Kosten von 160.000 Euro gesagt. Die Fastnacht ist ein Wirtschaftsfaktor, von dem die Stadt profitiert, und gerade auch die Gastronomie in der sauren Gurkenzeit im Januar und Februar.“ Christmann-Faller berichtete von Gesprächen mit dem DEHOGA, Taxiunternehmen, Getränkelieferanten und vielen anderen, die die immense Bedeutung der Fastnacht für die Stadt bestätigten. Sie kritisierte zudem die aus ihrer Sicht unnötige Platzierung von fünf Pollern an einer Toilette und schlug vor, an dieser Stelle die vorhandenen Betonklötze des Bauhofs zu nutzen. Ihre Rede wurde jedoch von Beigeordnetem Schlosser unterbrochen, der dann wieder den Ausschussmitgliedern das Wort erteilte.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie auf unserer Seite “Stellenangebote” bei Nahe-News – KLICK MICH!

Heiko Kraft, Sitzungspräsident der „Jerrys“, hob die Einzigartigkeit des Narrenkäfigs hervor, der über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus bekannt sei. „Den jetzigen Standort kann von jedem angelaufen werden. Und die Zugstrecke hat Flair, die es im Gewerbegebiet nicht gibt. Eine Verlagerung wäre ein Todesstoß für die Kreuznacher Fastnacht“, warnte Kraft eindringlich.

Als „indiskutabel“ bezeichnete Ausschussmitglied Jan Schloer (Progressives Bad Kreuznach) die Pläne, die Narrenfahrt ins Industriegebiet zu verlegen. „Man würde der Straßenfastnacht die Seele nehmen. Wir sind Gässjer und keine Industriegebietler, und deshalb sollte die Fastnacht auch in der Stadt stattfinden“, argumentierte Schloer leidenschaftlich.

Helmut Kreis erinnerte daran, dass man früher stolz darauf gewesen sei, dass die Altweiberfastnacht in der Innenstadt stattfinde. Bezüglich des Problems der Wildpinkler merkte er an, dass dieses an jedem Standort existiere.

Mirko Helmut Kohl erklärte in seiner Wortmeldung, dass die finanzielle Situation für das Jahr 2025 sehr angespannt war. „Ich werde mich bei dem Empfehlungsbeschluss enthalten, weil ich es zum jetzigen Zeitpunkt als einen Einstieg in die Diskussion sehe.“

ANZEIGE:

Der Ausschuss wurde zudem von Markus Schlosser informiert, dass die Stadt für alle Veranstaltungen in diesem Jahr Poller im Wert von 200.000 Euro anschaffen wird. Dies könnte die Kosten für die Straßenfastnacht potenziell etwas senken, da dann weniger zusätzliche Poller benötigt würden.

Nach einer Reihe weiterer Redebeiträge stimmten schließlich elf Mitglieder des Ausschusses für den Empfehlungsbeschluss, den Narrenkäfig und die Straßenfastnacht an ihren bisherigen Standorten zu belassen.

In den kommenden Wochen werden sich nun der Finanzausschuss und der Stadtrat intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und prüfen müssen, ob ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um die traditionelle Straßenfastnacht in ihrer gewohnten Form weiterhin zu unterstützen. Die Diskussion um die Zukunft der Kreuznacher Fastnacht dürfte damit noch lange nicht beendet sein.

UPDATE:Donnerstag, 12.35 Uhr:
In einem Telefonat teilte der Vorsitzende der Kreiznacher Narrefahrt, Manfred Schulze mit, das zu keinem Zeitpunkt ein Gespräch mit Markus Schlosser in seinem Büro stattgefunden hat. „Markus Schlosser hat mich lediglich angerufen, und mitgeteilt das es Pläne zur Verlegung gibt, die im Ausschuss besprochen werden“, so Manfred Schulze.

Markus Schlosser sagte gestern, das Manfred Schulze in seinem Büro war und die Pläne der Stadtverwaltung mitgeteilt wurde.


Nahe News Newsletter:

Möchten Sie keine aktuellen Nachrichten mehr verpassen, dann melden Sie sich einfach für den Newsletter an. Sie haben die Möglichkeit, sich beim Mail-Newsletter oder bei unserem WhatsApp-Kanal zu registrieren.
Link zum WhatsApp-Kanal: https://whatsapp.com/channel/0029VaDB6kI1iUxeE1cGoV1T

Mit der Anmeldung für die Newsletter stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen
von www.nahe-news.de zu.

[borlabs-cookie id="google-ad-sense" type="service"] [/borlabs-cookie]
ÄHNLICHE ARTIKEL

DAS WETTER WIRD PRÄSENTIERT VON

spot_img
Bad Kreuznach
Bedeckt
10.3 ° C
10.4 °
9.7 °
99 %
2.1kmh
100 %
Mi.
11 °
Do.
10 °
Fr.
9 °
Sa.
9 °
So.
11 °
- Werbung -[borlabs-cookie id="google-ad-sense" type="service"] [/borlabs-cookie]

HÄUFIG GELESEN

Professionelles Webdesign aus Bad Kreuznach und Umgebung bei Werbeagentur Bad Kreuznach www.bad-kreuznach-webdesign.de