Ein Festakt der Erinnerung und Mahnung
SPRENDLINGEN. Die Eröffnung der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen der ehemaligen Synagoge in Sprendlingen war ein bewegendes Ereignis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die hervorragende Organisation des Festakts, für die dem Organisationskomitee ein herzlicher Dank gebührt, schuf einen würdigen Rahmen für dieses bedeutende Jubiläum.
Ortsbürgermeister Frank Eckweiler hielt eine tiefgründige Rede, in der er die Verantwortung der Bürger von Sprendlingen und darüber hinaus betonte, sich der Vergangenheit zu stellen und nicht zu vergessen. Er würdigte die Leistungen derjenigen, die den Wiederaufbau der Synagoge ermöglicht haben, und verlieh dem Festakt eine besondere Bedeutung.
Staatsminister Michael Ebling zog eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und beleuchtete die Zusammenarbeit der Landesregierung mit den jüdischen Gemeinden sowie die Herausforderungen bei deren Wiederbelebung. Der 1. Beigeordnete Oliver Wernersbach bekannte sich klar zur Verantwortung für die Vergangenheit und vertrat den VG-Bürgermeister Manfred Scherer in würdiger Weise. Avadislav Avadiev, Vorsitzender der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz, warb für die Zusammenarbeit aller Religionsgemeinschaften und äußerte seine Freude über den Festakt und das gesamte Programm der 200-Jahr-Feier.
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Bewegende Momente der Erinnerung
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Rainer Böß, der die Geschichte der Synagoge und die Schicksale jüdischer Mitbürger aus Sprendlingen in den 1930er Jahren schilderte. Seine Worte, die mit persönlichen Namen und Adressen verbunden waren, berührten die Anwesenden zutiefst und ließen die Schrecken der Shoah auf eindringliche Weise lebendig werden.
Alle Redner mahnten, dass sich diese dunkle Zeit niemals wiederholen dürfe, und warnten vor der Verharmlosung rechter Kräfte, die einfache, aber trügerische Lösungen versprechen. Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz begleitete den Festakt musikalisch mit wunderbaren Klezmer-Stücken, die die Herzen der Zuhörer berührten und zum Mitwippen einluden.
Der Festakt zum 200-jährigen Bestehen der Synagoge in Sprendlingen war ein eindrucksvolles Zeugnis der Erinnerung, der Mahnung und der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Synagoge in Sprendlingen erwartet die Besucher ein facettenreiches Veranstaltungsprogramm, das sich über das gesamte Jahr erstreckt. Nach dem bewegenden Festakt zur Eröffnung der Feierlichkeiten laden zahlreiche weitere Veranstaltungen dazu ein, die Geschichte und Bedeutung dieses besonderen Ortes kennenzulernen.
Mehr Infos zu den Veranstaltungen unter: www.sprendlingen.info/neuigkeiten







