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Fastnachts-Eklat am Mittwoch im Rathaus? Pläne für Verlegung auf Pfingstwiese sorgen für Aufruhr

BAD KREUZNACH. Ein wichtiger Termin steht morgen ins Haus, der die Fastnacht in Bad Kreuznach nachhaltig verändern könnte. Um 17.30 Uhr treffen sich die Mitglieder des Ausschusses für Messen und Märkte im Sitzungssaal des neuen Rathauses, und die Tagesordnung hat es in sich: Beigeordneter Markus Schlosser plant, die traditionelle Straßenfastnacht und die beliebte Narrefahrt ab dem kommenden Jahr auf die Pfingstwiese zu verlegen. Eine Nachricht, die in den Reihen der Fastnachtsvereine und Narren für helle Aufregung sorgt und die Sitzung wohl zum emotionalen Schlagabtausch werden lässt.

Statt ausgelassener Narrenrufe und schunkelnder Jecken werden wohl hitzige Diskussionen den Sitzungssaal füllen. Denn Schlossers Vorschläge, die den Fastnachtsumzug ins Gewerbegebiet und den Narrenkäfig auf die Pfingstwiese verbannen sollen, stoßen auf breite Ablehnung. Eine entsprechende Mitteilungsvorlage ging den Ausschussmitgliedern bereits Ende April zu und enthüllt die Beweggründe des Beigeordneten.

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Im Zentrum der Argumentation stehen die gestiegenen Kosten für die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Allein die vergangene Straßenfastnacht schlug mit 133.000 Euro zu Buche, von denen die Stadt trotz großzügiger Spenden von Bürgern und dem Verein „Kreiznacher Narrefahrt“ immer noch rund 80.000 Euro selbst tragen musste.

„Um die Fastnacht als wichtige Brauchtumsveranstaltung erhalten zu können, müssen nun Alternativen gesucht werden, um Kosten einzusparen und gleichzeitig eine höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten“, heißt es in der Vorlage. Die Verlagerung in die Randzonen, so Schlosser, würde die Zufahrtssicherung deutlich vereinfachen und somit Kosten reduzieren.

Die Party im Narrenkäfig 2025 auf dem Kornmarkt.

Neben der einfacheren Sicherheitslage führt der Beigeordnete weitere gewichtige Punkte für eine Verlegung an: die Entlastung des Einzelhandels, der traditionell an Altweiberdonnerstag schließt, die unkompliziertere Reinigung der Pfingstwiese, die Eindämmung von „Wildpinklern“ in der Innenstadt, die Aufhebung der Notwendigkeit, den Wochenmarkt am Freitag nach Altweiber zu verlegen, und das Wegfallen eines Glasverbots in der Innenstadt. Zudem stünden DRK, Polizei und Feuerwehr auf der Pfingstwiese Räumlichkeiten zur Verfügung, wie es bereits beim Jahrmarkt der Fall ist.

Bei Social Media wehren sich die ersten Narren mit diesem Posting schon heute gegen die Pläne der Stadt.

Auch für die Narrefahrt am Fastnachtssamstag hat Schlosser bereits konkrete Pläne. Die Zugaufstellung soll in der Badenheimer Straße, Wolfsheimer Straße und Teilen der Wöllsteiner Straße erfolgen. Die neue Umzugsstrecke würde dann über die Bosenheimer Straße, Ludwig-Kienzler-Straße, Schwabenheimer Weg, Industriestraße, Planiger Straße, Gensinger Straße, Viktoriastraße, Landfuhrbrücke, Brückes zur Pfingstwiese führen.

Die Argumente für die Verlegung ähneln denen des Narrenkäfigs: eine besser zu sichernder Strecke und die damit einhergehende Kostenreduzierung durch weniger benötigte Sperren und Sicherheitspersonal. Zudem würden sich die Straßensperrzeiten verkürzen und der Verkehr am Fastnachtssamstag entlastet. Auch die Schließung des Einzelhandels wäre nicht mehr notwendig.

Dank der LTG konnte in diesem Jahr die Narrefahrt stattfinden. Das Unternehmen sperrte mit LKW´s die Straßen ab.

Doch die Fastnachtsvereine werden diese Pläne wohl kaum widerstandslos hinnehmen. Gerade an den Fastnachtstagen profitiert die Stadt erheblich von den Einnahmen in den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Handel. Eine Verlegung an den Stadtrand könnte diese Einnahmequellen schmälern und die Attraktivität der traditionellen Fastnacht schwächen.

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Oberbürgermeister Emanuel Letz äußerte sich auf Anfrage von Nahe News besorgt über die Vorgehensweise. „Für mich ist es verwunderlich, dass man so ein Thema in den Ausschuss bringt und nicht im Vorfeld mit den Protagonisten gesprochen hat. Hier geht es um Brauchtum, Ehrenamt und für die Vereine um sehr viel“, betonte Letz die Sensibilität der Thematik.

Es ist zu erwarten, dass die morgige Sitzung im Rathaus von emotionalen Wortbeiträgen und hitzigen Diskussionen geprägt sein wird. Die Zukunft der Bad Kreuznacher Straßenfastnacht und Narrefahrt steht auf dem Spiel.

Interessierte Bürger können die öffentliche Sitzung am morgigen Mittwoch, 14. Mai, um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des neuen Rathauses am Kornmarkt verfolgen. Der Eingang befindet sich in der Roßstraße.


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